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Beilagen.
unterhielt eine vorzügliche Hofkapelle unter der Leitung hervor-ragender Kapellmeister, Borchgrevingk und Brade 1 ), Gabriel Voigt-länder 2 ) u. a.; italienische Sänger 3 ). Eine zeitlang spielte eineenglische Schauspielertruppe am Hofe. 4 ) In den Jahren 1612—14baute er die reichgeschmückte Kapelle auf Schloß Gottorf mitdem vielbewunderten herzoglichen Betstuhl 5 ) sowie ein prächtigesBallhaus, später Schauspielhaus. Herzog Johann Adolph beschloßseine nach jeder Richtung ruhmvolle Regierung im Jahre 1616.
Ihm folgte in der Regierung sein Sohn Friedrich.
Es wird geboten sein, hier in großen Zügen der wichtigstenLebensdaten und Charakterzüge dieses Fürsten, dem JohannAdolf Kielman so nahe gestanden, Erwähnung zu tun; wirbeschränken uns aber dabei auf die Zeit seiner Regierung biszum Eintritt des Kanzlers in herzogliche Dienste im Jahre 1636.
Herzog Friedrich war geboren 1597, genoß einen für Fürsten-söhne selten gründlichen, ernsten Unterricht in den verschiedenstenFächern. Reges, früh erwachtes geistiges Interesse, Wißbegierdeund hervorragende Auffassungsgabe erleichterten ihm die Aneignungder Kenntnisse. 1615 wurde er unter Leitung eines Hofmeistersins Ausland geschickt und bereiste Deutschland und Frankreich,als ihn in Paris die Nachricht vom Tode seines Vaters ereilteund zur Heimkehr nötigte. 43 Jahre, unter den schwierigstenZeitläuften, führte er die Regierung in seinem Lande. Im Besitzehoher Bildung und lebhaften, feinen Sinnes für die Wissenschaften,denen er große Opfer brachte, war er von Grund aus friedlichenInteressen zugetan. Vorzüglich beschäftigte er sich mit mathe-matischen Studien und ließ unter anderm nach seinem Entwurfden einst weltberühmten Gottorfer Himmelsglobus konstruieren.Er vergrößerte die vom Vater angelegte Bibliothek, so daß sieeine der größten und wertvollsten in Europa wurde. Er gründetedie Gottorfer Kunstkammer, eine Art naturwissenschaftlich-ethno-graphischen Museums', welches einst das Interesse der nam-haftesten Gelehrten beanspruchte. In seinem Aufträge verfertigte
b Historisk Tidsskrift, 6. Folge, 4. Bd., 428. Bestallung dat. 20. Okt.1622 (Staatsarchiv Schleswig).
2 ) Allg. deutsche Biographie.
3 ) Gregorius Chelli 1635—1639.
Der Leiter Richard Burbeck erhielt das Bild des Königs (1636).
6 ) Rob. Schmidt, Schloß Gottorf.