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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
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Beilagen.

Unter den hervorragenden Gelehrten, die zu Friedrich III.Zeit auf Gottorf tätig waren, ist vor allen Adam Olearius zunennen. Dieser hatte schon in Leipzig Kielmans 1 ) Bekanntschaft, gemacht, welcher mittelbar dessen Einberufung veranlaßt habenmag. Olearius hat bei verschiedenen Gelegenheiten der VerdiensteKielmans um die Pflege der Künste und Wissenschaften in Prosaund Poesie gedacht.

Zur Hebung des Wohlstandes, des Handels und der Schiff-fahrt in seinem Staate schickte er auf Veranlassung des HamburgerKaufmanns Otto Brüggemann in den Jahren 1633—1635 Gesandt-schaften nach Rußland und Persien, um im Orient neue und vor-teilhafte Handelsverbindungen anzuknüpfen, vor allem aber denSeidenhandel mitOstindien auf dem Landwege überRußland zu führen.

Die erste Reise führte über die Ostsee nach Riga und Moskau,wo Zar Michael Feodorowitsch die aus 34 Personen bestehendeGesandtschaft freundlich empfing und in der Hauptsache auf dieVorschläge des Herzogs einging. Friedrich III. war durch denBericht seiner Gesandten sehr befriedigt und im Oktober 1635wurde eine noch größere Expedition ausgeschickt; sie langte nachmancherlei erlittenem Ungemach über Moskau und Astrachan imAugust 1637 am Ziele, in der Residenz Ispahan, an. Die anfäng-liche Zuneigung des Schahs änderte sich bald durch das gewalt-same und unkluge Benehmen Brüggemanns. Im Sommer 1639heimgekehrt, ward Brüggemann dem herzoglichen Kriminalgerichtübergeben und das Todesurteil an ihm vollzogen. Die viel-erwähnte, denkwürdige große Reise, für jene Zeit eine große undbemerkenswerte Tat, wurde von dem Sekretär der Gesandtschaft,Olearius, ausführlich beschrieben, und der Reisebericht des nam-haften Gelehrten erlebte mehrere Auflagen. Der Dichter PaulFleming, welcher an der Expedition teilnahm, hat sie in seinenDichtungen verewigt. Wir wissen, daß Kielman den edlen, frühdahingeschiedenen Sänger begünstigte, der ihm zum Danke dafürdas erste Buch seiner Sonetten gewidmet hat.

Der Plan des Herzogs, demzufolge das von ihm gegründeteFriedrichstadt ein zweites Amsterdam und der Marktplatz werdensollte, der Europa mit persischer Seide und orientalischen Waren

b Über Olearius siehe Jahresbericht der Realschule zu Aschersleben,1867. Olearius’ Stammbuch, im Besitze des Prof. Veesenmayer in Ulm.