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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
963
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vom heil. Röm. Reich.

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Das Reichist ein Droßlmächtigerstaat.

tiren / und ihre kriegs-macht so anwenden wol-ten/wie oben an seinem orte der ohnmaßgeblichevorschlug geschehen / so würde ein Kaysernoch wohl zu solchem kammer-gute und ein-kommen gelangen können/ davon er die ma^ni-i ^cen? und das luttre seines stams behaupten undsich und das Reich in großmachtigem ansehnerhalten konte.

Klette zöüe auszulegen/und daher etwas er-giebiges zu nehmen / würde nicht rathsam seyn/denn je geringer die zolle und impostcn gefastetwerden / desto mehr blühet Handel und wandet.Wann die Wann nun einmal)! zur schay-kammec desReichsschatz- Reichs die qvellen eröffnet und gangbar ge-kammer am macht worden / würden sich zwischen Haupteteus-ch mich und gliedern zur Verfassung des Reichsregiements kamnicr-ffaats und eines solchen coüeZii,welches mit des Reichsund zumKayftrlichcnstaat gewiedmeten einkommen und ausgabenzu thun hatte/ leichtlich weitere conliüa undVereinbarungen finden.Von der macht des heil.Rom.Reichs Teutscher Nation solte man nungar ein schlechtes urcheil zu fallen haben / wannman es nach denen einkünfften und nach denenofft sehr zerstreueten inceresse und weniger törce,wormit der leib das Haupt ausrüstet/verwahretund stärcket/urcheilen solte.Und gleichwohl hatdas heil.Rejch alle eigenschaffcen und vor-theüe/welche der großmächtigffe staat ha-ben soll/und kan/in behöriger ordnung gebrau-chet/ wann nur die eintrachc gepstantzet und er-halten/auch alles zum rechten nutzen angewandtwerden. Wie wäre aber auch einem staatder potentizlimatusiwenn man so reden dürffre/zu versagen / der so ein großmachnges Ober-haupt hat/ und dessen glieder in ziemlicheranzahl vor Potentaten index rvcltpaßi-ren? Diese Großwacht nun bestehet ausgnugsamen volcke/gelde und andern Not-wendigkeiten so inner-als-ausserlich.

Was Teutschland vor vortheil an tapfre-rer mannschaste/ und zahlreichheit an ge-lehrten/ deren zwar fast gar zu viel diesen nah-men führen/an künstlern und andern hand-werckssteuten / sonderlich auch bey denen 5a-Krisen der waffen und gewehrs/der artille-rie/der ernst und lustfeuerwerckern/an Pfer-den/ auch an denen zur bekleidungder militzbenöthigtcn wahren habe/und was vor schö-ne mächtige prooinzien dazu gehören / wasvor ein grosser stattlicher Adel darinnenfty / was man vor beqveMe gelegenheitzu Magazinen habe/ was vor schätze diebergwercke zur ausbeute geben/ was vor herr-liche/ grosse/ nahrhaffte stadte darinnen anzu-treffen/ was vor vestungen/ passe und clau-se» an denen granyen und innerhalb dererkrepseangeleget/ und was mehr zur darstel-lung der macht dieses fürtrefflichen Reichs an-geführet werden könte / das ist allbereit obenfol.8ssgg.und hin und wieder bey beschreibungder Kayserlichen Chur-und Fürstlichen lan-derund provinzien nicht minder bey dempun-Äo 5ecuritati5 publicX mit einbracht worden.Daß aber das Teutsche Reich bey seinerinnerlichen grossen mache und reichthumgleichwohl so ohnmächttg/daß man die wald-städte in der Schweitzer ihre protection geben/daß man sich Straßburg / Luxenburg und an-drste Haupt - Handlung.

Di-- aroß»»nacht beste-het aus vol-<ke/ gelde/getverbv.

TeutscheReich ist beyseiner grosfen machtarm.

dere platze im frieden vor der nasen wegneh-men lassen müssen/ daß man nicht so viel zusam-men schießen wollen/daß man das sortKehl ver-sehen und conlcrviren/ die graben beyPhilipps-burg räumen/und die zerfallenen wercker re-pariren lassen können ; daß wir fremden na- Ursachen destionen vor ihre bagateilez und galanterien/deren ^muths.wir gar wohl zu entrathen vermöchten/unsergutgeldgeben/ unsere hohe und niedere stan-des - Personen guten theils/ um vanuäten zu er-lernen / oder auch leib und feele zu schänden / inFrankreich reisen lassen; daß wir die manufa-cturen nicht besser anlegen/sondern unsere ro-he Materialien an fremde örter zur fabriqve aus-lassen/ und sie hernach so theuer wieder abneh-men/und dahero dieHoll-undEngelländer/auchvormahln die Frantzosen Millionen zehlen kön-nen/ da Teutschland kaum tonnen goldes rech-net/das ist vom übet/ und zeigt in dem armuthegrosse thorheiten an. Wenn man erweget/Wo daswas die Oesterreichischen erblande vor viele NM?Millionen innerhalb weniger jahrs-srist aussge- kömmt/wendet/ wie in manchem Churfürstenthumedergleichen geschehen/und fraget/wo diese men-ge geldes Millionen Millionen hingekommen/sowird die antwort schwer fallen/weder Frank-reich noch Italien isiso geld-und volckreich alsTeutschland / als welches in die fremde vonHeyden so viel verschicket/und doch noch mächtiggnug bleiben/ja seinen feinden/sonderlich demerbftinde Franckreich das Haupt bieten zu kön-nen/ wann es sein mteresse recht begrei-Waswrvo?-sen und cultiviren wolte/ so würde dasTeursche Reich das regimene führen/ sein meereOFranckreiä) würde den frieden nicht so offt ge-^"^-brochen und darinnen nicht so viel verwüstetoder an sich gezogen haben / man würde diealten grantzen bald wieder erlangen/die Lom-bardei Moyland und den Burgundischenkreyß/ ja selbst das Königreich Arelat/ die stiss-ter Metz/Tul! und Verdun und andere so pro«vincien als gerechtsame wohl wieder herbeybringen können: denn hat Savoyen mit sei-nen alliirten des nähern mahls Pignero! als ei-nen güldnen schlösse! aus der Cron FranckreichHänden wieder bekommen können/warum sol-te es nicht möglich seyn / diese schwülstige fried-haßige nation zu Haltung des friedens zu obli-giren/ also daß ein schwerdt das andere in derscheide behielte. Es würde so dann ohnnöthigseyn/bey Engell-und Holland gleichsam ssrots-ckion zu suchen/und sich mit so theurer Bezah-lung alliantzen zu erkauffen/ und diese natio-nes biß ins marck und Hertz von denen obemReichs-kreysen zur hülste kommen zulassen/dergleichen man noch nie gehöret / oder in derHistorie gelesen; da man Hergegen wohl weiß/daß die Sachsen und Anglen Engelland einge-nommen/bevölckert und beherrschet haben.HatFranckreich zrvepmahl hundert tausendmann in denen zu unfern zeiten geführten krie-gen gegen dasReich und dessen hohe AlliirtenAU felde führen können/ so ist von uns obendargethan worden / daß auch Teutschlandohne seinen schaden dergleichen und mehrzu thun machtig sey; und daß die Teutschendauerhaffrer sind/ und unter guten Generalenüberhaupt mehr dienste thun als die Frantzosen/solches haben zu allen zelten die proben gegeben.

Fff sff 2 Daß