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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Seite
965
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vom heil. Röln. Reich.

96;

denen bester verfaßten kreysen zur ob5erv-mtzundwürcklichkeit versetzet und unabläßiichdarüber gehalten würde. So würde die ed-,»!e compoges barwonicg des Deutschen landesauf feinem eigenen fuße und bs5 feste stehen/».feiner haupt-maximen die auf frieden undruhe-stand abzielen/ sich rechtschaffen erfreuen/und vor denen beschwerlichen nachbarn undandern schädlichen würmern/welche dessen vi-,>lLcta und wohlfeyn hiebevor oder bißanhercorroäiret und ausgesauget haben / gnugsamNutzbarksil gesichert seyn können. Denn wann dieseswann innerliche interesse des Teutschen Reichs rechtftin inmesse gefassec und zur gangbarkeit gebracht würde/kennet Wen Dorff!e sich Franckreich nimmer unterfangen/oranckrelch. großmächtigen Reiche solche böse undlandes-verderbliche stücke und tücke zu spielen.Denn da in Teutschland der miles perpetuuszum stände käme/ und an denen gräntzen inguter rep2rtltl0n, bey guter Verpflegung/ nachbefinden abwechselung/gnugfamen unterhaltund Versorgung (worzu die Magazinen leichtangeleget und der angriff des vorraths baldund unfehlbar mit der nachführe und ersatzzufourniren wären) conlerviret würde/ so ist nim-mer zu glauben / daß Franckreich / welches sogrosse armeen nicht aufbringen kan/ als dasReich/wenn es wieder zu seiner conliltentz kom-men solte/ sich mit bottilitäten ferner vergreif-fen/ und diese mächtige nation wider sich rei-hen würde; muß es doch denen Schweitzerngute Worte geben / und diesen frey - staatin ruhe und würden lassen. Und also wäredas äußerliche incerefse durch eigene krafftegerettet/ und bedörffte man keiner fremden alli-antzen/ noch solcher beschwerlichkenen/ die soviel unhei! nach sich ziehen. Dabey aber die-ses alseinen gruud-regul zu beobachten/daßbey denen Kayserüchen und Reiche-armeenund trouppesgute disciplin gehalten/etzppenverglichen / nach selbigen baar bezahlet / kei-ne gelder noch victualien/futter/:c. erpresset/und bey lebens-strafe verbothen auch ernstlichvon der Generalität darüber gehalten werde/daß der mächtigere stand den andern schmä-lern durch marches/ remarches/ camonirung/qvartiere und dergleichen nicht rulmre/ und/wie wohl eher geschehen/ veranlasse/ daß diegedruckten Mit-Stände und umerchanenlieber den feind als diese freunde und schützevbey sich sehen.

Gegttt Ita- AusItaljen hatTeUtschland nichts zu befah-dmPottn? ren/der pabst ist zufrieden/ wann er vor demM. ' Kayser bleiben kan/welchen zwar auch Franck-reich nicht zur krafft in Italien kommen lassenwird/ sondern aufsolchen fall wird derkirchen-Staatgnugsameproteäkion finden/ wann derPabst seine gefälle von denen stifftern/psllüs»^.r.3ten und seine conKrM2tlonsflur3,ingleichen diehergebrachten jurisälätionmnd äissenlatwn-säl-le in lalvo erhält / wird er sich weiter nichtviren. Es begehet auch keiner die thorheitmehr/daß er sich also reuthen lässet mit dembann und Verhetzungen/ wie in denen finstemzelten des ^otatus ^Uäebtanäini und bey fol-genden Übertölpelungen/ darein sich die Teut-sche nation stecken ließe. Die andern Für-sten in Italien haben weder die macht nochden willen/ denen Teutschen ein Huhn zu krän-

cken / wann sie nur bleiben können. Der Her-zog von Gavoyen hat um so viel mehr ur-sach/vor das Reich zu seyn / weil er dessen Va-sall und stand/ und auch zu schwach ist/ wasgefahrliches zu entrepremren« Die Schwe-izerischen Lantons und angewandcene öe-rer haben die maximen von frieden/ wie dieVenctianer / (Aenuestr und Holländer/und gauäiren/ wann sie der Teutschen ihr brodtessen/ und ihre Materialien zu ihren fsbnguenbekommen/ und das geldaus Teutschland ansich ziehen können. Der Türckische Sultanist zwar ein immeäizeer nachdar an den Kaystr-lichen Teutschen erblanden/ er wird aberschwerlich von Dakmatien und der orten diefeindseligen wassen ausbrechen lassen ; und dadessen frieddruch in nechstverwichenen zeltenziemlich abgestraffet worden/ wird er auch inHungarn nicht so leicht rompiren und einfallen/imnassen aus der friedliebenden conämee ge-gen die jetzige Hungarischen unruhen abzu'nehmen. Hat aber auch der Kayser und dasReich derQttomannischen macht und derFran-tzöischen pra-potentz zugleich widerstehen kön-nen/ dergleichen anfal! von osten und Westendoch wohl so bald nicht wieder zu hoffen; war-um solte sich die Teutsche armee vor der Tür-ckischen fürchten/sie wende den sebet hin/wo-hin sie wolle. Polen stehet in voller comku^ttion, und schwächet sich durch die wider ihrenrechtmäßigen König Augustum ll eingela-dene Schwedische sreffer/ und der Graftes-chinskp ist mit seinem anhange sowohl ruini-ret/ als wenig die anderen auch seide dabeyspinnen/ die denen clouceurs ihres Königs fol-gen und noch äusserlich mitihme halten. ' Da-her es scheinet/dieses Königreich werde die je-tzigen fatalitäten so leichte nicht verwinden;gesetzt aber/es käme wieder zur vorigen macht/so bestehet doch ihrelorce in derleichten caval-lerie/ und kan gegen die Teutschen regimen-ter/ sonderlich infanterie undgrenadiers nichtlange stehen. Es ist auch wider das interesse vondiesem staat/ kriege/ zumahl gegen

Teutschland zu führen / und in Hveur vonFranckreich hat man sich in Schlesien undMähren keiner mvalion zu befahren. Sie ver-stehen die attaguez und belagerungs-arten auchnicht so wie dieTemschen/ sind mit der artillerieschlecht bespannet. tt. Schweden hat Teu/sch-land durch Teutschland vormahln bekrieget/wird es aber nun so leichte mit dem Reiche nichtverderben/ und zum dienste der Cron Franck-reich mit Brandenburg oder Dännemarckbrechen; auch sich vielleicht noch wohl beden-cken/ den so lang angedroheten einfall in Sach-sen zu thun/unter dem prXtsxt des schutzes vonder religion Schlesien weg zu nehmen/und imOber-Sachfischen kreysemk'avor vor Franck-reich Mverlion zu machen ; nachdem es beydem letzten feindlichen vorbruche und kriege vonBrandenburg und andern hohen alliirren sol-che schlüge bekommen/ davon es kaum heilworden/ undzweymahl an einen stein vorsch-lich anzustoßen/ist so nachtheilig als flisreputir-lich. Wo wolte aber auch die macht bet-kommen/ sich gegen das gantze Reich aufzubäu-men? Es stehet auch/wie es Bayern und Cöllnietzsgehet/unv wird die Teutschen provmzienFfffffz nicht