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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
Entstehung
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aus Holstein.

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Vermittlung beim Kaiser wegen der Amnestie seines Landes,die ihm zugesagt worden war, durch Kielman bezeugen.

Von seinem Aufenthalte in Frankfurt wäre noch zu er-wähnen, daß als er dort „zu Schiff gehen wollte, der Rat derStadt zwei Bürgermeister und einen Syndikus mit 24 StübchenWein, die von 12 in rothen Röcken gekleideten Dienern getragenwurden, an ihn absandte“. Er lud diese Herren sofort zu Tischund gesteht, er habe „sich ihres Weines über die Nothdurftbedienet“. Nachmittags schickte der Rat die prächtige Rats-kutsche vor seine Herberge und lud ihn ein, den Römer unddie originale goldene Bulle Kaiser Karls IV. zu besichtigen.Der Tisch war dort „voll Confect und allem und jedem, deres begehrt, frei zu trinken gegeben“. Die Bulle war „selbstschlechten Anschauens, ein altes, in rothes Pergament ge-bundenes Buch, worunter die Bulle von Gold mit dem BildnißCarl IV. in Reichsthalergröße hängt“. Vom Römer aus wurdeer dann bis an den Main auf das Schiff begleitet, welches ihnam Mäuseturm bei Bingen, Caub und Coblenz vorüberführte.

In Düsseldorf ließ Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm ihn inseiner Leibkutsche, mit sechs Pferden bespannt, nach demSchlosse abholen. Die Gassen, welche er passierte, waren zubeiden Seiten mit Musketieren besetzt. Oben im großen Saaldes Schlosses standen 50 Trabanten „in Liberei“ mit Helle-barden. Von diesem aus wurde er durch drei andere „nochherrlicher bekleidete“ Gemächer geführt. In jedem standenHerren vom Adel, „die insgesamt sich sehr ehrerbietig er-wiesen“. Sein Zimmer war ein überaus schönes, mit Gold-leder bezogenes Gemach, das Bett war „mit güldenem Tuchverhängt“. Kielman verlebte am Hofe des Pfalzgrafen genuß-reiche Stunden. Mit trockenem Humor erzählt er, daß alser zur Abreise ins Schiff steigen wollte, Hofbediente ihm nach-gelaufen kamen und ihm bedeuteten, „daß seine Zimmertapeziert gewesen, und daß er sie dafür annoch nicht regalirethätte“.

Über Wesel, Dewenter und Zwolle ging seine Reise nachEmden und Oldenburg. Am 8. August langte er in Glückstadt