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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
92
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Des Europäischen Herolds erge Haupt-Handlung

Prüem/ Johanniter - Meister/ Probst zu undhandelö-jradteHambu:g/Lubeck/Bremen/

Weißenburg und zu Odenheim / die Fürsten- Mühlhausen/ Goßlar und Notthausen.thümer und Pfaltz -Graffschafften Simmern/ So viel von der Haupt - abtheilung des

Zweybrücken / Lautern/ Spanheim und Vel- Rom. Teutschen Reichs. Worbey denn zu

dentz /Land-Grasthum Hessen / Cassel und wündschen wäre / daß nachdem leider so viele

Darmstadt/ Baden wegen Sponheim/ Her- tandschafften und örter von ein und dem an-

tzogthum Savoyen / Hertzogthum Lotharin- dem Kreyße abgerissen und exmmret worden/

gen/ so viel die darinnen gelegene oder darzu über dieses auch bey vielen Standen sich zwei-

gehörige Reichs^lehnschafften anbelanget/ ins- fel ereignet / unter welchen Kreyß sie eigent-

gemein wegen Nomeny/ Land-Graffschafft lich gehören/man aufgegenwärtigem Reichs-

Ober-und Nieder-Elsaß mit ihren allerseits tage zu Negenspurg ein gewisses und durch ein

ämtern und städten/ welche anietzo in Frantzö- allgemeines Reichs - conclulüm bestätigte ver-

ischen Händen. Ferner das Fürstenthum zeichniß oder leKemZ machen/und solchergestalt

Hirschfeld/die Fürsten zu Salm/Nassau/Usin- die mißHelligkeiten/ so insgemein zu einer solchen

gen/ Nastau-Jdstein/ die Graffen in der Wet- zeit zu entstehen pflegen/ wenn die noth bereits

terau/ Nastau/ Saarbrücken/ Weilburg und vor der thüre ist/ vermieden werden möchten.

Wißbaden / Solms / Hanau / Lichtenberg/ Uber dieses halten einige davor/ es seye / bey er-

Müntzberg und Büschen/ Isenburg und- eignetem falle/da drey/ fünffe oder wohl alle

dingen/ alle Rhein - Grafen/ Salm/ Leinin- Kreyße zu des Reichs Wohlfahrt sich conjungi-

gen/ Falckenstein/ Witgenstein / Waldeck/ reu müssen/zuträglich/daß ein General-Kreyß-

Rappoltskirchen/ Kriechmgen/Rappoltstein/ Oberster bestellet werde/ welcher jedesmal)!

Blanckenberg / Königstein / Stolberg/ Herrn en <2be5 commandiren solle. Weil aber die

Walpot von Bassenheim / :e. Die berühmte- jalouste im Reiche zu groß/ und die executiong-

sten Reichs - städte dieses zirckels sind Straß- ordnung nach itziger art im Reiche die Waffen

bürg/ allwo ein solcher thurm/deßgleichen in der zu führen fast imprackc^le ist / so wird es auch

welt nicht zu finden/ welche nebst denen jenseit darzu nicht kommen.

Rheins gelegenen Reichs - städten und örtern Was die Teutsche Nation vor uhraktett

dem König von Franckreich A. 1697 durch den zeiten für sitten und gebräuche gehabt / und wie

Ryßwickischen frieden leider! übergeben wor- löblich sie sich in den meisten stücken erwiesen/

den. Dann Worms/ Speyer/Franckfurt/ davon läset dieses vorhaben keine erzehlung Kitt« M

Wetzlar/ allwo anietzo das Kaysertiche kam- nach. Drum wird von den itzigen sitten / ge- beschaffen/

mer-gericht ist/ Friedberg nebst der Burg da- müths - Neigungen und art der Teutschen völ- Autsch«

selbst/ und so viel schöne örter/ welche zwischen ckerschafft nur kürtzlich angemercket / daß die Nation-

Basel und Maintz am Rheine/ aber auch ietzo Jtaliäner/ Frantzosen und Spanier ihnen ins-

größten theils in steinhausen und ruin liegen, gemein das sauffen vorwerffen/ und man inson-

Undist zu mercken/daß fast in keinem Kreiße derheit ferner von dieser oder jener Nation

so viele stadte vom Reich abgerissen und «ximi- meldet: Daß nemlich die Bayern seyn sollen

ret worden / als in dem Ober - Rheinischen/ gasterey-liebend und unverschämt. Daß man

als lvelcher dem Frantzöischen geitz mehr als die Francken halt für einfältig / bäuerisch und

andere herhalten müssen. Der neundte der jachzornig. Die Meißner für aufgeblasen

westplMsche. undansehentlich. Die Ober-Rheinischen für

WestvM- ^ 55 Q l. . l - offenhertzig und gastfrey. Die Oesterreicher

sche Kreyß. Dieser Kreyß hat IM begnff dteBlsthu- für höflich/lustig und kostfrey» Die Sachsen

merz P uderborn / ^uttich / dessen schone statt für gute säuffer/ verschmitzt und heimlich / dochLutttch der pfaffen parae leß genennet wir«. / halsstarrig. Die Schwaben für ruhm-Munster / Oßnaoruck / e ann die >lbteyen/ zänckisch und für gute fußknechte. Die

G v Thüringer für mißtrau / zancksüchtig und nahr-

x ^^ ' / hafft. Die Unter-Rheinischen für delicat^ullch/ C eve und Berg lctzo von Chur- gute Reuter.Und dann die Westphäler für

^am^n ourg und E h u^ ^ ^^ sinnreich und gute soldaten/ doch dabey grob.

^^^r^sOst-FrleßlaNt/ die Dieses wird insgemein von denen vorge-Grasschachten Sam / ^emheim / ^ealen- meldeten Teutschen landes - leuten gehalten;bürg / Rietverg stuppe/ ^loen^rgund Del- f^te man es aber auf alle und jede in solchenmenhorst/ Nva/ Dieph0!tz / Schauenburg/ landschafften gesessene ziehen/und ohne unter-Brunckh or j l/Win ^bcrg/ Wied u no^uttn- schied der Personen davon urtheilen/würde manM Vcano^H)eld / xxrU.ftcm / .xessxsh cid/ ^^hlich fehlen. Denn gleichwie nicht alle in ei-Rekum / Virnckxrg mm Nieder <tftnburg lande wohnende unter einen Hut zu bringennebst den laue Äfften b^andx Maass So ^jnd; also haben auch die/so gleichsam unter ei-dann die furtreffliche Retchv - staue/ Colin/ backofen/unter einemHorizont/in gleichemAach/u. si w. Der zehemester climate und tem^erLtur des Himmels und derNieder, Nieder-Gächjtlcche, lufft/ u. s. m. wohnen / dennoch verschiedene ge-Cächsische ^ Kreyß gehören das Hertzogthum müths-neigungen und daher entspringende un-Magdeburg / die Bisthümer Hildesheim/- gleiche lebens - arten. Uber dieses kan mandeck/ die Hertzog-und Fürstenrhümer / Bre- ssnderschmeichelet) behaupten / daß das lastecmen/ Verven / Minden/ Braunschweig und der trunckenheir bey den Teutschen um ein ziem- -Lünebutg/Halberstadt/Mecklenburg/ Schwe- liches abgenommen; dahero man sich die hoss-rin und Güstrow/ Sachsen-Lauen bürg/ Hol- nung zu machen hat/es werde selbiges hinkünff-

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