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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
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aus Holstein.

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doch mußte er, obgleich zur bestimmten Stunde angesagt, zuseinem geheimen Ärger erfahren, daß „ein Pfaffe aus Trident“vor ihm und lange Audienz beim Kaiser hatte. Beim Eintretenmachte er an der Schwelle „wie sichs gepührt mit guter Manierunterschiedliche Reverenzen mit Submission und Modestie“.Der Kaiser reichte ihm die Hand zum Kusse.

Kielman brachte zuerst den zwischen seinem Herrn undden Herrschern von Württemberg, Hessen und Baden obwal-tenden Rangstreit zur Sprache, gedachte des zwischen denReichsfeinden Herzog Georg von Lüneburg mit dem schwedi-schen Feldherrn Banner abgeschlossenen Bündnisses und er-wähnte die zwischen dem König von Dänemark und derReichsstadt Hamburg stattgefundenen Zwistigkeiten.

Der Kaiser antwortete hierauf, an einem Tische stehend, „ingnädigen Worten, wiewohl etwas leise und sehr geschwind“.Kielman überreichte ihm ein Memorial des Herzogs, „welchesIhre Majestät die Hand ausstreckend annehmen wollte“, er aber„zur Bezeigung mehrerer Devotion bei deroselben auf den Tischniedergeleget“. Der Kaiser hatte dabei „das Haupt etwas zu-geneiget“, worauf Kielman nach einer dreimal nacheinanderwiederholten, sehr tiefen Reverenz das Audienzzimmer verließ.

Mit dem Grafen Trauttmansdorff 1 ) hatte Kielman wieder-holt vertrauliche Unterredungen. Die Art und Weise, in welcherjener dem nur 28 jährigen angehenden Staatsmann begegnete,zeugt von der hohen Achtung, die Kielman selbst den hervor-ragendsten und gewiegtesten Diplomaten einzuflößen vermochte.

Trauttmansdorff unterhielt sich mit ihm über die persischeReise Olearius’ 2 ) und zollte dem Unternehmungsgeist des Her-

b Maximilian Graf Trauttmansdorff (geboren 1584, gestorben 1650)war seit 1634 leitender Minister am kaiserlichen Hofe und jener berühmteStaatmann, dem ein Hauptverdienst am Zustandekommen des Westfäli-schen Friedens gebührt. (Vgl. Mayers Geschichte Österreichs, Wien, 1901,S. 117.)

5 ) AdamOlearius (latinisiert für Oelschläger), ein berühmter Ge-lehrter seiner Zeit, geboren um 1600 zu Aschersleben, hatte in Leipzigstudiert, wo ihn Johann Adolf Kielman kennen lernte (Lappenberg, Flem-