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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
93
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vom heil. Römischen Reich.

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tlg noch mehr gedämpffet/und der Vorwurfs/den diese Nation bißhero leisten müsien / gäntz-ljch unterdrücket iwrden.

Dieses ist unstreitig/ und haben von altersher die Teutschen auch bey ihren feinden daswahrhaffte lob/ daß sie unter der sonnen die ge-treucsten leute waren. 'kacitus meldet im tzbuche seiner jahr-bücher von ihnen gar merck-würdig/daß keine Nation an redlich-und aus-richtiakeit es den Teutschen zuvor thue. Da-her es dann kommen/ daß nicht nur die altenRömischen Kaysere/ Augusius/c^llßu!-, Lalba,Mximu^öalbirmz und andere mehr/ sondernauch nochheutzu tage die fürnehmsten Poten-taten der Christenheit/sonderlich der Moskowi-tische Czaar/die Teutschen soldaten zu ihrenleib-garden erkiesen/und ihnen ihr leben/leib/ehre und Wohlfahrt anvertrauen. Und sagtman dahero nicht ohne grund der Wahrheit/daß / wenn treu und glaube in aller welt erlö-sche/man dennoch selben in Teutschland findenwürde. Es wäre dann / daß seither die reisenin auswärtige leichtsinnige örter geschehen/ ei-nige Veränderung sich dann und wann ereignenwolte/ indem freylich die j'ugend viel Untugendaus der fremde/entgegen dem von ihren eiternund vormundern genommenen vorsatz/nnt nachHause bringt/so will doch das gute noch prXV2Ü-ren/ wenigstens daß der gantzen Nation keinvorwurffdaher entstehen darfst ^

Uber diese lobselige tugend find die^ Teut-schen auch wegen ihrer heldenmüthigkeit undguten kriegs-diseiplin von undencklichen jäh-ren her sehr gerühmet. Pabst Clemens Vit,den doch der Kayser durch seine Teutsche ar-mee in arrest nehmen und die stadt Rom plün-dern ließ / hat in dessen betracht nicht beden-cken getragen zu schreiben: Die Teutschen wä-ren die streitbarste Nation/des heiligen Reick)6grundseste/ und der gantzen Christenheit star-cke und zierde. Anneben ist dieser Nation diestündhaffligkeit fest angebohren / welche sienicht nur in oblervantz ihrer Verträge und ver-sprechen/sondern auch im kriege mittels gu-ter resolmiott so wohl im ansiUle/ als auchin fortwährung der Hitze und oper-Monen er-weisen.

Will man bey einer Nation geschickligkeitantreffen/ sogeheman zu den Teutschen. Dieheutigen Frantzostn und Jtalianer wollen zwardafür halten / daß sie in manufatturen / in dersrLkiteÄur, feumverckerey und fortiücatlvn,auch ietzo in der kriegs-kunst und andern inven.

tionen der Tcutschen meister waren. Es istauch nicht ohne/ daß beyde Nationes in die-sen wissenschafften/ doch aber auch unter sich ei-ne mehr als die andere / gcthan haben. Undmuß man noch immer viel von denen Frantzo-sen erlernen/ doch aberlernen auch beyde Na-tiones viel von denen Teutschen/ als welche/unerachtet der eingeschlichenes Verderbnisse/doch noch viele unnachahmliche künste und wis-senschafften vor sich haben : Und war doch ingantz Franckreich keinerzu finden/welcher diegroße glocken auff den thurm der Frauenkir-che zu Pariß ohne gefahr binauff zu bringengetrauete/ es muste es ein Teutscher von Leip-zig gebümg thun.

Damu aber doch nicht vergessen/ und st

wohlder jetzigen alskünfftigen zeitbeybehaltenwerde/ was die vernünfftigevorfahren hiervongeurtheilet; so muß Paulus stvms, ein Jtali-änischer geschichsschreiber/ und der denTeut-schen sonst nicht gar wohl gewogen ist/sastwi-der seinen willen bezeugen t Daß man sichverwundern müße über T-utschlandesVeränderung ; daß dessen vormahls in de-nen verwzchencn secults zu allen künsteNfast ungeschickte emwohner daran nlchtgenug harren/ den weirbezwingendettRömern den preist der kriegs - wissen-schafften zu (lissuttren/ und durch schärftfe äUeiplm sich glücklich bey solchem rühmezu defestigen/ sondern sie hätten auch denGriechen und faulen Italiänern/welchedoch hiebevor fast alle künste undta pacis ausgebrütet/dieses Meister-stückentzogen^ Und wäre es zu seiner varer?Zeiten dahin kommen/ daß wandle künst-let in der baU-mahler-stein-und bildhav-erckuitsi/ in der mathemaric/ und ande-rer subxilen arbeit/ja biß auff die erfahr-nen brunnenmeister und seid-messer ausTeutschland in Italien hinein holen müs-sen : Und was wäre es wunder? die atlee-fürtrefiichste kunst der buchSruckerep undcrsindung der geschüye und feuerwercke-rey hätte man ja allein Teutschland zudancken. Desgleichen hat der berühmteHrangostpbilsspus Leroaläus folgendes eh-ren-gedichte von unftrm vateriandenaiHsich gelassen t

O LerrnZrüs muneri^ repertrix,

()uo nibil utilius äeäit vetuüas ^

I^ibros lcribere^uX äoces ^remenclo»kelix frußibus mcl^ta öc metailis zLtäivez p^coris,keriZX^ue Zemmset)u^ocl Alsllüm vocitzni tui patentesDeckrum ^tÜLZ, luccinum :

Pollens princljzibus.potens virorum^

(chii ^lüULls oculis comsczue Usva(ZrancleS corpore, lpirituferoees»8eptirobors,ploä:Ai^uc vUAUoües ag^reUiuNdur öc lacellunt»

Worinnen hauptsächlich dendas lob zugeleget wird / daß sie erfindenderer den alten unbekandter künste/ undso fürtrefflich von Lewe u«!d geiiuithesepn/daß es ihnen an tapfferLeie und su-riöscm angriffe und aushaltung einesftlndcs keine andere Kation bevor thue»Das werck zeiget den meister/ weil diese Na-tion sonderlich in gold-und silber-und metall-arbeit/ schmeltz-und scheidungen der ertze/köst-lichen uhren/ feuerwerckerey/ büchsen-kunst/stück-und mörser-giessen/und allen! dem waszur selb«zeugmeifterev gchörig ist/ allen andernvorgehet/ und die besten arbeitet bey ihr zufinden sind. Der sürtrefflichen bücher undandern arbeit der gelehrten und virwösen inallerhand künsten und wisienschaffren zu ge-schweigen: Jnmaßen denn auch die Teut-schen in der gelehrsamkeit wo nicht allen an-dern Nationen vorzuziehen / dennoch allengleich ftynv. In Wahrheit/wer Teutschlandrecht erkennet/ der muß es Franckreich vorzie-hen/welches auch die gescheute und warhejt-ttebendeFrantzosen sechsten thun. Wäre dieM z regie-

Teutschett