5
Ganz besondere Mittel sind bei der Anlage einer Eisenbahn aufweichem Boden, ans Moorgrund, Sumpf n. dgl. in Anwendung zubringen. Ein solcher schwieriger Unterbau wurde bei Herstellung derLiverpool-Manchcstcrbahn nöthig. Daselbst findet sich eine Strecke, das
dürre Moos (vlmt Mos«), ein Morast vor, der eine Oberfläche von 12engl. Quadrat - Meilen sfast '/. deutsche) einnimmt und so weich ist,daß kein Thier darüber gehen kann und ein eiserner Stab durch sei»eigenes Gewicht einsinkt. Dennoch mußte die Bahn 4 '/- engl. Meilelang über diesen Morast weggeführt werden.
Da hiernach der Grund des Terrains in seiner natürlichen Beschaffen-heit für eine Eisenbahn an sich schon zu jedem Damme oder Einschnittevöllig untauglich war, indem Schutt, Thon, Sand und ähnliche Ma-terialien mit der Masse zugleich einsanken, so suchte der BahningcnieurStephenson dem Boden selbst branchbare Masse abzugewinnen. FürDämme wurden nämlich alle 15 Fuß zur Bahnlinie parallele Kanälegezogen, die dazwischen liegenden Theilc des Morastes abgetrocknet,die in der That ein gutes Material abgaben. Ungefähr das Vierfachedes. auf gewöhnlichem Boden erforderlichen Materials, reichte zur Bil-dung der Dämme hin. Auf ähnliche Weise wurden die Einschnitte her-gestellt. An den Stellen, wo das bestimmte Bahnniveau ein Fortgehenauf der Mooroberfläche erforderte, wurden, außer den vorerwähntenGräben, Faschinen, die mit Haidekraut durchflochten waren, quer überdie Längcnrichtung der Bahn gelegt und auf diese wieder Ballast undSchutt gestürzt.
Fig. 296 e> zeigt den Profildurchschnitt einer auf solche» Moorgrund
ctablirten Bahn, .4 sind Faschinen, ltt n die auf dieselben gestürzteSchutt- oder Sandlage, v, (l Längen und 0 Oncrschwcllen, auf welchemletztere wieder Längenhölzer kl, kl angebracht sind, die zur Aufnahmeder Schienen dienen. I? ist ein Längenkanal zur Abführung des sichansammelnden Wassers, von welchem wieder Querkanäle zur Seite ge-führt sind.
In Amerika, wo in der Regel das Holz weit billiger wie auf demKontinente von Europa zu haben ist, sncht man zuweilen Dämme gänz-lich durch Pfahlwerke zu ersetzen. Die Bahn ruht sodann entweder un-mittelbar auf den Köpfen der Pfähle, oder auch auf diese gesetzte Holz-wände (l'russ- Warles).