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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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333
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zu bringen/ sondern sie wurden auch so mlvlem.daß sie/um desto herrlicher zu leben und denStaat zu vergrössern/ihren ummhanen mehrlasten/ als sie ertragen konten/ auflegten. Da-herkamen sie mit der Cron Pohlen zur rupmr,welche dem Orden zur merklichen schmälerungund züchtigung ausschlüge. Keine schlachtaber war so blutig und schädlich/ als die beyDannenberg in Preußen A i4ic>/da uUeNslau,^ßeUo, Fürst in Littauen / welcher zur christl.religion getreten / und zum Könige in Pohlenerwehlet worden war/ der Ordens - völcker50000 nebst ihrem Groß-Meister / Ulrich vonIungingen/erschlagen/ 14000 gefangen/ unddie seinen landes - leuten vormahls zugefügteNiederlage empfindlich gerochen hat.

Endlich ist es ums I. C. 1450 unter RönigMMlaild Casimiren IV,als Preußen und etliche70 städ-Mitute. te und schlösset gleichsam auf einen tag von desOrdens unerträglichem joch ab-und Pohlen zu-gefallen ; unter Hoch - Meister Ludwigenvon Elrichshausen/einem Fränckischen Edel-manns/ weil ihn das Reich hülssloß gelassen/?uÄ?er kommen/ daß er sich wegen Preußen demwo Pole». Königreiche Pohlen untergeben / und verbünd-lich gelobet/ daß jeder Hoch-Meister 6 monatnach seiner wähl sich dem Könige zu leistungdes lehn-eydes stellen müssen/dabey es aber den-noch nicht geblieben / denn als Hertz. Friedrichzu Sachsen / erwehlter Hochmeister/ dieseschimpfliche Unterwürfigkeit nicht genehm hal-ten/ und dessen SuccelsorMarckgrafAlbrechtzu Brandenburg ein solches auch nicht ein-gehen/sondern lieber durchs schwerdt des Or-dens ehre und sreyheit behaupten wolte/ auchwürcklich in blutigen krieg mit der Cron Poh-len verfiele / gleichwol aber weder der Kaysernoch das Reich dieses ihr Mitglied und stattli-che Vormauer mit gnugsamer macht und hülstenicht retten wolten; hat gedachter Marckgrafsich eines geschwinden streichs relolviren müs-sen/und har seiner Fr mutter bruder/K. Si-gismunden in Pohlen / das übrige stück vonPreußen/welches die Cron noch nicht inne ge-habt/vor sich und seine Kmilie zu lehn auffge-tragen/und sich unter der Qualität eines Her-Preußen yogs damit beleihen lassen. Dieses ist dasHttÄum 6"-l des Ordens in Preußen. Gleichwie aberder Hochmeister der nechste 5evswr nach demKönige gewesen/also ist auch der Hertzog insolcher ckZnitatverblieben/und hat die nechstestelle nach dem Könige und selbst über denmsrem des Reichs behalten / pr«ren6iret auchden incllAsnar. Seither ist Pohlen im besitz desübrigen Preußen geblieben/ wiewohl der Or-den anziehet/ daß derentwegen die acht widerden Marckgrafen Reichs wegen ergangen/unddem Reiche/ dermahleinst seine prs-tcnlionezwieder empor zu heben/bevor geblieben.

HieOrdens, Eben also hat der Heer-Meister in Liefland /Ran! Gothard von Rerler/ ein Westfälischerkomenauch Edelmann / seinem Herrn und Hochmeisteran Polen, nachgesolget/und der Cron Pohlen die Lieflan-dische vortreffliche Ordens-landschastten über-geben/damit ihmeChurland und Scmigal-len als ein Heryogthum zu lehn gleicher ge-statt verliehen werden möchte. So A. 1561geschehen/und dessen pollellor«, selbige nochheute in solcher <zuslire inne haben. Gestalt

auch die Ordens - Ritter ihnen zum theil ihrecommerce» mit Veränderung der religion undverheyrathung erblich gemacht.

Damit aber der Orden und die gedachtnißdesselben nicht gantz und gar zu gründe gienge/hat Walter von Rronberg/der Z5lgste Groß-Meister in der Ordnung / und dest'N 8ucce5orezden tttul des HämirMrawriz des Hoch - Mej-sterthums in Preußen / und Meister desTeutschen Ordens in Teutsch - und Niei-schen landen angenommen / und weil dasHoch-Meisterthum unterschiedene Meisterthü-me/ als in Hochteutsch-und Liefiand/ auch vieleBalleyen unter und an sich gehabt: hat ersonderlich den Teutschenantheil/samt der resi-deny Mergenthcm, (welche dem Orden vondenen Grafen zu Hohenloh zukommen) an sichgezogen/auch daselbst der a^mimllrarion sitz undregierung angestcllet/und ist auff incercellioaKays.Mai. und der Stände conl^n, A isZ8 zueinem Mitglied des Fränckischen Rrepsesaufgenommen worden/weil solche Valley die em Fräncki«starckste undgrösseste^auch etliche Commenthu- ^eyß-reyen in Francken/Schwaben und Bayern in " 'sich hält: Wann aber eigentlich derHochmei-Wanneremster die qualitäc eines Weichs-Standes er?langet / darüber ist nichts gewisses zu vermel- ^den. Gleichwohl muß es langst vor A. 1500geschehen ftyn / dieweil in dem Reichs-Abschie-de zu Augsturg bejagten jahrs nicht nur dessenals eines Reichs-gliedes gedacht / sondern auchin der Unterschrift seine Gesandschafft mit be-findlich ist. Ja/es ist vermuthlich / daß derHochmndTeutschmeister bald vom anfange dertrsnzmiZration aus Äsia in Teutschland einReichsstand worden/A. 1480 hat er schon sei-nen Reichs-anschlag gehabt auff 12 Personenzu fuß/und A. 1489 mit 6 roß und 12 Personenzu fuß / und haben zum Orden gehöret die 8Balleyen / Francken / Hessen / Vießen/Utrecht/Westphalen/ Thüringen/Sach-sen undLotharingenzdie 4 übrige/alsElsaß/Oesterreich/Cobleny und Etsch gehörete»hiebcvor/und der relsrvirten gerechtsame nach/noch itzo ins Preußische/und haben ihren son-derbaren anschlag. Gegenwartig ist des ho-hen Teutschen Ordens Oberhaupt, der hoch-würdtgste / durchlauchtigste Fürst und DesHerr/Herr Franciscus Ludwig/des hohen HochmeiäMeisterthums ^ciminitirsror in Preußen/fAl?^Teutsch-und lVelschen landen/polluIirterDurchl. nah,Btschosszu lVorms/ probst und Herr zuEllwangen/Nischoffzu Breßlau / Pfaly-graf bep Rhein/tn Va^ern/zu Jülich/Cle-ve und VergHeryog/Grafzu derMarck/Ravensberg und Mors/ Herr zu Raven-stein/ Freudenchal und l^plenberg/ Sr.

Rapser!. Maj.Oberlandes-Hauptmann imHeryogthum Schlesien. Seine HöchstDurch!, sind Pfaltzgr. Philipp Wilhelmsbey Rhein zu Neuburg / der nachgehendsChurfürst zu Pfaltz worden / sechster Herr söhn/und den^Jul. 1694 an ihres Herrn bruders/ -Hr. Ludwig Antons stelle zum Hoch-undTeutschlneister erwehlet worden.

Der Ritter-Orden ist mit sehr ansehnlichen Des Ritter-und ergiebigen landschafften versehen/ welche AWdÄn-ergut4ntheils der fteygebigkeitKaysFridrichs mer-Mer.'il zu dancken hat / unter denen gehören nurTt z zu