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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
62
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6-, Des Europäischen Herolds erste Haupt-Handlung

Herr/ ivelchem an gerechtigkeit/ tapfferkeitund scrlichen amte undMajestät zu schützen/beraub--

unverdrossenst e6 kein Kayser oder König te. Die Ursache des Pabstlichen hass's rüh-

gleich gethan. ^ . rete eigentlich daher / daß sich der Kayser die-

K.Henrich Seineln Herrn söhn und Reichs-folger/ K. sen drey Antichristischen äecretiz mit unge-

em UN' Henrichen lV, war schon Hey lebzeiten des meinem eyftr widersetzet hatte: Daß nemlich

Hkrr!^ Herm vaters die Crone bewilliget. Weil er si) der Pabst das allgemeine Haupt der Chri-

aber bey dessen tode A. 1056 nur sechs jähr alt stenheit wäre / und dannenhero Macht habe/

war/hatte derHen vater auf seinem sterbe-bette Kayser / Könige und Fürsten ein-und abzuft-

der srau mutter/KayserinAgnes/aufeine bißan- tzen : (2) daß der Pabst alle geistlichen äm-

her unerhörte weise und stnAularilllmoexemplo ter in dergantzen Christenheit zu vergeben hn-

die vormundschafft und Verwaltung des Reichs be: Und(z) daß den Geistlichen der ehestand

ausgetragen/welches auch die Stände beliebet/ gäntzlich verboten seyn solte. Ja es muste

und sie fast zehn jähre regieren lasten / dabei) es/ das höchste Oberhaupt seinem Bischoffe zu

weil sie eine kluge und tapffere Dame war/ Rom zur grösten Verkleinerung der Kayserli-

ziemlich wohl zugienge. Als aber endlich die chen würde in dem allcrverlastensten zustande/

Stände des weiber-regiments/und der conclui. gleich als eine privat - person/ zur p«nitentz/te des jungen Königes / wie auch der mitrcgie- nachdem man ihn zuLanuimm, woselbst sich derrenden Geistlichkeit überdrüßig wurden /gerie- Pabst eben auffhielte/von frühe an biß zu nachtche beydes Teutschland als Italien in unruhe. ungegessen und barfuß einen tag nach dem an-Jenes war.mit der inlolcntz des vorcrwehn- dem vor der thür stehen lassen / sich fußfälligten jungen Kaysersund dessen tcknistrorum.son- stellen und das schimpflichste tractement leiden/derlich der Clerisey/welche mit denen geistlichen konte aber dennoch die verlangte absolmionwürden und probenden übel umgiengen/ und des bannes kümmerlich erhalten/ hatte auchnebst diesem auch des Reichs Patrimonium an am ende wenig vertheil dabey. Uber diesemdie stiffter zogen / übel zu frieden. Als dem schnöden lbbmiliion und schand-flecke/ welcheKayser durch guten rath und remonlkration der K. Henrich der Kayserlichen würde ange-getreuen Reichs-Stände die äugen eröffnet schmieret/ ärgerten sich die Jtaliänischenwurden/ wolte er endlich selbst hierzu nicht stil- Stände/ welche mit des Pabsts schlimmen stü-le sitzen / erregte aber der Clerisey ärgsten haß/ cken ohne dem übel zu frieden waren/ aufs Heff-und ließ sich alles zur trennung an. Die tigste/ammirten dannenhero den Kavstr zu be-Sachsen hatte er durch castele und garnisonen hauptung seiner Majestät/ und öslignirten sei-indenzwangzuschlagenvorhabens/ unddieser nen Herrn sohnPrintz Comaden zum Römi-Nalionlagnochimkropffeunvcrdauet/daß sie schen König/ welches dem Pabste die gröstedasKayscrlicheLxioma verlohren/ daherowa- ombraxs und Veranlassung gab/ auff seinerren sie im ausstehen die ersten/und ihre fache so wacht und Hut desto fleißiger zu seyn; wie erpkutibcl/ daraegen die Kaystrliche regierung denn auffs neue lerm bließ/ die Sachsen undso verhaßt/daß viel andere mächtige Reichs- Schwaben auffwiegelte/ sie mit gelde undK.M«dön>hStände mit ihnen umtraten/ Hcrtzog Rudol- conlilii« verstärckte/ mit dem bann fortführe/»,I phen in Schwaben zum Teutschen König er- und seine excesse also häuffte/ daß die CleriseyMr^xwchleten/ und sich zu Forchheim A. 1077/in sich seinerschamen/ und auff desKaysers gut-beyseyn des d^uneü ^pustoüci, nachstehenden befinden ihn des stuhls entsetzen muste. UndBeftstigung sch^ßes vereinigten/daß forthin denen Slän- wurde obgedachter Hertzog Rudolph mves den die frcye Reichs-wahl verbleiben / und nicht Schwaben zum Gegen-Kayftr auffgeworffenncht». söhn dem vater / oder ein bruder und Vetter A. 1077- Nun lieffes zwar mit dieser rebellion -dem andern durch äelignation oder geblüts we- vorberührter maßen gar schlecht ab:gen lucceckren solte. Der Kayser suchte sich Gleichwohl konteTeutschlanddie gewünsch-bey seiner Hoheit mit aller macht zu beschirmen/ te ruhe noch nicht genießen / ob schon die stö-und musie langwürige kriege führen/ die an- ren-friede/nemlich ncchst dem Gegen-Kaysersangs sebr mißlich/ zuletzt aber seinerseits et- auch Pabst Gregor oder Höttenbrand/welchenwas glücklicher waren/ nachdem Rudolph/ derKaystraufdemzuBrixengehaltenen8pno-Hertzog in Schwaben/welcher sich aufPäbstl. <io des Päbstlichen stuhls entsetzt/und den Crtz-anstifften zum Kayser aufgeworffen hatte/ in Bischoffen zu Ravenna/Cuiberten/unter demderschlacht bey Mörseburg erschlagen worden/ nahmen Clementis Iii an seine statt verordnet/und sammt dem leben die meineydige Hand ver- getilget war. Denn es war die fouverainität^,^,^-.lohren A.iOZv. dem Pabstlichen stuhl schon so tief ins Hertz ge- fe wollen

Italien/ und sonderlich die Hauptstadt Rom/ pflantzet/ daß fast jeder Bischoff/welcher darauflM Kayft?

waren mit der Kayserlichen regierung noch we- zu sitzen kam / seine kräffte anwendete / solche

Niger zu frieden / der Pabstliche stuhl suchte im mehr und mehr zu ttabiüren / und selbst Kayser

trüben wasser zu fischen / und mithin in denen zu seyn. Diese ratio 8tatuz und Pabstliches

trennungen sich von der Kayserlichen ober-bot- stagitium vominationis wurde durch die alliantz

maßigkeitzuemziehen: DaheroPabstGrego- mit denen Sachsen und andern mißgesinnten/

Pabjl Gre> rmsviil, sonst Hildebrand/ welcher ein böser dieman unter dem Pl-Ttextder tyrannischen re-

r?ucuquen/ intriguitt war/ die Fürsten aus sehr plausiblen gierung des Kaysers noch immerzu in feind-

sum«! vey Motiven wider den Kayser verhetzte / und sie schafft zu erhalten wüste/ ziemlicher maßen ge-

win. sammt denen Reichs-unterthanen ihrer Pflicht stärcket.

erließ/ den Kayftr selbst auff eine bißher uner- Gestalt denn ein ander König/Hertzog Her- Gegen-M!hörte weise in bann that/ und ihme dadurch mann zu Lützelburg/von denen Sachsen erweh-nicht nur allen gehorsam und respect entzöge/ let wurde/ insgemein der Knoblochs-König ge-sondern auch der mittel/ sich bey seinem Kay- nannt/weiler zu Eißleben residime / welcher

aber