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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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585
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vom heil. Rom. Reich.

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Thengen und Neidingen/unweit der Donaugelegen/ die benahmung empfangen/ und istselbiges von denen zelten KaysCarls des Gros-sen biß hieher die alte residentz.

Die Grasschafft Heiligenberg hat vondem hei!.berge und derg-schlosse/darinnen die re-beulen der Märtyrer kelicis, Lxluperanm und8. R-egulse zun zeiten K.Ludwigs II begrabenworden/den nahmen/und liegt nahe bey demkloster Salmansweyl zwey meilen vom Bo-densee/ hat vorzeiten eigene Grafen gehabt/ de-ren geschlechte l^ius von Linons, einem söhn

des Teutschen Heldens Isenbards/ und einembruder des hochberühmten Welffens herfüh-ret; doch fehlet es an einer richtigen 6eäu6kon,und kan man nur muthmassen / daß A. iz/c» dieGrafen von Heiligenberg im Gräflichen ständeund wesen sich befunden haben. A. 142z abersind die Grafen von Werdenberg Herrenvon dero gütern gewesen/ auf was art/ ist unbe-kandt. An das Gräfliche Hauß Fürstenbergist diese Grafschafft durch die glückliche Vermäh-lung obermeldten Gr.^riedrichs/und Fr. An-nen/Gr. Christophs zu Heiligenberg undHardenberg des letzten seines stammes/derA.I534 gestorben / tochter underdin durch erb-gangs-recht gediehen.

Die Grasschafft Werdenberg ist miteben dieser person/und durch jetztgedachte Hey-rath an dieses Hauß kommen / wiewohl nichtvöllig / sondern nur zum halben theile: Dieübrigen lande der Werdenbergischen Herr-schaften sind dem Ertz - Hertzoglichen HaußOesterreich angefallen/und von diesem hinwie-derum an Gr. Carln zu Hohenzollern zu lehn ge-reichet worden. Das stamm - schloß Wer-denberg aber/ welches in Rhätien am Rheindem ort Vaduy gegen über 6tuixet ist/ hat dercanton Glarus samt allen pcrtinemien durchkauffan sich gebracht / gleichwie die herrschafftSsnnenberg/ im Walgow gelegen/A. 146zan Gr. Eberhard/Truchftßen von Wald-burg/um baares geld überlasten worden. Manhalt sonsten die Grafen von Werdenberg vonberühmter abkunfft/und theilet ihnen Gr.Hein-richen/ der Pfaltzgr. Roderichs in Hohen-Rhätien bruder gewesen/als stamm-vater zu/welcher um die zeit K. Ludwigs 11 gelebet.Dessen nachkommen finden sich fast in allenthurnier-rollen/und an den Kayserlichen Höfenmbesonderm ansehen/ welches auch wohl diemsache/ daß sie ihre herrschafften sehr vermehretund nechst der Grafschafft Sargans gegenEngadin zu das Moneafuner-thal / prati-gow/pludeny und Geroly-thal/ samt denenvrtern Buchs/Flumbs/Citvarten und anderemehr besessen/ wovon aber das meiste an dasHauß Oesterreich/theils auch an die Schweitzergekommen ist.

DieLaUdgrasschafft Naar ist ein uhrat-tesFürstenbergisches paerimonial-stück landes/welches sich etwa drey meil wegs von Schaf-hausen erhebet/und nebenst dem alten stamm-schlsffe und stadt Fürstenberg die ämter/schlös-ser und stadteGeyfmgen/Hüstngen/ Gleidin-gen / Wartenberg/ Don -Eschingen undBlomberg begreiffr.

Die Landgrafschaff'e Seulingen/ daein-^ ^n stadt und schloß Seulingen / war vor die-KpsteHsupk-HanhlunA

fem ein eigenthum der Grafen von Lupfen; alsnun der letzte Graf dieses geschlechts A. is8^ mittode abgangen/hat Hr.Conrad von Pappen-heim/Reichs-^rb-Marschall/ das ländleinvermöge der von Kays. Maxinnlian l! darü-ber erhaltenen expeäantz eingenommen; her-nach soll es mit Hn. Maximilians von Pap-penheim erb-tochter an Gr. Friedrich Ru-dolphen zu Fürstenberg überbracht seyn.Gleichwohl findet man/ daß Gr. Eggo vonFürstenberg/ der erste dieses nahmens/ sichschon einen Landgrafen zu Stülingen geschrie-ben/ müste also dieses ländlein eine zeitlang ausdem Fürstenbergischen p2trimomo weggewe-sen/ und nun erst wieder zurück gekehret seyn.Man findet/daß Gr.Heinnch zu Fürstenbergin der dritten ehe Fr.^lisabeth/Gr.Iohann-senszuLupfen tochter/und dessen söhn/ GrafConrad iv von Fürstenberg in der ersten eheeine Freyin von Lupfen Fr. Elisabeth Bar-baren gehabt.

Die herrschafft Hausen im Rinyinger,thal am schwach - walde ist ebenmäßig ein altstamm-gut; dazu gehöret neben dem städtlemHausen auch Wolfach und Haßlach schloßund stadt an der Kintzig. Die Herrschaft schloßund stadt weitra liegt in Unter-Oesterreichan der Böhmischen gräntze/und hat selbige Gr»Friedrich der uhrhebex der Werdenbergi-schen linie mit seiner zweyten gemahlin/ Fr.Marien/ gebohrner Gräfin von Arcu/ zumHeyrath-gute bekommen/und auf seine Gräfli-che nachkommen verstammet. Das städtlemund schloß Crochtelfingen an der Schmei-cha auf der Albe ist ebenmäßig samt Junge-nau und Melchingen/und derer aller zugehö-rungen zu den alten Werdenbergischen stamm-güternzu rechnen.

Wehrenwag ist zwar in Oesterreichischegewalt gerathen / das Fürstliche Hauß abernicht ausser der Hoffnung/sein altes recht zu sei-ner zeit wieder zu erlangen/ und gehöret es alsounter die prserenliones fürmlise.

An flössen haben jetzterzehlte lande die vo- Flüsse WSnau/ welche darinnnen entspringet/ dieBreg/Mtw-Rinyig/ Wolfach / wuttach/ u. a. m.

Deren ergiebigkejt ist zwar an demSchwartzwald wegen der rauhen berge unddicken holtzungen gar geringe/ doch zur Vieh-zucht sehr beqvem; wo aber das land eben/istder boden sehr geschlachtig/ und bringet auffder Albe wein / getraid und obst die men-ge.

Das Hochfürstl. Hauß Fürstenberg gehö-SmHM»,retzu desSchwäbischen kreiscs anderm vier-theil/ auff dessen zusammenküufften es wegender Landgrasschaften Baarund Stülingenzwey stimmen ableget/auff Neichs-conventenhingegen hat es ein Fürstlich vomm wegenFür-ffenberg/ und zwar in solcher skerngtion, wieim vorhergehenden punct bey Ostfrießlcmd be-richt ergangen; wozu noch dieses anzufügen/daß jedesmahl der älteste Herr des stammesund nahmens/ vermöge der erbvereinigung/deren äawm stehet auf den 27 Febr. 1576 undzwischen Gr. Henrich und Joachim gebrü-dern/ Gr. Friedrichs söhnen/ und Gr. Al-brechten / Gr. Chriffophs söhn/und jetztge-dachten Gr. Friedrichs enckei auffgerichtetEee e wor-