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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
Entstehung
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Beilagen.

stücke wurden so knapp „eingerichtet“, daß sie durch zu großenUmfang nicht verräterisch werden könnten. Verschiedene Taschenmit eingenähten Steinen wurden unter den Kleidern befestigt usw.In meiner Handtasche steckte die kleine englische Juwelenkronein einem großen Wollknäuel zum Strickzeug. Ein großes Strahlen-diadem trug ich, in Ohrenwärmer eingenäht, unter dem Hut, mehrerePerlenhalsbänder um den Nacken, Armbänder an den Armen. Ichwar so schwer mit Diamanten bepanzert (allein acht Rivieren vonSolitair-Chätons um mich herum), daß ich nicht bequem sitzenkonnte. Mein Mann trug große Juwelenschleifen und die Sterneaus der sogenannten englischen Tiara an sich.

So ging es mit dem Nachtzuge nach Köln, angeblich zu einerKonferenz daselbst in privaten Angelegenheiten; Dienerschaft warnicht mitgenommen worden, um alles Geschwätz zu vermeiden.In Köln nahmen wir direkte Fahrbillets nach London. An denverschiedenen Zollschranken etwas geheimes Bangen, doch gingalles über Erwarten gut. In der Nacht in Calais, im Begriffe zumDampfboot zu gehen, bemerke ich die Großherzogin Auguste vonMecklenburg-Strelitz und erfahre, daß ein englischer Regierungs-dampfer sie dort erwarte. Rasch ihr nach, mit der Bitte, uns dieÜberfahrt auf ihrem Schiffe gestatten zu wollen. Im Gefolge derGroßherzogin in Dover ans Land steigend, bleiben zu meinernicht geringen Genugtuung alle Handgepäckstücke undurchsucht,und kam ich später am Zollamte in London mit meinem Koffer,der auch viele minder wertvolle Schmucksachen enthielt, ebensognädig davon.

Wie sehr beklagte ich jetzt, das Szepter und drei goldenemit Edelsteinen besetzte Kronen, welche, bereits als Huthalterhergerichtet, in der Putzabteilung meines Koffers gut Platz ge-funden hatten und dort meiner Meinung nach kaum zu entdeckengewesen wären, aus übergroßer Vorsicht doch in Blumenau zu-rückgelassen und dort im Weinkeller versteckt zu haben!

Sofort nach unserer Ankunft in London eilte mein Mannzum Herzog von Cambridge, um ihm unsern Auftrag mitzuteilenund seine weitern Befehle einzuholen. Nach einigen aufgeworfenenSchwierigkeiten ward endlich von diesem bestimmt, daß sein„Lawyer“ und sein Juwelier mir die Sachen abnehmen und diesedann, mit des Herzogs Siegel verschlossen, im Tresorgewölbeder Couttschen Bank deponiert werden sollten.