Frage 26. 4Il
Die Scliöpfnng, noch mcbr aber die Offenba-rung im göttlichen Worte sind die besten Beweise fürdas Dasein' Gottes und zugleich die Erkcnntnißquellen,um Gott in seinen göttlichen Eigenschaften und Vollkom-menheiten kennen zu lernen.
Gott ist seinem Wesen nach ein Geist und deswe-gen für uns unsichtbar. Wenn die h. Schrift Gott leib-liche Glieder, z. B. Augen, Obren, Hände n. s. w. bei-legt, so will dieselbe durch solche bildliche Redensartenunscrm schwachen Verstände zu Hülfe kommen. So be-denken Gottes Augen Seine Allwissenheit, Vorsorge u. s. w.
Natur und Schrift lehren uns folgende Eigenschaf-ten an Gott kennen:
1. Seine Ewigkeit,
d. h. Gott ist immer gewesen und wird auch immer *sein, er stirbt und vergeht nicht.
Die Ewigkeit Gottes fordert uns ans, unser Vertrauennicht auf vergängliche Dinge, sondern auf ilm, den Unver-gänglichen zu setzen, und die wahre Rubc für unsere un-sterbliche Seele in Gott, dem ewigen Gute, zu suchen.
Ps. 80, 2 — 4. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für undfür. Ehe denn die Berge worden, und die Erde und die Weltgeschaffen worden, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeil. Derdu die Menschen lässeststerben, und sprichst: Kommet wieder Men-schenkinder. Denn tausend Zahre sind vor dir wie der Tag, dergestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.
Zesaias 26, 4. Darum verlasset euch auf den Herrn ewig-li ch, denn Gott, der Herr, ist ein Fels ewiglich. Ps. tot, 3.
2. Die Allmacht,
d. h. die unumschränkte Kraft Gottes, vermöge deren *er Himmel und Erde samint allen Ereatnren hervorge-bracht, diesclbigen fortwährend erhält, und stets Alleswirket und vollbringet, was er will.
Die Allmacht Gottes ist beugend für den ohnmäch- »tigen Menschen, warnend furchen Unbnßfertigcn, tröst-lich und aufrichtend für den Frommen.
I Mos. 17, l. Zch bin der allmächtige Gott; wandle vormirAund sei fromm.