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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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888
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888 Des Europäi schen Herolds erste Haupt - Handlung

nur der welt Heyland darinnen gecreutziget schul'Verrichtungen übrig geblieben. Und da-Acadmi-aworden/ und ausser Jerusalem kein Prophet hero ist es auch kommen / daß aus den stiffrern kommen anumkommen solte / oder wie S. Paulus die Co- die grundliche gelehrsamkeit gantzlich auf die wÄnch-rinthische kirche eine heilige versamlung ge- acaäemien entwichen ist. mm.nennet hat / so würde der sache leicht zu rächen Im dreyzehenden jahrhundert hat sichParisseyn; sonst aber gienge der Evangelischen kir- zuerst/ durch treibung der höbern wissenschass-chen so wenig mit ertheilung solchen pr^icses ten/ und vier so genannten Zacultäten berühmtab / als wenig der Catholisch-Römischen kir- gemacht/ und den Magister-titul ausgethei-6)e es schädlich wäre/ wann man S. Sebalds let. In Teutschland sind die academien erstkirche zuNürnberg nicht mehr des heiligen im vierzehnden Keula aufkommen/ und istSebalds kirche nennen wolte. Man hält sich Prag/ welche Rayser Carl der iv gestisstet/vffters mit Worten auf/ und Verliehret darüber die erste / und so volckreich gewesen / daß/ alsin der Haupt-sache. er die auswärtischen mit den eingesessenenSchulen im Wir schreiten nun in dieser abhandlung Böhmen nicht gleicher Privilegien gemessenH. R. Reich weiter/ und besehen den mit dem kirchenwesen lassen wollen / innerhalb 8 tagen 24000 undpAassung. so seuau verbundenen zustand der schulen im kurtz hernach wiederum i6OOO studenten an an-heiligen Rom. Reich / und weilen diese Kmi- dere örter gezogen seyn/ und die aussrichtungnaria gleichsam kleine kirchen / darinn die liebe der academie zu Leipzig veranlasset haben,jugend zum gebet/ zur erkantniß GOttes / ihres Nachgehends / und sonderlich im vorigen K-Christenthums im lesen / schreiben/ sprachen/ culo, haben sich auch Churfürsten und Stän-freyen künsten und höhern wissenschaffcen un- de des H. R. Reichs sehr rühmlich dißsalis er-terrichtet werden/damit sie dereinst der kirchen zeiget/ verschiedene hohe schulen aufgerichtet/und dem gemeinen weftn desto bessere dienste mit herrlichen Dotationen versorget / und selbi-und vorstand thun mögen / so hat die obrigkeit ge als die kleinodie ihrer lande gehalten: ge-bey dem fthulwesen und dessen bestellung ihre stalt denn nunmehr in der gantzen welt kein des??ansehnliche partes auch / weil zumahlen die auf land oder provintz zu finden / darinn so viel l-vhcn schtphohen schulen zu ertheilen gebräuchliche ehren- und so berühmte Universitäten waren/ als intitul und würden von niemand anders / als Teutschland. Und ob sie wohl nicht so alt/der höchsten obrigkeit herfliessen können; als die in Italien/Engelland und Franck-dahero/ als das Römische Kayserthum an die reich sind/ so gehen sie doch diesen an Herr-Christliche Potentaten kommen/haben sich die- lichem ansehen / guter ordnung und beffe-selbe um stifft-und erhaltung guter schulen sehr ren Verfassungen / auch gelehrten leuten weitwen u?h? bemühet/ und hat insonderheit Rayser Carl vor.

w. ^ der grosse / zu seinem unverwelcklichen nach- Es ist aber eine academie ein solch colle-Bemewkuiijrühm sich dißfalls hochpreißlich und sorgsam er- Zium, darinnen prokllorez und studentcn^"^-^at«.wiesen/ viel herrliche Ertz-und stiffrer/Abteyen GOttzu ehren/ nnd dem gemeinen westn ^und klöster/und darbey ansehnliche schulen ge- zum besten / und den freien künsten zun»stisttet/daran die collegia Lanonicorum ihre aufnehmen/ leben/ lehren und lernen / UN«sonderbare ostkia gehabt/ und ohne zweiffel rer gewissen von Rayserltcher Majestätderen theils dahero8ckolaster/andere Lantores, und dem landes-Fürsten verliehenen pr»-wieder andere vecani, Seniors?, /^r. vilegien ihre stuclla in allen Facultäten zurcbi -Oiaconi, viaconi, Lustocles, k .e6kores, äcc. Vollkommenheit bringen/Und diel )o(storal.genennet worden. und Magister-wie auch andere geringereKlöster und Dergleichen waren in Teutschland vorzei- würden erlangen können,stiffts-schm ^n zweyerley klöster und stiffts-schulen/ Es ist billig unter die hohen Rayserlichen Mer siem..welche letztere artnochheut zu tage fast bey al- rekrvsten zu rechnen/ daß ein Römischerlen stifftern ist. Unter jenen waren sonderlich Rayser oder Rönigdie von einem Churfür-^'die Zuldische und Corveyische berühmt. Im sten und Stande / in krafft Landesfürstlicherneundten Kculo ist die dritte art der schulen und herrlicher Hoheit und obrigkeit/ fundirteund so genannten universitären/ stutliorum und academien conkrmire/ und die von niemandscaäsmien darzu kommen / davon Paris wohl anders als dem höchsten Oberhaupt im Reichedie älteste seyn mag. herfließende dignitäten/ adel und würden aus-Vom zehnden biß aufs dreyzehnde Kculum theilen lasse; wiewohl auch bey vacan? desweiß man von dergleichen nicht. Denn es Kayferlichen throns die Vicarien des Reichewurden mehrentheils in den schulen die sreyen dergleichen constrmationes der Universitätenkünste gelehret/ also/ daß man auch nicht ein- verleihen und verrichten können. Die Her-umist liefet / daßRönig Carl pl-oklsoresibe- ren Catholischen sind der meynung/ es sey desoloßiX verordnet hätte/ ja selbst dieprokilion heiligen Vaters zu Rom concurrentz bey bestä-der ebilosopbi« bestund in den engen schran- tigung einer hohen schule unentbehrlich; die(ken der (5ramm»tica, klietorica und viüle ^lca, Protestirenden aber bekümmern sich um solchedaher es trivium und folglich trivial -schulen Päbstliche conlirmation sehr wenig / und ach-genennet wurden; so hatte auch keine acsciemie ^n der. Röm. Kayserlichen oder Königlichender Zeiten diegerichtbarkeit über die stu- Majestät conlirmationallein vor gnugsam/zu«Knten / sie theileten keine ehren - titul und erlangung der völligen/ und durchs gantze-würden aus / die stuften hatten wenig frey- mische Reich Teutscher Nation gültigen ftey-heiten. Ja/ es haben solche schulen hernach- Helten/ würden / ehren / Privilegien und rech-nmls bey allgemach einreissender Üppigkeit und ten/immassen denn weder die Imaische/Hal-überfluß gar abgenommen / und ist bey den La- lssche/Marpurgische/nochHelmstadtisthe/nomci« mehr nicht als der blosse nähme der noch andere Evangelische Universitäten in