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III. Die Grafen von Kielmansegg
zogs Bewunderung. Er vertraute ihm, daß Holland schon im Be-griffe stünde, eine Gesandtschaft nach Persien auszurüsten. „DieHolländer“, äußerte er, „wollten alle Handlung an sich ziehenund der ganzen Welt das Brot für den Maul wegnehmen.“ Beijedem Besuche kam ihm Trauttmansdorff schon im Vorzimmerentgegen und Kielman „hat allzeit müssen vorhin eintreten“.
Mehrmals hatte Kielman seinem Landesherrn über diezuvorkommende Art berichtet, mit welcher er von Trauttmans-dorff behandelt werde, so daß der Herzog sich veranlaßt sah,dem letzteren in einem Schreiben vom 15. März 1641 „dess-halber freundtlich Danck zu sagen“.
Auch beim Reichsvizekanzler Baron Kurz*) hatte Kielmanwiederholt Zutritt. Dieser machte ihn insgeheim mit der ebeneingelaufenen Nachricht von dem zwischen Schweden undHolland gegen den König von Dänemark wegen des Sund-zolles geschlossenen Bündnisse bekannt und hob hervor, „daßdie Intention der Schweden und Holländer dahin zielte, dieganze Welt zu verstricken“. Kielman brachte die Anhänglich-keit und Opferwilligkeit zur Sprache, die der Herzog von Got-torf Kaiser und Reich in den Kriegsjahren erwiesen. Das LandHolstein habe im Jahre 1638 allein 128.000 Reichstaler barbezahlt, was kein anderer Stand des Reiches geleistet hätte.
mings deutsche Gedichte, S. 867). Vermutlich auf des letzteren Empfeh-lung wurde er 1633 Bibliothekar des Herzogs Friedrich III. in Gottorf,der ihn dann in Gesandtschaft an seinen Schwager, Zar Michael Fe-dorowitsch, nach Moskau und weiter nach Persien an Schah Sesischickte. Olearius veröffentlichte nach seiner Rückkehr 1639 eine in mehr-facher Beziehung merkwürdige Beschreibung seiner Reise: „Beschrei-bung der moscovitischen und persischen Reise“, Schleswig 1647,die das höchste Interesse erregte und viele Auflagen erlebte. In Persienmit der Landessprache vertraut geworden, lieferte er eine Übersetzungvon Saadis „Gulistan“ unter dem Titel: „Persianisches Rosenthal“, Schles-wig 1654 und 1660. Olearius, der auch Gedichte in lateinischer Spracheverfaßte, starb 1771 zu Gottorf. Während seines ganzen Lebens war erein Vertrauter und warmer Anhänger Johann Adolfs.
*) Ferdinand Sigismund Kurz Freiherr von Senftenau war 1637 bis1659 Reichsvizekanzler. (Fellner-Kretschmayr, Österreich. Zentralverwal-tung I, 276 und 284.)