' " vom heil. Römischen Reich. z^5 '
Groß - Commenthur vor / und stunden unter nau nie in acht genommen worden. Indem
jhme alle niedrige oder nachfolgende befehlha- man Brüder findet/ die auch ausser denen con-
' ^ Gleichwie zu ftiedens-zeiten der Groß« venten leben. klnd hatder Orden/bejage al-
' - Commenthurden rangunddas capitulzucon- terRitter Verzeichnisse/ zu ansang des funffze-
A vociren und zu ckrißiren hatte / im abseyn des henden teculi viel tauftnd brüder gehabt.
Hochmeisters. Nechst denen Ordens-Brüdern sind auch
- .'' z. Der oberste Spittler / welchem die theils orten / sonderlich hiebevor in Preußen/
ü')^ ober-aufsicht über die pflege der armen in hospi- Teutsche Ordens-schwestern gewesen,
t-. ' tälern und comm»n<io über alleunter-spittler/ Dieser Ordens - brüder kleidung war erst-I^bes
ingleichen die 6irecIioll der einkünffte der ho- lich ein schwacher rock / hernach ein weis- "
spitalien anvertrauet war. Er durffte nie- ser mante! darüber / ^mit einem schwachen
mand rechnung thun/damit ihme die Hände/ creutz. In trauer-fallen aber haben auch
freygebigzuseyn/nichtgebunden würden. Hernachmahls die Hochmeister sich eines
' . 4- Der Orappierer / es wollen einige/ ob schwachen Habits bedienet / als es von dem
^ wäre unter dessen Versorgung das müntz-we- letztern Hochmeister in Preußen/ ^lberro, er-
- - ' sen/ auszahlung der gelder vor arbeitsame und zehlet wird; es stund einem ieden Bruder frey/
- ' ^' handwercks-leute gestanden. Allein die Or- zu haben zwey hemder/ zwey paar Hosen / einen
^ dens-5czmra geben so viel an Hand/ daß zu des- rock/ und einen oder auch wohl zwey mäntel/
sen amtedie vrapperie, kleidung/wapenröcke/ die schue musten gantz schlecht und ohne zie-
'''!!'7rüstungen / sahnen / wapen / schilder / Helmen/ räch seyn. Ihre waffen waren auch schlecht/
und was mehr zur momirung gehöret / gezo- und stunde niemanden frey/ gold oder silber an
. V gen worden. Item hat er bey Verschickungen denselben zu haben/sie schlieffen auf einem stroh-
.. , in ordens - geschähen vor die reise-kosten der sack/ und ward ihnen nicht mehr als ein eintzi-
Brüder sorgen müssen. ges küssen zugegeben.
- s. Der Treßlar oder Tresorier hatte ei- Und gleichwie die Brüder unterschieden wur-' gentlich das müntz-wesen/ und die ordens-in- den in Ritterund Priester; also stritten jene' ' ' traclen unter seiner säminilkrarjon. Er schaff- wider die feinde / diese aber warteten des got-'' ' te den vorrath zu des Hochmeisters Hofhaltung/ tesdienstes ab: Jene mochten lange bärte tra-" si> ü teck rM und muste von einnähme und ausgäbe alle mo- gen / diese aber nicht: Jene waren an die
' i «ed nate rechnung ablegen. kwra, canon.css nicht gebunden/ sondern moch-
^ Die übrigen fürnehmegebietigere des Or- ten an statt derselben das vater unser/ ävs
' denssinddie ^and-Commetirhuren/ insge- und den glauben beten : Diese aber
mein^.and,Compter genannt/ deren einige musten zu den tagzeiten ihre boraz canonici
in denen ihnen anvertrauten provintzien und halten. Diese Deutsche Brüder musten jkei-
lande stetswährende ViccZerenten des Hoch- ne andere als Deutsche / und zwar aus Adeli-
meisters. chen geschlechtern seyn / wiewohl solches her-
'! H ^ Die geringere befehlhabere des Ordens nach so genau nicht in acht genommen worden/
^ ^ sinv ^auß-Cotnpter/ Speije-Colnpter/ die insonderheit weil solches in der Ordens-regel
.'7 Vögre/ die schlecht so genannten Commen- nicht erfodert wird. Dannenhero ist es ge-
thurcn. schehen/ daß Siegfried von Feuchlwangen
Die allergeringsten Ordens-beamte nen- der Hochmeister auch bürgerstands-personen
net man die kleinen Compter oder Baumei- in den Orden eingenommen/ wann sie nur
7 lBOWi stere/ Unterspittler/Pfleger in den ordens« sonst ehrliche biderleute gewesen. Belangend
Häusern oder schlossern /.' die Hauß-Vögte/ das alter dieser Brüder/ so ward niemand
die zischmeistere/Mühlmeistere/ Schild- vordem 14jähr in den Orden eingenommen/
' knechtmeistere / der bruder vom strttel- und wo sich ja iemand vor dem 14 jähr seines
l l5.-" Hanse / der von der schmiede / der Turkope- alters hinein begeben / so ward er von den
lier/welcher auffsicht hat über die Brüder/so Brüdern erzogen/ biß er seine jähr erreichet/
' - vm nicht Ritter sind / und Turcopel genennet wer- und alsdann hatte er frey/ entweder denOr-
den. Der Conwan des Hochmeisters/ dens-habit anzunehmen/oder auch eine andere
>' -1 ^ (welcher stets um seinen Herrn seyn/ und teure lebens - art zu ergreiffen. Weil aber diese
anmelden/ und dessen leib warten sollen/ ietzo Ordens-brüder wider die feinde streiten mu-
'Ü - aber vielleicht nicht mehr in Übung ist) die sten/ so ward auch dieses an ihnen erfordert/
Compans der Commenthuren / und andere daß sie musten gesund undstarck seyn. Wann
mehr. nun iemand in den Orden wolre eingenom-
^ Nach denen Ordens - beamten folgen die men werden/ so muste er darum erstlich in dem
Brüder. Deren etliche Priester / andere Capitul bitten und anhalten; daselbst fragte ihn
überfeine; und diesewiederum Rlteerober der Meisteroder sonst ein anderer gebietiger/
.' ' laxen. Denn es ist zugelassen/auch weltli- welcher das Capitul hielte /ob er sonsten schon
che teute / und auch die / so im ehestan« in einem andern Orden wäre/ oder sonst schon
de leben/ einzunehmen / diese aber/ so nicht mit einem gelübde verbunden fey. Item/ob
' .'ck-^W ' Ritter sind/ tragen nur das halbe creutz. Die er iemands leibeigen/ mit schulden überhauf-
-- 'WA AMt ^ sind von denen Brüdern des gantzen setz oder sonst jemanden rechnung zu geben
>, und halben creutzes also unterschieden / daß sie schuldig ? Weiter/ ob er nicht mit etwan einer
' noch ein gantz weltlich kleid tragen. Die Brü- heimlichen kranckheit behasstet. Solteer
-W lA der nun haben ihre sonderbaren Ritter- con- etwas von diesen stücken verHelen/ und man
W WW venw,, und gehören zu jedem convent zwölff würde es hernach erfahren/ so würde man ihn
^ Ritter und sechs Ordens-Priesier/ deren Haupt in dem Orden nicht leiden. Wann nun die-
^ ic. ein Comvter ist. Wiewohl diese regul so ge, selben/ die sich in den Orden eingenommen zu
werden