Sonntag 36. 107
III. Welches ist das sichtbare Zeichen bei der Taufe?
Das dreimalige Besprengen des Hauptes mit Was-1er auf den Namen des Vaters, des SohneS und desheiligen Geistes.
Das Aenßerliche der Taufbaudlimg ist in der Kirche *nicht immer gleich geblieben. In der ersten ChristlichenKirche wurden die Täuflinge ganz unter das Wasser ge-taucht, und bald wieder aus demselben herausgezogen.In diesem Gebrauche läßt uns der Apostel Paulus einschönes Bild des Todes und der Auferstehung unseresHeilandes, auch die Art und Weise bemerken, wie wiran beiden Theil nehmen sollen. Der Ausdruck „taufen"wird in der h. Schrift oft bildlich gebraucht, z. B. Matth.
11, 3. Joh. 1,33. Apostelg. I, 5. Matth. 20, 23 —' 23.
Römer 6, 4. So sind wir je mit ihm begraben durch dieTaufe in den Tod, auf daß gleich wie Christus ist auferwecketvon den Tvdten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollenauch wir in einem neuen Leben wandeln, v. S—II. Hebräer
12, 24. I Petri I, 2.
Dieser Gebrauch des völligen Untertauchens ist spä- *t cr abgeschafft, theils weil das Clima zu kalt ist und dasLeben der Kinder dadurch zu sehr in Gefahr käme, theilsweil das dreimalige Besprengen dicsclbige symbolische Be-deutung hat; auch hat Christus nichts darüber festgesetzt,und in der ersten Christlichen Kirche war die Bespren-gung neben der Untcrtauchung gebräuchlich.
IV. Zu welchem Zwecke hat Christus die Taufe Fr. 7"
eingesetzt?
1. Als Zeichen soll uns die Taufe auf das reinigende
Blut Jesu Christi hinweisen.
Ephes. S, 2S —26. Christus hat geliebet die Gemeine, undhat sich selbst für sie gegeben, auf daß er sie heiligte, und hat siegereinigt durch das Wasserbad im Wort.
2. Als Siegel soll sie mit einem sichtbaren Pfändeversiegeln, daß wir so gewiß an den Fruchtendes Todes und der Auferstehung Christi Theilhaben, durch Christi Blut und Geist von der Schuldund Herrschaft der Sünde so gewiß gereinigt sind.