962 DcöEuropäischen Herolds erste H aupt-Handlung
„als Fürstenlhümer/ Grafschafften/ städte und und Stand wegen seines kammer - guts vor
„dergleichen/ ohne vorwissen der sieden Chur- recht und billich hält / und worauff er/ da es
„suchen niemand zu leihen/ noch ex^^n-ien nöthig/ bey denen hohen Reichs - tribunalien
„darauff zu geben/sondern selbige zur unterhal- hülfe suchet und findet. Die vorschlage kön- Vorschläge
„tung des Reichs / und der nachkommenden ten auf recluNion der Italiänischen und^d«^
„Könige und Kayser behalten / einziehen und Lombardischen Fürstentümer / Graf R<lchs-kam,„mcorporiren zu lassen. Es ist aber diesesal- und Herrschaften/ nicht weniger auf die^'^'les nie beobachtet worden/ sondern wie es von krancke Lomes, die alten Reiche - stiffeecZeiten Kaysers Rudolphen hergegangen/ daß tNey / Tull und Verdun / das Tlsaß/die Kayser entweder ihren söhnen und nach- Vrejßgorv/ und was man noch mehr untersten lehn - unverwandten oder andern Chur- göttlicher Verleihung von conguseen von Bur-und Küchen selbige wiederum verliehen / die gund unddem Königreich Arelat machen kön-stadre aber/ so als kammer güeer und eigen- te/ worzu bey dem jetzigen Reichs - kriege die ^ehum des Reichs sonderlich in Schwaben herrlichste gelegenheit erscheinet/und die kriegs- DO«nd am Rhein in ihrer freyheit und jurs tta- «leclarstion wider die Cron Franckreich undtus kommen lassen. Und wann es andere nicht den vuc 6' änjou dahin anweiset. Dann aufausbitten dörffen/ so haben es die Churfürsten wahrhaftige incorporation der heimfal- ^selbst gethan/ und so viel/ als verbanden/ oder lenden Reichs, lehn/ wormit ietzund ein an-auff die -Ipertur zu stehen kommen können / vor fang mit dem Landgrafthum Leuchten-sich erlanget; etlichen sind auch damit ihre dar- berg in Bayern zu machen/da Hertzog Mu-tagen und aufwendun^enan volcke und gelde ximilian zu Türckheim verstorben/ und derlstizfaciret und vergnüget worden. Welche Churfürst in Bayern / als sonst unstreitigerallesamt so wenig revocsbel, als gewiß die clau- nechster agnat und lehns - folger/ der luccelLoasul in dem zo an. der wähl - capitulation ihnen Hey seiner jetzigen schweren verwürckung unfa-ihre rechte und sreyheiten/ deren auszug der hig/ und also das Reich jurs aperturse öc csclu.
Kayser auch bey seinem Ertzhause Oesterreich eieatis zur luccelkon zu schreiten befugt ist/ dazuund denen erblanden gemacht/ die pollelliones man auch die privations -und bann,fälle beybefestiget. Man könte muchmaßen/ es wal- geistlichen und weltlichen Churjursten/ zMdaß des tete ein interesse ilstus vor das Ertz-Hauß Oe- Fürsten und Ständen/ mit ziehen könte/ doch^erreich darinnen/ daß/nachdem es von grossen mit absicht aufdie Kayserliche äsclsrstion des^wach sey?provintzien des Reichs soviel an sich gebracht/ landfriedens 6s A. 1548 art. z. Denn kanauch die beyden Cronen Hungarn und Böh- man um friedens und der gemeinen ruhe wil-men erbgangs-weist erworben/esnunmehro/ len viele und grosse Ertz-stiffrer/ Bistthümer^ ^so zu reden / dem Reiche einem zorn entfitzen/ und Prälaturen samt ihren landen lecukrilirenund wenn die Kayserliche Cron einem andern/ und theils an fremde abtreten / warum solteals einem Ertz - Hertzog zum Römischen Kö- denn nicht dergleichen vor die Unterhaltungnige erwehlten/ aufgesetzet werden solte/ vor des Kayserlichen throns geschehen können?sich einen souverainen grossen staat/ nehmlich so könten auch aus denen Reichs -und ansee- ki'Baus dem Königreiche Böhmen/ Schlesien/ städten die bey friedens,zeiten überschies-Mähren und denen Oesterreichischen schönen sende gefalle/ die öfters ohne dem nicht garprovintzien empor richten könte nc. hergegen zu wohl angewendet werden / ingleichen die ^wenig Churfürsten oder noch weniger aus dem lublidia ckaritaelva der unmittelbaren freyenFürstenstande sich auf die wähl einlassen/und Reichs-Ritterschafft/indie Kayserliche pa-sich durch eigenen unterhalt der Kayserlichen trimonial-cassa kommen,allerhöchsten dignität ruiniren würden. Folg- Die Reichs lehn in Italien/ welche zwarlich müssen die Churfürsten jedesmal)!/oder sonderlich wegen der Päbstlichen/Spanischenso lange als GOtt dieses hohe Hauß gefriste- und anderer ihrer eingriffe sehr unrichtig Wor-te/ auf einen regierenden Ertz-Hertzog in Oe- den/und in dem letztern Frantzöischen kriegesterreich/der krönen hinter sich sühret/rsSsäliren. doch zOooOO duplonen haben eriegen müffen/
Undwowolte/wann ein Grafdes Reichs/der könten alle jähr so viel tragen / wann man sichnicht mehr als Graf Rudolph von Habsburg ihrer annähme / die mvslwuren wieder in rich-an zeitlicher macht und vermögen hätte/den tigkeit brächte/die lehns-säuz nicht instaat führen/ und wodurch weiter seine Kayser- Teutschland/ wohin die Vasallen nicht gern ret-liche macht erhalten ? Ob wohl jedes volck/ sen / sondern in Italien verrichten lieffe/ sie ge-welches einen König oder Oberhaupt über gen die Unterdrückung des Pabsts und anderersich coMtuiret/ dafür zu sorgen hat ; so ist grösserer Fürsten und Staaten in Italiendoch in Teutschlands solches/ nachgerade der schützte/ derer banditen Plünderungen undjetzigen art zu leben / nimmermehr zu hoffen, einfallen nachdrücklich steurete/ zc.
Denn wie schwer gehen doch nur zehen Römer- Von der Iudenschafft im gantzen heili-
monate ein/ die aus Reichs - tagen verwilliget gen Reiche eine jährlich ergiebige steuer
werden ? und welcher Stand würde doch sich zu erfordern / wäre um so viel billiger/ als
entblöftn/um den nackenden Kayserl. thron zu hergegen diese att von blut-egeln das blut denen
bekleiden ? Alst muß der adler seine federn Christen aussaugen/ und die grösten umschlage
und decke bey dem rnchen Ery-Hauß De- durch ihre Hand/ wucher und vortheil bey Höfen
sterreich so lange suchen / biß durch eine und bey dem wechsel-wescn/ zu gehen pflegen,
bessere revolution dasReich wieder zu kam- Wann Chur - und Fürsten dasjenige/ waS M
mcc-gütern kommen/ und dasjenige im Rei. man auf opsren/ com«6,en / riäoutten / carne-
che bey dem Kayserlichen thron practiciret vsls und andere unnützliche und sündliche dinge
werden möchte/welches jeder Churfürst/Fürst zu verschwenden pflegt/darzu gleichfalls degu- ^
riren/