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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
Entstehung
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III. Die Grafen voii Kielmansegg

Am 4. August 1640 brach Kielman von Gottorf auf undlangte in Begleitung des dänischen Abgesandten Christophervon der Lippe erst einen Monat später in Regensburg an.Nach feierlichem Gottesdienst in der Domkirche wurde derReichstag eröffnet. Der Kaiser nahm auf dem Rathause seinenSitz im Thronsessel ein, rechts von ihm die kurfürstlichenAbgesandten, dem Kaiser am nächsten die kurmainzischen,die bayrischen, links Cöln, Sachsen und Brandenburg. FürTrier, dessen Abgesandter „gleichsam in Wien verstrickt war“,stand der Platz leer, darauf folgten die kleineren weltlichenFürsten. „Jeder Theil“, sagt Kielman, „nahm nach vielem Ge-fecht seine vermeintlich beikommende Stelle ein.“ Von densämtlichen Reichsfürsten war niemand zugegen.

Wenige Tage darauf fand die erste prächtige Ausfahrt desKaisers und der Kaiserin statt. Die Bürgerschaft war insgesamtunter Waffen, von allen Wällen wurde mit grobem Geschützgeschossen. Die kaiserliche Kutsche, mit gelbem Tuch über-zogen, ward von sechs sogenannten Schweißfüchsen gezogen.Der Kaiser saß in einem überall mit Silber besetzten Kleide imWagen, die Kaiserin ihm gegenüber „und also rückwärts“.Hinter der Kutsche wurde die Kesseltrommel eifrig gerührtund Trompeten bliesen darein, es folgten etwa 100 Arqaebusirerzu Pferde, darauf „das Frauenzimmer“, insgesamt 60 Kutschen.

Kielman hatte seine Wohnung im vornehmen Gasthof „zumSpiegel“ aufgeschlagen, betrieb eifrig Verhandlungen mit sämt-lichen Abgesandten, denen er je nach der Vornehmheit ihrerPotentaten seine Aufwartung machte oder sie zur ersten Be-grüßung in seiner Herberge empfing.

Es würde zu weit führen, auf seine einzelnen Unter-redungen mit den verschiedenen Diplomaten näher einzugehen,wir beschränken uns darauf, die merkwürdigen Begegnungenzu schildern, die er mit den hervorragendsten Staatsmännernjener Zeit zu Regensburg hatte.

Seiner ersten Audienz beim Kaiser gedenkt Kielman be-sonders ausführlich. Im Vorzimmer der Hofburg wurde er vomOberkammerherrn Grafen von Buchheim „höflich“ empfangen,