854 Des Europäischen Herolds erste Haupt-Handlung
phälischcn/ Sngenschcn und Sächsischen bauen. Dazu der ungetreue Ertz-Bishoffzu
landen neu aufgerichtet / daraus die lbmiua kksims L'odo ein grosses deymtg. Dochvcr-
Cdrittiauismi ob zwar in schon sehr corruxtem bliebe dem Kayser aus eigenem alt-hergebrach- Kanftr be.
TZnorzntzlmd zustande erzeuget wurden. Denn die geist- ten reZal in Teutschland und Frankreich die mve^d^
Gustuch-^ lichkeit steckte selbst in eine? düstern unwiffen- coullitution und mvettiwr der Bi schösse / und Bijchvff?.
k«t. heil/ und war einer zum Bischoff gut gnug/ in Italien aus nachlaffung derer Päbste noch
wenn er das vater unser/ffmboium /^posso- einigermaffen/ zu dessen folge auch R.Lud-
licum und einen Psalm singen kome/ das übrige wig das Erybistthum zu Hamburg A. 8zz .^distthuin
bestand auf lauter superssinösen ceremonien. anrichtete/und des neuen Ery- Bischoffs ^us-'
sta?imix ^ar also der kirchen-staak in Teutsch- ^rii sprenge! die kirchen jenseit der Elbe und
srculc, er- land und Italien dieser/ daß zwar dem Pabste in die Nordischen gegenden anwiese / auch ein
Kayserik'e ""b der clerisey viel eingeräumet worden/ die luau6at ergehen liefst/ wie die ungläubigen
hyhein Rayser aber in dem neunten secuta die Ma- dieser orten zum Christenthum geführet werden .
jestätische gewalt bey der religion / bey könten. Die belethung geschähe vermit- hung
Haltung der allgemeinen concilien oder tels eines stabs und güldenen rmgs/ wel-EWndBk
national.sxuoctol-ulN,deren beruffung und cli- chen der Kayser Oder dessen gevollmächtigter
rec^ion, bey tractirung der glanbens - und dem neuen mit cvnlens der geistlichkeit und
kirchen - suchen aufRejchs - tagen in allge- gemeinheiten oder der eingepfarrren erwehlten
meiner gegenwart und mit zuthun der Ertz-Bischoffe zu Händen gab/ und ihn da-
Stände gejst-und weltlicher profelllou, durch zu führung deshirten-amtsundbewah-
dann bey der conüitutivn und invekitur der rung des kleinods göttlicher lehre anwiest/und
- und Äischöffe und dergleichen zu sutorilirte.Vie wähl aber geschähe zu dieser zeit JAUr
üben hatten. Daß also das imperium mit auf folgende art/wieKlattbTus klacius in seinem KhoffegM-
dem laceräotio auch nach dieser Mixtur zufrie- catalvAo teliium veriratis beschrieben hat: wann A
den styn können/ wann die clerisey nicht wei- eine bischoffliche kirche verlediget worden/ kirchWge!
ter gegriffen und die Hoheit des Reichs zu träte die geistlichkeit/ und bey einem Ertz- meme.
schmälern sich gelüsten lassen. stiffte die luKaAanei und proviucial- Bischöffe
K. kudwig Da R. Ludwig Pius genannt / der sonst samt der clerisey und dem volcke der stadt zu-
Mll refor- vem Pabst ?alcba!i viel zu gefallen war/ doch sammen / und wehleten einen andern an des
N'?. darüber aber desten äonation sowenig als die donatio abgegangenen stelle. Darauff wurde der
luden, doussantini ^sZni oder ?ipini durch richtige erwehrte dem Kayser Pl-Xlcutirtt/ und von
Documenta bewiesen werden mag / die kirchen- ihme/wie letzt gedacht/mit demBischoffs-stabe
gewalt wider die Verderbnisse der clerifty auf und ringe beliehen / darauff er auch die huldi-
dem zu Anken A.817 gehaltenen Reichs-tage gung abschweren muste; hernach wurde ein
rssormiren wolte/ warffen die damit beleidig- tag zur Weyhe anZesetzet/ und die conlecra-
An Bischöffe ihme einen bösen proceß an halß/ tion von dem Ertz - Bischoffe des dezircks oder
hetzten den zur ungebühr auffgeworffenenZ>ö- denen benachbartenWeyh-'Bischöffen vemch-
nig Bernharden in Italien seines bruders tet/und wann der neue Protein Ertz-Bischoff
sobn und andere rebellen / nach der Hand auch war/ muste er das Pallium poutillcals, oder/ da
Aonig Lotharium und Pipinen in Aqui- es ein Bischoff/ die coukrmatiou vom Pabste
tanien/ auf/ daraus er sich kümmerlich durch zu Rom holen; starb abe r der Prälat/so wur-
hülffe der redlichen Temschen Fürsten und de sein ring und Bischoffs-stab dem Kayser
Stände erretten / und seine in dem so genann- überbvacht/ und wiederum zu seiner zeit der
ten lügenfclde verlohrne fteyheit wieder er- neue Bischoff und 5uccettor auch damit belie-
langen konte/ und dabey doch viel verdrüß- hen. Die andern geringei-'n geistlichen wur-
nnd schädliche dinge eingehen muste. Auf den von denen geistlichen m dem orte und von
dem conciNo zu pariß wurde A. 829 geschlos- der gemeinde erwehlet/ auch die eingepfarrten
sen / daß das sacerllorium von dem imperio von Adel mit darzu gezogen / und dem neuen
Elende u?- ö^sch^ben sey; die elende raison, so zu diesem kastori ein llecretum vocstionis ausgestellet UN-
fach/ warum „grund-sitze gebrauchet wurde/war/weil die ter derer wehlenden unterschrifft/ und damit
km mcht "S^stligkeit vor dem göttlichen richterstuhl auch wurde er zur oräinaeion an den Bischoffgesen-
Unter der „vor die Könige rechenschafft geben müste/^so det/ und wann er tüchtig befunden und die prie-
Meitsteben ^ pllesterthum auch mehr autoritär, sterliche pflichten eydlich abgestattet/ oräinirt
M. „Man hätte es so leicht umkehren und sagen und mit einem beglaubten schein zum antzitt des
„können / weil die Christlichen Könige als Pfarr-amts leZittmirtt. Und sogienge esrc-
„cuttoöes utrius^us tabulX und säugammen der guiariter daher; od gleich via saöti der Pabst
„kirchen auch vor der geistlichen Personen reine dann und wann in dieses kirchen-regal denen
„lehre und Christliches leben zu sorgen und Kaysern eingriffe/ und wüsten die Kayser ihr
„GOtt dem richter^ aller weit dafür rechen- Vorrecht und Majestätische gewalt bey eleäkion
«schafft zu geben hätten / so müste ihnen auch der Päbste noch ziemlich zu behaupten. Jmnas-
die autoritär und gerichtbarkeit über ihre per- sen Pabst Sergius tt, der ohne coniens K.Lo Pabst 8«^
sonen gebühren. tharit iuauguriret worden A. 844/ die Mla, y-uß bieKay-
Gllt doch Aber die finsterniß war schon so groß/ daß jcstäc des Reichs ehren/ und nebens der !AeW
zur zeit der man bey solchen principiis sich beruhigen und clerisey und volcke zu Rom die Huldigung uno dulbi-
finstermß. von der unleidlichen resormation desgeistiichen leisten muste. Pabst Nicolaus I wolte PM^icvl.
Unwesens abstehen muste. Pabst CreZonus sich hergegen von keiner weltlichen gewalt ur-' ch" dm
IV und andere unterliessen also keine gelegen- theilen lassen / weil K. Konstantin den Pabst IkchiSm
heit/ auch mit Verhetzung derer kinder gegen einen Gott genennet hätte/ suchte die Kay- Kayser >»
den vacer nicht/ die geistliche monarctus zu er- serliche Hoheit sehr herab zu setzen / verstießK.
Lo-