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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Des Europäischen Herolds erste Haupt-Handlung

Drab in Steuermarck an das christliche Scla-vonien; gegen mittag an das christliche Croa--tiemdasVenctianischeJstricn/ den Qolko 61Triette und dasAdriatische meer/ftrner dle Lan-der des Staats von Venedig./ wiederum dieGraubünder und Schweitzerland/ durch wel-che es von Welschland abgeschnitten wird-Und dann gegen abend jenseit Rheins/hat esoben zu gräntzen des Snndgow/ Elsaß/ dann,vermittelst einer linie durch die Saar undMosel biß zum Englischen meer oder dem Ca-nal gezogen die disseit gelegene lande.LMM- Die große soll in der lange / nemlich von" swi-e. gegen morgen/ -68/ oder wann man dieNiederlander mit darzu nimmt / 200weilen/und die breite von Mitternacht gegen mittag?49/ oder wie andere wollen/174 weilen hal-ten/ andere rechnen etwas anders. Der um-kreiß erstrecket sich auff die 46s weilen/ alsodaß man es innerhalb 9z tagen (auf jeden tag5 weilen gerechnet) durchwandern könne.Vor-zeiten sagte man/daßdrey Italien ein Frank-reich/ drey Franckreich aber ein Teutschlandmachten/ welches aber heut zu tage nicht mehralso. Dennoch ist es noch grösser als Franck-reich/hat bessere und reichere ströme/ einenstärckeren Adel/ kriegerischere unterthanen /bessere künstler/ und in summa/was man wün-schet.

Die Donau/ der Rhein/ die Elbe/ die Oder/die Ems/ Weser / Mosel und Mayn/ serner dieSau/ Laybach/ Drau/ Muer/ Inn/ Esch/Zser/Nabe/Lech/ Saale/ Lippe/ Maase/Schelde :c. sind die berühmtesten flüße/ undmeistens schiffreich.

Die Donau entspringt in Schwaben beyDon Eschingcn/ welche nebst dem Nil der gro-ße fiuß ist/und seinen lauffin die 700 weilenbiß in den pvnwm LuxMum gegen morgen er-strecket. Sie nimmet 6Q fiüsse in ihren schoß/- darunter fast die helffte schiffreich ist/ und hatvon ihrer quelle an biß nach Wien 27 unterhalbaber nur 2 brücken.

Der Rhein nimmt seinen Ursprung im Al-pen - gebürge/ allwo er zwey quellen hat/ nem-lich des Förder - und Hinter - Rheines. Aufder rechten seite vereiniget sich mit demselbender Necker bey Mannheim / der Mayn beyMayntz / und die Lippe bey Wesel ; auf derlincken seite aber die Mosel bey Coblentz. Eheer von der Nord-fte verschlungen wird/theileter sich nach und nach in vier arme/ deren dereine den nahmen des Rheins behält; der an-dere aber lencket sich gegen Norden in dieSüder -see/ und wird die Wl genannt. Derdritte / nemlich die Wahl/ fället zur linckenHand in die Maaß/ und der vierdte/ welchenman den Leck nennet/ vereiniget sich gleichfallszur lincken Hand mit der Maaß.

Die Elbe ist einer der gröstcn fiüsse inTeutschland/welcher aus dem Riesen-gebür-ge an den Schlesischen gräntzen entspringet /dessen quelle das weiße wasser genennet wird/und endiget sich dieser prächtige ström in derNord-see bey Ditmarftn/ nachdem sie zuvordie Eger/ Mulde/Milde/Saale und Havel ansich gezogen.

Die Oder kömmt aus dem fuße des Car-patischen gebürges bey dem dorffe Adry her-

vor, gegen das städtlein Ostrow/woroon sieauch ihren nahmen hat. Unterhalb Stettinfieustsie in das grofftHaff/und vondardurchdrey ausgange in dieOst-fte: Die fiüsse aber/so sich mit ihr vereinigen / ftynd der Bob er / dieNeiße und die Polnische Warte. ChurfürstFriedrich Wilhelm zu Brandenburg hat dmOder-ström mit der Spree vermittelst einesnützlichen canals bey neuen Zelle und Mühl-rost/an dem gräntz- wasser Schleube verbun-den/ also daß nunmehro die schiffahrten ausden beeden itztgenanmen strömen durch dieHavel und Elbe nach derOst- und Nord - seemit desto besseremfottgange getrieben werdenkönnen.

Die Emst entspringet unweit Paderborn/und verbirgt sich bey Embden in die Nord-see.

' Die Weser Heisset erstlich die Werre/ undkömmt aus dem fuße des Thüringer-waldesgegen Francken oberhalb des städtkeins Eis-feld hervor; nachdem sie sich aber mit derFul-de vereiniget/ erlanget sie ihren rechten nah-men/und fället unterhalb dem HertzogthumBremen bey Depstede in die Nord-fte.

Die Most! erkennet Lothringen vor ihrenmsprung/und verlieret sich bey Coblentz in demRhein.

Der Maxn aber entstehet in Francken anden Böhmischen gräntzen aus dem Fichtelber-ge/ und verlieret seinen nahmen bey Mayntz/allwo ihn der Rhein verschlinget.

Von Jnsuln ist in Teutschland nichts bcson- Insulsders/ ausftrdem Fürstenthum Rügen/so demHertzogthum Pommern ehedessen mcorzzoriretgewesen/ingleichen Wollin und Usedom an derOstssee. Line Halb-Jnsul macht Jmland undHolstein/ zwischen der Nord-fte und dem Belt.Die fürnehmsten berge sind die Alpen/derBro- Gebirskckelsberg in Nieder - Sachsen (wovon so vielfabelwerckob der hexen zusammenkunfft/ undsonsten herum getragen wird) das Böhmischegebürge/ das Riesen-gebürge/ da wegen desgespenstes/der Rübezahl genannt/ auchgantzebücher von fabeln vorhanden/ die Meißnischeund Thüringische gebirge/ der Kollenberg inPommern/das Heßische gebirge/das Sieben-gebirge gegen Bonn über dem Rheine/das El-saßische und Lotharingische gebirge/die Saltz-burgische und ihre nachbarn die Tyrolische/der Fichtelberg / uss.f.

Die grösten wälder sind der Böhmer- Wälder.Schwach - Hartz - Oden - Wester - und Thü-ringer-wald/ Speßhart/ Steiger-wald.

An ftuchtbarkeit des landes und der leutemangelts dem Teutschlande wegen seiner schö-nen lituatioa und temper^tur gar Nicht. Dieerde giebt inwendig gold/ silber und ander ertzin grosser menge/ das Ertz-Stifft Salzburg/wie auch theils der Kayftrlichen Erbiänder/desgleichen Meißen / das Braunschweiger-land/ der Hartz / Mannsfeld/ Stolberg/ dieGraffschafft Henneberg/ Thüringen/ u. a. m.haben solche reiche gold-silber - und kupfer-berg-wercke/ daß keine Provintz in gantz Europazu finden/ welche es an beeden itztgedachtenmetallen / ingleichen an kupffer/ eiftn/bley/zmn/Vitriol/blauer färbe und kobolden/ wieauch die aus abröftung derselben übrig blei-benden