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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
Entstehung
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BEILAGE NO. III, 22.

(Zu den Textseiten 611 und 612 f.)

Die Bergung der hannoverschen Kronjuwelen.

A.

Meine erste Reise nach England 1867.

Im Februar 1867 kam der Geheimrat von Stockhausen vonder Marienburg 1 ) nach Blumenau mit der Anfrage der KöniginMarie von Hannover, ob ich es übernehmen würde, die sämtlichenKronjuwelen' des königl. hannoverschen Hauses nach England inSicherheit zu bringen. Diese von der Marienburg fort und außerLandes zu schaffen, war durch die mit der preußischen Regierungwegen des Privatvermögens verhandelnden Kommissäre, nament-lich von dem Minister Windthorst, als dringend notwendig erachtetworden. Es konnte mir dieser ehrenvolle Auftrag als Beweis desVertrauens Ihrer Majestät meiner Königin nur im höchsten Gradeschmeichelhaft sein, und im Einverständnis mit meinem Manneerklärte ich meine Bereitwilligkeit, erbat mir nur völlige Freiheit,wie und wann die Wertgegenstände zu transportieren.

Es ward verabredet, daß an einem der nächsten Tage dieerste Kammerfrau der Königin, Fräulein Weber, den ganzen Kron-schatz per Reisewagen von der Marienburg über Herrenhausenund Linden (bei Hannover) der Wunstorfer Chaussee zuführen,dort mit dem königlichen Kutscher so lange weiterfahren solle,bis sie unserm Wagen begegnete. Mein Mann, um der Bewahrungdes Geheimnisses sicher zu sein, fuhr selbst und hatte nur seinen

l ) Stockhausen, früher hannoverscher Gesandter in Wien, fungiertedamals als Oberhofmeister der Königin. Diese hatte sich nach der Be-setzung Hannovers durch die Preußen auf ihr Schloß Marienburg bei Elzezurückgezogen.