Beilagen.
661
versorgen sollte, scheiterte völlig, und nur die Wissenschaft hatan den beiden so kostspieligen Expeditionen eine Ausbeute gehabt.
Anerkennung verdient der Freisinn des Herzogs in konfessio-neller Beziehung. Den Katholiken und Armeniern gab er dieErlaubnis, sich auf den Resten der in der Wasserflut 1634 zer-störten Insel Nordstrand anzusiedeln.
Kluge Vorsicht kennzeichnen die äußere Politik des Herzogsund sein Verhältnis zu Dänemark. Den ersten Anlaß zur Ent-fremdung zwischen ihm und König Christian IV. bildete dieKoadjutorwahl im Stifte Bremen, worauf Gottorf Ansprüche erhob,weil Herzog Johann Adolph und später dessen Bruder JohannFriedrich Erzbischöfe dieses Stifts gewesen waren. Nach langemKampfe erst gaben die Herzoge gegen Geldersatz nach. EineZeitlang darauf besserte sich das Verhältnis und Herzog Friedrichwar in der Versammlung zu Lauenburg erschienen, welche KönigChristian IV. zum Kreisobersten wählte.
Nachdem die Dänen 1626 die Niederlage bei Lutter amBarenberg erlitten hatten, war der Herzog eitrigst beflissen, seinLand gegen Kriegsdrangsale zu sichern; er empfing Wallenstein,der die Marschen eingenommen hatte, freundschaftlich bei sichauf Schloß Gottorf, ließ sich mit den kaiserlichen Generalen inVerhandlungen ein, trennte zufolge dieser seine Sache völlig vonder des Königs, überlieferte Wallenstein seine Festungen undnahm eine kaiserliche Besatzung in seine Residenz auf. Mit demspanischen Kommissär Gabriel de Roy eröffnete er Verhandlungenwegen Bildung einer Flotte in der Nordsee. König Christian IV. ver-folgte von nun an die Pläne des Herzogs mit Argwohn. ImFrühling 1629 drohte er Gottorf anzugreifen, schloß aber mit dengottorfschen Räten einen Vergleich, welchem zufolge der Herzogversprach, die kaiserlichen Truppen aus seinem Gebiete zu ent-fernen. Bei dem gleichzeitig abgeschlossenen Frieden zu Lübecksah Christian IV. sich genötigt, dem Herzog die ihm abgenommenenInseln Fernern und Nordstrand zurückzugeben.
Nachher stellte sich wenigstens oberflächlich ein besseresVerhältnis wieder ein. Die Entwicklung der später erneuertenEntzweiungen zwischen den beiden Fürsten gelangte in derLebensgeschichte Johann Adolfs Kielman von Kielmanssegg(S. 258—364) zur eingehenden Darstellung.