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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
Entstehung
Seite
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Beilagen.

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vertrauten Sekretär Bergmann bei sich, der übrigens nicht ahnte,um was es sich handle, und mit dessen Hilfe er dann den inhalt-schweren Koffer und eine Kiste aus dem königlichen in seinenWagen transportierte und mit Fräulein Weber abends bei Dunkel-heit in Blumenau ankam. Am andern Morgen kam Geheimratvon Stockhausen per Eisenbahn, und es ward in meinem Schreib-kabinett bei verschlossenen Türen die Übergabe jedes einzelnender zahllosen verschiedenen Wertgegenstände nach dem Kron-inventar vorgenommen.

Bei der großen Masse der Kostbarkeiten und der Verant-wortung, die ich übernommen, beschlich mich wohl ein innerlichesZittern, doch wollte ich gern tun, was in meinen Kräften stand,und freute mich der Gelegenheit, in so schweren Zeiten auchmeinerseits Nützliches leisten zu können.

Wohlverschlossen wurden darauf die Sachen in meinemSchlafzimmer sichergestellt. Herr von Stockhausen nahm meinVersprechen mit, daß ich dieselben dem Herzog von Cambridgein London zur ferneren Aufbewahrung übergeben würde. Sobaldsolches geschehen, sollte der Hofbankier Ezechiel Simon in Han-nover ein Telegramm mit „all right“ erhalten.

Die nächsten vierzehn Tage vergingen unter eifrigem Über-legen, wie die Aufgabe am sichersten zu lösen. Pläne wurden ge-macht, dann wieder verworfen, Auskünfte eingeholt. Zuerst be-absichtigten wir, über Holland zu reisen und unter der Protektionder belgischen Gesandtschaft oder der Königin von Holland zusuchen, unvisitiert über die Grenze nach England zu kommenEndlich aber ward der kürzeste Weg gewählt und damit all undjede Mitwissenschaft vermieden. Wegen Visitierung (Zollrevision)an den verschiedenen Grenzen mußten wir unserm guten Glückvertrauen und der gehörigen Vorsicht in der Verpackung.

ln • schlaflosen Nächten aufgeregt, quälten mich wohl Bilderder Gefahr, an irgend einer Grenze arretiert zu werden, entwederdes Diebstahls angeklagt oder, wenn dieser nicht zu beweisen,doch in Zeitungsartikeln in der Öffentlichkeit zu paradieren. Umso sorgfältiger ward die Verbergung der Schmuckgegenstände unddie Einwattierung derselben in unsere Reiseanzüge vorgenommen.Jeder Stein mußte dazu aus seinem Etui herausgenommen, mitder Nummer des Inventars versehen, in Watte und Leinen vernähtund dann in ein Kleidungsstück eingereiht werden. Diese Kleidungs-