Sonntag 48.
Fr.k23. Das Reich des Herrn aller Herren, deS Königesaller Könige, kann man eintheilen in ein Reich der Ra<tnr, der Gnade und der Herrlichkeit.
I. Das Reich der Natur (Sonntag st n. 10.)umfasset die äußere Welt mit ihren Creaturen, darausGotlcs Macht, Majestät und Herrlichkeit zu erkennen sind.
Icsaia 40, 26. Hebet eure Augen in die Höhe, und sehet!Wer hat solche Dinge geschaffen, und führet ihr Heer bei der Zahlheraus? Cr rufet sie alle mit Namen; sein Vermögen und starkeKraft ist so groß, daß nicht an Einem fehlet. Ps. 168.
II. Das Gnadenreich ist die durch Christum Je--snm ans Gnade und Liebe gestiftete Anstalt, um arme,verlorene Sünder selig zu machen.
Hebr. 12, 28. Darum, dieweil wir empfangen ein unbe-wegliches Reich, haben wir Gnade, durch welche wir solle» Gottdienen, ihm zu gefallen mir Zucht und Furcht. 2vh. 6, 16.Titus 6, 4—7.
Wir bitten also mit dieser Bitte, daß Gott unsdurch sein Wort und durch seinen Geist zu seinen Untcr-thanen machen wolle.
» Diese Bitte geht in Erfüllung, wenn das Christcn-tbnm sich unter Heiden, Juden und Muhamcdanern immermebr ausbreitet, wenn alle Menschen Christen, und alleChristen wabrc Christen werden; wodurch das Reichund die Werke des Teufels immer mehr zerstöret werden.(S. Sonntag 21.) Eines jeden Christen heilige Pflichtist es, selbst ein treuer Untcrthan des Reiches Gotteözu werden, und dann zu beten und zu wirken für dieAusbreitung des Reiches Gottes.
Mit dieser Bitte wollen wir also um ein reichlichesMaß des heiligen Geistes für uns und alle Menschen bit-ten, daß wir und sie rechte Kinder des Reiches Gotteswerden und bleiben, daß dem inneru Menschen nach Vielezu vollkommenen Männern in Christo erstarken mögen,und sich ein ungebenchcltes Chrißcnlhum in Wort undWandel, mit der That und in Wahrheit allenthalbenessenbare.
Matth. 6, NU. Trachtet am ersten nach dem Reiche GotteS,und nach seiner Gerechtigkeit.