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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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63
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vom heil. Römischen Reich.

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über unlängst hernach jämmerlich umkam.Nachdem Kayser Henrich IV zuvor Romerobert/ seinen gottlosen ftind Gregorium vnverjaget / und dargegen Clemencem Hl auffden Habstlichen stuhl erhoben hatte. Somachte auch Marckgraff Eckbrecht in Thü-ringen und Sachsen dem Kayser in die fünffjahrelang viel zu schaffen/ biß er endlich vonden Kayserlichen soldaten in einer mühlen beyEisenbüttel ertappet und erschlagen ward. Undals durch diese tyrannen das werck auch nichtgehoben werden konte / wurde des Kayserssohn/Printz Conrad / wider den Herrn vatetaufgebracht/ wegen solcher rebellisn aber ent-erbet.

Den letzten stoß aber bekam dieser sonst tapfe-reKayser/und der mehr schlachten alskl.klarce!^1u5 und sulius CX5ar,nemlich 62/ befochten hatte/durch list seines durch Pabst ?alLb^lem il wider« verhetzten zweyten sohns und 6e6Znirten

v'bnngt sei- Römischen Kaysers Heinrichs V , welcher ihnnen H vatet A.IIO6ZU wider seiner beschwornen capiculatioaund lckm. ^ durch gewalt der Waffen auf dem Reichs-Con-vent zu Ingelheim zwang Cron und Zepter zuübergeben/ und in gröster armut und Verach-tung biß an sein ende zu leben.

Der neue Kayser suchte die politische fehlerseines Herrn vaters unter andern auch darinnzu verbessern/ daß er der Kayserlichen Majestätdas kirchen-recht und sonderlich die hohe geistli-che invelkturen/welche an dem Kayserlichen Ho-fe durch ettheilung des rittges und Bischöffli-chen stabes geschähe/ hinwieder zu behauptentrachtete. Weßhalber er sich mit einer armeeden weg nach Rom bahnete; allein die HerrenAan deit Pabste hatten von Kayser Henrichen IV her einAU"n kkr, Zar zu schön prXjuäitz vor sich / ihre macht warcheli -sacheil hochgestiegen/ und vermeinten sie/ es könte ohneAtwkdcr ruinihrer Autorität nichts wieder zurückgegeben werden.

In dieser meynung machte Pabst pascbalisi!eine MverlZon und aufstand/ welcher dem Kai>-str ans leben gangen / wo er sich nicht durch-geschlagen. Der geistliche Herr kam zwarselbst darüber in hafft/und etwas zur pcenitLntz/auch endlichem vertrage/die er aber nicht längerhielte/als der Hund das fasten/ unerachrcr er dasheilige Abendmahl bey beschwörung sothanesVergleichs genommen/und dem Kayser die einehelffte von der Hostie mit folgenden Worten ge-geben hatte! ^ccipe boc in corMrmZtionern Ia-eise pAci8 inter me äc te. So bald der Kayserden rücken in Teutschland gewendet/ wurde derso theuer beschworne vergleich gebrochen / derKayser in bann geschlossen/ Chur-Mayntz / unddurch ihn viel Fürsten zur rebellion bewogen.Da half es nichts/ daß der Kayser krafft seineshöchsten Regals denPabst ab-und einen an-dern einsetzte. Das finstere Pabstthum hattedie leute also schon verblendet / daß sie mehr aufdas läolum komAnum, als aus die ordentlichehöchste Obrigkeit sahen.

oüxtus u, damahliger Römischer Pabst/prs-valirce sich dieser fatalen blindheit/ und nach-dein der Kayser durch den Sächsischen kriegmercklich entkräffret worden/ dargegen seinesobsiegers / Hertzog Luthers zu Sachsen/ machtimmer mehr zunahme/brachte er ihn dahin / daßer der geistlichen mvclütur und gerichtbarkeik

zu unwiederbringlichen schaden und schmcle-rung der Kayserlichen Majestät sich auf temNeichs-tagezu Worms A. 1^2durch vergleichbegeben muste. Und dieser gibt die ältesten«Loncordata <^6rmanis6 aN die hüNd / wtlcheHerr Schilter in inllit. ^.?.l.ib. 1 i'ie. 1 z erzchlet/

Und dabey anmerckt/ daß doch so viel nicht da-durch vergeben worden / als die Advocaten desRöm.stuhls es ausgebreitet haben. Es hattesich dieser Herr an seinem Herrn Väter/als einAbsolonan David / versündiget/darum hatteer nirgend glück noch stern/und das Reich mustevon seinen Unfällen das gröste mit leiden.

Erstarb anno 112s ohne leibes-erben / und KapsetthumWandelte nunmehr die Kaysetliche würde wie-wanden wi«.der auf die Sachsen: denn er hatte zum nachfol- Sachsen wger obhöchstermeldten tapffern Sachsen - Für-sten/Hertzog i.otbarium il oder Luthew / unter Dieser ist'dessen regierung die Hoheit des Römischen dem Reich»Reichs in Italien in weltlichen fachen fast aufMdlich.gleichen fuß/ als zu Kayser Carls zeiteffgefche-hen/ wieder gesetzet wurde. Und wäre dasReich allenthalben wieder zur ruhe kommen /wann nicht des verdorbenen K.Henrichs naheverwandten undfchwester-söhne/Hertzog Con-rad und Friedrich in Schwaben/ aufdasKay-serthum sZrTtencliret/und es denSachsen mißge-gönnet hätten. Doch hat er sie bald zu paarengetrieben. Hertzog Ulrichen in Böhmenbrachte er auch zum gehorsam und Huldigung/ingleichen König Kisgnum in Dänemarck we-gen dieses Königreichs : Ferner den Hertzog.

LnPolen wegenRügen undPommern zur lehns-pflicht/und wegen Polen zu abstattung des tri-buts an soo pfund jährlich. Graf LudwigenMin Thüringen erhub er in den Landgrafen-und Fürsten - stand / und Graf Conraden zuWettin verliehe er dasMarggrasthum Meis-sen. Noch eins ist an ihme zu loben/daß er dasjus juliinisNXurn oder Römische recht wiederans lischt gebracht/und sich den Normännerttin Italien tapffermaßig widersetzet: Zu tadelnaber ist es / daß er dem Pabste und Clerisey denzügel zu lang schießen lassen/indem er die ceMonder geistlichen lehns - herrlich - und oberbot-mäßigkeit bestätiget/ und dadurch anlaß gege-ben/ins i^Atersnum unter sein contrefait ftlgendischimpfliche inscription zu setzen:

K.ex vemt ante kores, jurans prius urbis bö>

nore8.

?oli botno 6t?a^>T,6imit guo clante Loronam.

Zur Pflicht und dienst muß sich der RaM

sex erst verschwere«/

Eh ihn Ver pabst erhebt zur Cron und

Reiches-ehren.

Er starb A. 1 r z8/ darauf wurde das Kayser-thum an die Schwaben gebracht. Denn ih-me folgte besagter sein Competent Herr ConradIii, welchem Lotharii eydam/ Hertzog Heinrichzu Sachsen und Bayern / und dessen brudeeWelpho oder Guclfo aus einer erb - jalousiedas Reich cklputirten / daher es lange kriegeabgegeben: Italien entbrandte in innerlichekriegs-flammen/ welche ein stattliches mittetwaren den Päbstlichen 6ommat zu erweitern.Daß er aber solle haben zugelassen/daß Pabstänacletu8 Grass Roger« in Sicitien voneinen Rönig in Sinken/ wie nuch

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