Beilagen.
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wollender Herrscher und bewahrte bis zu seinem Tode 1586Anhänglichkeit an das dänische Königshaus. Seine Residenzhatte er auf dem Schlosse Gottorf eingerichtet, welches in seinerHochzeitsnacht abbrannte, jedoch im Laufe von drei Jahren durchitalienische Baumeister wieder hergestellt wurde.
Ihm folgten in der Regierung seine beiden im Laufe vonvier Jahren jung verstorbenen Söhne Friedrich (II.) und Philipp,worauf der dritte Sohn Johann Adolph 1590 zur Herrschaftkam. Mit ihm beginnt die Glanzperiode Gottorfs. Er heiratete 1596die Schwester König Christians IV., und trotz kleinerer Streitig-keiten erhielt sich das gute Verhältnis zwischen Gottorf und Däne-mark während seiner ganzen Regierungszeit 1 ). Den Ständengegenüber betätigte er sich als ein sehr willenskräftiger Herrscher.Veranlaßt durch seine Mutter, die Tochter Philipps des Groß-mütigen, hatte er seine Erziehung am Hofe zu Cassel genossenund hatte dort Zuneigung für die kalvinische Lehre gewonnen.Dies äußerte sich später durch die Verabschiedung des gottorf-schen Superintendenten Fabricius und die Einberufung eineshessischen Geistlichen an seiner Stelle.
Herzog Johann Adolph gründete 1606 die später so berühmteGottorfer Bibliothek aus den Bücherschätzen der alten KlösterCismar und Bordesholm. Die ersten Bibliothekare, die der Herzognach Gottorf berief, Johann von Wowern, Chyträus und Linden-brog 2 ) zählen zu den berühmtesten Gelehrten des Jahrhunderts.Die Bibliothek war reich an wertvollen lateinischen und griechi-schen Handschriften und Chroniken des Landes und erwarb schonzu Herzog Johann Adolphs Zeiten europäischen Ruf.
Für die mathematischen Wissenschaften bekundete der Herzoglebhaftes Interesse 3 ) und widmete sich botanischen Studien. Er
*) Waitz, Geschichte Schleswig-Holsteins II, 428 ff.
-) Heinrich Lindenbrog wird 1610 beauftragt, die Bibliothek zu ordnenund eine Registratur aufzunehmen, zugleich als Informator des jungenPrinzen bestellt (Eid u. Revers, Reichsarchiv, Kopenh.). — Befehl anMag. Georg Ludwig Frobenius, jährlich eine Anzahl Bücher für die Biblio-thek zu schaffen (ib. 1607). Vgl. Werlauff, Historiske Efterretninger omdet störe kong. Bibi, i Kjöbenhavn 1844, 158ff.; Merzdorf, Bibliothe-karische Unterhaltungen, Neue Samml. S. 75ff. Zeitschrift der Ges. fürSchleswig-Holstein-Lauenb. Gesch. XIII, 67ff. u. XIV, lff.
3 ) Dr. Ludwig Hennisch, als Mathematikus bestellt 1622 (Reichsarchiv).Grabschrift ehemals im Dom zu Schleswig (Ulrich Petersens Samml. ib.).
Kielmansegg, Familienchronik. 42