Druckschrift 
Zur Gedächtniss-Feier Sr. Majestät des hochsel. Königs von Preussen Friedrich Wilhelm III : drei Reden
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

41

fahrt. Will man Ihm ein geschichtliches Prä-dicat beilegen, so mnß man Ihn FriedrichWilhelm den Gottesfürchtige:! nennen,denn christliche Gottesfurcht durchdrang Seinganzes Wesen, sie trug den Menschen und denKönig. Der stille tiefe Einfluß ungeschmink-ter aufrichtiger Frömmigkeit erklärt es uns auchallein, wie bei Ihm das, was bei andern, auchvorzüglichen Menschen, doch noch gewöhnlichContraste, Widersprüche, Schärfen und Härtenherausstellt, sich bei Ihm zur Harmonie undEinheit verschmolz, eine Harmonie und Ein-heit, welche nur allein das Alles versöhnende,Alles vermittelnde, Alles ausgleichende Christen-thum zu bewirken vermag, da wo es in der Brustder Gläubigen Geist und Leben geworden ist.So in dieser Verschmelzung und Harmoniegestaltete es sich bei Ihm. Denn, unbe-wcglich fest und ernst, war Er doch milde undzart. Arglos und unbefangen, und doch vorsichtigbesonnen und klug. Voll Ernst und Würde,in der man nie den König vergaß, und dochschmucklos und einfach. Strenge gegen Sick,Selbst, schonend gegen Andere. Heiter und le-bensfroh, vorzüglich im vertrauten Kreise der