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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
310
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Des EuropäischenHerolds erste Haupt-Handlung

es zweveen Absatzes

ieZster

Von

iunct:

MOrstl.

zu Kraunschwcig-Wncburg.

Der erstestamm- vaterdes Hoch-

fürsil, HausesBraunschw.und Lüne-burg.

Jeses hohe und mächtige haußführet in Hertzog JohannFriedrichs zu Vraun-jchwejg-Lüneburg Hanno-ver lebens -beschreibung der»Ursprung von Kays, (tarlndem Großen dergestalt her/daß von seinem^mcpor-n König Hugo in Italien und dessenGemahlin der d/iurocii, /Uds erzeuget sey/ Al-berich Marckgrafzu Rom/ (welchen zwar etli-che nur vor einen Gemahl der aus dieser Köni-glichen ehe e:;eugtenP:inceßinAlda halten wol-len) ein vater ttußvms ktZßni, dessen sohnAzooder Albertus der Große Marckgrassvoneinigen benahmt / etwan A. C. 990/ ein mäch-tiger Fürst in Lombardie gewesen und im Mey-ländifttxn/ Ligurien und gegen Genua/auchin Ravenna und Venedig lande und leute re-gieret; er heyrathete die Princeßin Guntzmnoder Kunigunden / eine erb - tochter GrassMelffen eineöAtnepoten GrafWelffen desersten zu Altdorff. Aus dieser ehe ist entspros-sen Hertzog VOelssiv beygenahmt derStar-cke/ welchen/ nachdem er seiner Fr. murter bru-WiedleHer -der G. Melffcns des dritten zu'Altorssyoathümer Hxrtzogs in Kärndten und letzten seines Ge-Sachse" auff schlecht-! erbe worden/ Kays. Heinrich iv mitdieses. ge- ^em Heryogthm?? Vapern erblich beliehen.Ihme ist m dieser würde gesolget Hertz.Melffv zu Bayern / und als dieser ohne eini-gen von seiner Gemahlin Mechnlden/ derberühmten Jtalianischen Regentin / erlangteneheftegen A. 1119 verstorben/ist Hertz. Hein-rich der Schwarbe/welchen einige vor sei-nen bruder ausgegeben/ zum HertzogthumBayern gelanget. Dessen Gemahlin wulss-Hildis/Hertzogs zu Sachsen des letztenseines Billingischen stammes tochter / ihm dasschloß Lüneburg und andere allockai. guterzum Brautschatz zugebracht/ die Reichs-mann-lehn sielen dem Reiche anHeim/ und begnadig-te Kayser Henrich v mit dem anfalle derChur zu Sächsin und deren zugehörungen inWestphalen GraffLuthernvon Supplinburgetwa A. no6. Es hat doch hernach der ausdieser ehe erzeugte zweyte Her: söhn / HertzogHenrich der Hostartige/ das glück gehabt/über die angestammte Reichs - Fürstenthümcrund lande von Kays. Lothario seinem Hennschweher A.igs mit der Chur und dem Hertzog-thum zu Sachsi 'N/UNd desten hohenappertlnen-tien/ wie auch der Grafschaffc Northeim /sinnt dein lande an der Meser und umNraunschweig/beliehen zu werden; um wel-che grosse Hertzogthümer und lande er aberchald wieder gebracht worden/ ob es durch seine

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übele concluite und wider Kays Oonraden II!-M<Nrte Reichs - würde veranlasset worden/welches doch ein allzuscharffurtheil wäre/ oderob sich geist-und weltliche Fürsten wider ihngleichsam vereinbaret/ bey demKayser seines-polstätrung zu befördern/ darüber waltet einezwar curiösi und gerechte/doch itziger zeit ver-gebliche frage. Was aber dem Hmn vatermit recht oder unrecht entzogen worden / das er-langte der Her: söhn Hertzog Henrich / beyge-nahmt der Löwe/ mit grossem Wucher und an-wuchs wieder/ indem ihme über die väterlichenlande annoch dsi Grafschafft Stade / die hm-schafften Osterode / Hertzberg und Roten-berg/ auch andere Reichs -örter mehr durchseine vortreffliche meriten wieder erworbenworden. Kayser Friedrich i war selbst be-mübt diesen tapffern jungen Henn aus der be-raubung heraus und wieder zu grossen landen/der clemerch und billichkeit nach/ zu verhelften/ließ dahero ausdem Reichs-Convent zu GoßlarA. 1154 rath pflegen / wie dieser Hertzog inBayern möchte rcMrmret werden. Es wardas Reich gleichsam getheilet/die unintereßi»ten/zu denen sich der Kayser nicht heimlich be-kennete/ drangen auf die Wiedereinsetzung.Die andere/so wieder heraus hätten gebenmüssen/erweckten ihre freunde/damit sie samtdenselben desto eher bey denen opimü ssolmund neuerworbenen landen und leuten verblei-ben möchten/ und suchten dem Kayser zu comre-carriren. Endlich überwog das recht/und cle-crcrirte man auf die reMrutton der verlohrnenlande/nur daßOesterreich von der lehns»pfiicht/welches sie jure jubfeuckan Bayern bißher ge-leistet / losgesprochen / und immeeliar Reichs-lehn wurde. Es machte sich dieser grosseFürstum den Kaysir und das Reich gewißlich nicht -wenig verdient. Er rhat zwo campagnen mitdem Kayser in Italien / brachte die Slavenund Dänen von dem ungehorsam gegen dasReich zur rsilun; gelobte und verrichtete einenzug in Palästina»?,. Den dritten ftldzughätte er de»n Kayser zu lieb gen Rom nicht we-niger übernommen/wann nicht lieber auszu-ruhen/und seine durch so Viel kriege und geld-spilterungen geschwächte krasste zu erholen/zu-läßlich gehalten hätte. Aber eben diese <ie-psecation weiterer keiegs-rüstung gegen denPabst gediehe ihme zum unglück. Und ereig-nete sich bey ihme ein ungemeines exempeldes veränderlichen glücks. Denn eben dieser«^großinächtigste und hochansehnliche Behern^ ^scher fast des gröstcn theils von Teutschland/mdLombardei) und Hetrurien/ als der vom Adria-tischen und Ligustischen meere an/ biß an die

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