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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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334
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ZZ4

Des Europäischen Herolds ersteHaupt-Handlung

reytn.

zu den kammer-güxern/ Mergentheim stadtund amt/Dallau/ Henchelhaim/ Htlspach/Huttenheiln/Ryrnbach/Neuhauß/Stupf-ferich/Vaingen/ Weingarten/ welche pfle-gereyen am Neckar und in derselben gegendliegen; Hauß Horneck benebst den amternLorchhausen / Neckarsulm/ Stocksperg/Wemhenn / und den Commenthureyen CronWeißenburg / Franckfurr / Mayntz undSpeyer die gleichfals der kammer zugeschla-gen.

Qrb-ttSNal- Die Nalleyen des Ordens sind; Lotha-leyen oder ringen/Burgund / Elsaß/ Cobleny/Oester-Srancken/ TyroloderamEtsch/ Nis-sen/ Hessen/ Utrecht / Thüringen / West-falen und Sachsen/ welche durch ihre land-commenäswres regieret werden / deren jederunterschiedene Commenthureyen wieder untersich hat/und theils durch Land - Commenthu-ren/und die ihnen luboröimrteHauß-Commen-thuren gubcrniret und verwaltet werden; wiedenn der Valley Elsaß und Burgund anietztvorstehet der Land-Commenthur H. Franci-fcus Nenedictus von Baden. Die Oe-sterretchische commandiret H. SiegfriedGraf von Saurau. Der Land-Commen-thur der Valley am Etsch ist H. Johann^Zacob/Grafvon Thun. DiezuCoblentzverwaltet H.Iohann Carl GoßwinZldolphFreyherr von Neßelrode.DerFräncktschenist vorgesetzet H. Adam Maximilian Frey-herr vonOw/ und hat dieftBalley iZCom-menthurenunter sich/ nemlich Blumenxhal/Donawerth/ Dünckelsplel und Poschbauer/EUingen/ Genghoffcn/ Haylbronn/ Ropf-senburg/ Münerstart/ Nürnberg mitEschenbach/ Dettingen/ Regenspurg/ Ro-tenburg/Viensperg/Ulm mit Feschingen/Winneda. Die Valley von Nißen regie-ret H. Heinrich Freyherr von Wassenaer/hat im Reiche nicht mehr als ein dörffiein nah-mens pexerfouren/ ausserhalb Reichs dasdorff Gemmare in Holland. DieWest-phälische wird versehen durch H.WilhelmFreyherrn von Plettenberg/ hat unter sichdie Häuser zu Osnabrück / Münster undDuisburg. Die lotharingische verwesetH. Johann Heinrich von Metzenhausen.Wegen der Heßischen hatte vor wenig jährender verstorbene Land-CommenthurH. AugustGraff von der Läppe die auffsicht/ darzu ge-hören die Häuser Marburg/ Fritzlar/Grif-städt/ Flörsheim / Velsbirg/ Schiffen-berg und Friedberg. Der ThüringischenValley Stadthalter ist S-Hochfürstl.Durchl.Hr. Christian Augustus/ Heryog zuSach-sen - Aeiy/ Bischofs zu Raab und Vom«Probst zu Cölln/ begreifft uber die verlohr-nen guter Fweyen/Liebstädt/ Nielstadt.Uber die Sächsische ist gesetzt Hr. FriedrichMaximilian Freyherr von Stein / dessenQrdens-Hausersindzuluculum unter Wol-senbüttel/ Göttingen unter Chur-Hanno-ver/ Bergen und Aacken unter Magde-burg/ Bergau unter Anhalt/Weddingenunter Hildesheim / Dansdorff und Dom-nntsch unter Chur«Sachsen, Die Utrechti-sche/ welche sehr reich und i z Commenthurenunter sich hat/ säauMrwte Hr. Gotthard

Freyherr von Ginckc! / und Graf vonAthlone / welcher unlängst mit tode abgan-gen.

Vor alters befunde sich dieser Orden in vie-D-s s^len stücken in gantz anderer einrichtung denngegenwärtig / wie aus folgenden erzehiungen^^'wird zu ersehen seyn. Denn ehe die corpus-Des Tewllen in Preußen gemacht und slkcuriret wor-l^^d^den/ hat des Teutschen Ritter-Ordens Hoch-äA'^meister seinen sitz zu Marpurg in Hessen ge-habt / und die neue lande durch einenlandmeister oder kisZittrum ?rvv,ncis!emoder l'errZrum?rovilorem und Land' Mar-schall/ welcher zu knegs-zeiten die armee eaCbef commznäiret/ verwesen lassen. Unterdiesen beyden hohen Ordens-amtern stundendie land-Lommeaästorez, Vögte und ande-re befehlhabere/ die man ?r»cepwl-e, zu nen-nen pflegen. Offt verordnete auch ein Hoch-meister seine Stadthaltere an gewisse wich-tige örter. Dergleichen Landmeistere sindvor alten zeiten sieben gewesen/ als in Lief,laud/ Preußen/ Teutschland/ Oestexreich,Apulien/ Rsmanien und Armenien; un-(erweichen die dreyerstem den rang und pr».eminLOtz vor allen übrigen gehabt; daher sichofft aus demulh die übrigen nur Commenthu-ren und gedietiger genennet/und jenen die kl-tulatur des Landmeisters überlassen. Als dererste Hochmeister / so in Preussen reklet/nahmentlich Siegfried des geschlechts vonFeuchtwangen beständige residentz in Preus«sen genommen/ hat er in Teutschland an sei-ne stelle zum Landmeister Bothen von Ho-henloh verordnet. Denn wo der Hochmei-ster gegenwärtig war/ konte kein Landmeisterrellciiren.

Die ViceZerenten eines Hochmeisters wa-ren nur imerims - bediente / auss gewisse zeit/offt zu gewissen fachen / bey gefährlichen coa-junÄuren/ bey Unpäßlichkeit des Hochmeistersund dergleichen ungewöhnlichen fällen/ verord-net. Die gröfle conliclersrion und autorttäteines solchen Stadthalters ereignete sich beyder wahl eines neuen Hochmeisters.

Wie es bey solcher wähl hergegangen/ da-von ist H.Hartknochs Preußische beschreibungwohl zu lesen. Darinnen auch unter andernzu befinden/ daß der Orden m Preußen nechffden vier Bischöffen/welche hiebevor demOr-den unterworffen gewesen/die fünffürnehmstenHof- ämter auff folgenden Großgebietigern be-standen/ nemlich:

1. Dem Groß-Commenthuv/welcherauch den Landmeistern vorzugehen pflegen/unddie auffsicht über den schätz oder kammer-gefäl-le/ schiffahrten und zufuhr des getreides gehabt.

Item atte priester-brüder/ die nicht mit zufel-de gangen / und die / so etwa bey dem bauuud mecbanischen Wesen ihre Verrichtungen ge-habt / commaackret. In abwesen des Hoch-meisters war er dessen Stadthalter.

2. Der oberste Marschall/ welcher ober-ster Feldherr war/ und die ober-auffsicht in ge-mein über alle Ritter-brüder hatte. Unter ih-me stunde die marstatt-zeughauß-sattelhauS-schmiede - parthie :c. Dessen kriegs - com-msnäo war reüklNAiret an die orcZres des Hoch-meisters. Zu kriegs - zelten gienge er dem

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