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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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vom beil. Römischen Reich-

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vor ihm in höchstes schrecken gerathen. Er er-tranck/nach der gemeinen sage/ inCilicien imfiuße Cydnus/ darinnen er badete/unweit Tar-so/A.i t yO. Es mag aber diese meynung da-her in Teutschland ausgesprengt worden seyn/weil er sich in dem kalten bade etwas erkaltet/und hernach ein gefährlich fieber darzu geschla-gen/ welches ihm den garaus gemachet hat.K. Henrich Sein Herr söhn und Reichs-folger K. Hein-rich vi brachte durch Heyrath dem HauseSchwaben das Königreich beyder Sicilienund dessen einverleibte Provintzien zu / daheroer auch Ravenna/Ancona und Herrurien destoeher conczueMren konte. Seiner gemahlinConstantien/Königs KoZeri: in Sicilien frautochter/gaben einige schuld/sie wäre unfrucht-bar/sie genoß aber im 50 jähre ihres alters zuerweifung ihrer geschicklichkeit/und (wie einigescribenten melden) öffentlich eines Printzens/welcher unter dem nahmen K.Friedrichs 11 be-rühmt worden. Dieser Kayser Henrich Vlhatte mit verschiedenen Cron- buhlern zu strei-ten / welche sich derer obgedachter beyden Kö-nigreiche anmaßen woken / die er aber allesamtbezwang und ihnen zur belohnung ihres ehrHei-tzes glüende cronen aufs Haupt setzen/in die han-Mst ^ aber feurige zepter geben ließ. Ein unver-schämmu.^ sil)ämtes stückgen erwieß ihme Pabst ^leNinuzIii darinn / daß er ihme die crone mit der Handaussetzte/mit dem fuße aber alsobald wieder her-ab stieß/ anzuzeigen/daß es bey ihme stünde/ cro-nen zugeben und zu nehmen. Und gesetzt/ eswäre die Cron von Sicilien gewesen/ wormitdiese Pabstt. mkolentz verübet worden/so ist sol-ches doch unerhört/der haß aber gegenK.Fried-richs Posterität darob unschwer abzunehmen.Im übrigen thate der Kayser den Teutschen ei-nen Vorschlag/ vermöge dessen sie seinen nach-kommen das Kayserthum erblich verschreibensolten/dargegen er das Königreich Sicilien undNeapolis mit dem Teutschen Reiche vereinigenwolte.

BÄw" Nach anno 1198 erfolgten tode woltenschweig und die meistenReichs-Stände seinen: bruder/Her-Ai's MÄ Philippen aus Schwaben / die acimimstra-dencomxer^tiondes Reichs austragen / Pabst lnnocentiuzKaysw WM ^ interesse darbey/ und war ihm

de. ' 'als einem söhne mehr allerhöchst gedachten K.Friederichs übel asteÄiomret/und bewilligte al-sofort in die wahl/welche die Neichs-Stände inder person des tapffern Fürsten/Hertzog Ottenszu Braunschweig/Henrich des Löwen söhn / ge-troffen/und unterstützte ihn / so gut als er ver-mochte. Darüber entstunden schwere empö-rungen und kriege. Die Cardinäle / welchederPabst zu beylegung dieser unruhe inTeutsch-land gesendet hatte/bemüheten sich/den friedendarauf einzurichten / daß sich K. Otto aufPhi-lippi lebens-tage der astmimstration und Kayser-lichen tituls enthalten / nach seinem abgangeaber sticcestiren/auch die Princeßin Leatrix,seinetochter / Heyrathen und das HertzogthumSchwaben erblich haben solte.

Es stunde aber dieser antrag K.Otten nichtan/sondern behauptete sein recht durch den de-gen so lange/ biß ins jähr noZ/da sein Gegen-Kayser zuBambe:g in seinem schlaf-zimme: vonOtten/G:afen vonWittelsbach/erstochen wur-de/ und K. Otto iv die völlige regierung über-Erste Haupt - Handlung.

kommen. Die Cardinale waren / durchs geldgewonnen/auf K.Philipps feite gewesen/wel-ches K.Otten verschnupfft / und er wolte/ nach-dem er sich etwas befestiget/dem stuhl zu Romnicht alles nachsehen/ zerfiel dahero mit demPabst / seinem vormahligen Patron/deswegenam meisten/ daß er die dem Reiche entzogene ör-ter wieder mit der Cron zu reumren besiißenwar. Diese Pabstliche ungnade schlug zumbann aus/ und garzurstegrZcZation: Denn esmuste sich der tapffere Kayser so lange umtrei-ben lassen/biß ers müde wurde/ und daß nachverlohrner schlacht im Niederlande das Reichan K» Friedrichen 11 > Kaysers »eorici m söhn/welchen der Pabst numehr so hoch purtirte / alsviel unsug er sonst ihme und seinem Herrn Vet-ter/vater und groß- Herrn-vater erwiesen / A»1212 übergeben würde/geschehen lassen muste.

Der Staats - streich/ nemlich den Kaysernjalousie und krieg zu erwecken/und sie also von noch auchWiederforderung der Italiänischen entzogenenProvintzien zu Mvcrttren/glückte demPäbstli -Rom.chen stuhle bisher nach wundsch/ drum pra6ttcir- xten sie diese maxime auch wider Kayser Friedri-chen/ so bald sich dieser etwas mercken ließ / derPabstlichen tyranney das gewichte zu brechen.

Er ist aber in Verfolgung seines rechts wenigerglücklich als behertzt gewesen / und hat am endedem fatalen Domino des stuhls zu Rom/ vonwelchem er viermahl in den bann gethan wor-den / ebenmäßig wie seine tapffere vorfahrenweichen/ A.122O zu Franckfurt die Regaliendem Pabst bestätigen/und sich immittelst mit sei-nen Gegen-Kaysern/Landgraf Henrichen inThüringen / und Graf Wilhelmen von Hol-land/ herum schlagen / auch vorhero von seinemältesten Printzen/König Henrichen/viel wider-setzung und rebellion erdulden müssen. Soschweren Nachdruck hatte der kirchen - bann unddie blindheit der damahligen zeiten. Er wur-de/ als der letzte Kayser aus Schwäbischem ge-blüte/ von seinem unachten söhne Manfreden/Printzen zu Tanento/ mit einem haupt-küßen zuFerentino inApulien ersticket A.C. 1250/undsamt ihme die Hoheit der Kayser im KönigreicheItalien.

In Teutschlands aber ereignete sich die grö-Grosseste revolution, welche ein Reich je betreffen kan.^""" ""bDenn ob schon Hertzog Conrad aus Schwa-w^u^ben/ beeder Sicilien/ auch bisheriger Römi-la«de».scher König/und nach ihmeGrafWilhelm vonHolland / dann Hertzog Richard von Corn-wall / wie auch König ^lpbonluz in Castilienzur Kayserlichen würde beruffen wurden;nahm sich doch der erste seiner Erb- Königrei-che mehr als des Teutschen westns an ; starbauch bald / nemlich A. 1254. Und im andernjähre hernach wurde König Wilhelm von dettFriesen bey.Medenblick aufm eise erschlagen»Dem Engländer wolte es an Mitteln mangeln/den Staat zu führen / dahero er in seine Insulzurückkehrete. UndderCastilianer verlangtekeinen fuß aus Spanien zu versetzen / sich mitdem titul und schatten des heil. Röm. Reichsvergnügende/ zumahln er ein bessererM2ticu8 ,als Regente/war. Darüberkam eszum schädlichen interreZno und gäntzlichettanarchie. Der machtigere unterdruckte denschwachem: Das recht bestünde auf dem de-3 gen.