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Des Europäischen Herolds erste Haupt - Handlung
Kayser solte gehalten werden/der Pabst mochtefeine einwilligung geben/oder nicht.
Mit dieftm König Ludwigen/ als dem letztenHerrn aus dem Caroiingijchcn gcschlechte inTeutschland/endiget sich der erste umlaussdeSTeutfchen oder Franckischen Kayftrthums /welches über hundert jähre bestanden / undIweytcr fangt nun der andere periociuz des heil. Rom.i.ei"auff des Aejchß Teutscher Nation sich an. Es hätten^ zwar die Stände auf König Carln den Ein-fältigen ihr absehen richten können; dieweil eraber zur regierung nicht gnugsam czv3libLiret/Franckreich auch innerlich in unruhe war / unddie Teutfchen vor eine schände hielten/ bey einerso schönen menge tapfferer Helden einen auslan-DasKüyser-- dischen Herrn zu süchen/erwehlten sie zwar Her-aufdll^er Conraden m Francken A. 912 zumkoge tü' Könige. Die machtigern Reichs - Stände^"^nl^er/ nemlich die Hertzoge in Lotharingen/H Cot-rqdsSchwaben/BayernundSachsen/suchten sichdi?-w/vr'e dem gehorsam und respect gegen ihn/ alszcitfchicht. Ober-Haupt/zu entreißen/und jeder dicSouve-rainitär vor sich zu behaupten / welche er gleich-wohl theils durch zwang der waffen / theilsdurch seine klugheit wieder zu ihrer Schuldigkeitanwiese. Keiner brachte es so weit als der" Hcrtzog Otto zu Sachsen / welcher derCachsen des bey K.Ludwigen i V geführten vormundschafft-Reichs ver- tlchen Reichs - ZcjmimüratlOn halber die grösteautoritär imReiche/und im wercke mehr als derKönig stlbst zu sagen hatte.
Sein Herr sohn/Hertzog Henrich zu Sach-sen/der Vogelsteller genannt/ wolte nach desHerrn vaters todte von solchem respecte nichtsHerzog fallen lasten / darüber die blutige schlacht bey^i!sm '"Mörseburg gehalten/und der Francken so vielftiöästr die erschlagen worden/daß man gezweiffelt/ob diehzue ^^^g wäre/sie einzunehmen.
Der Konig befand alle gaben und reguill^,wel-che ein grosser Regente haben soll / bey diesemWirdKönü? seinem feinde/und schlug solchen aufftinem A.in Teutsch- erfolgten todtbettezum Nachfolger vor/ wel-!and. die Stände auch erwehlet/ und das noch
zur zeit sehr wanckende Ternsche Reich merck-llch befestiget. Sintemal er nicht nur die in-^ ^ ^eichs-ruhe erworben / sondern auch die
Reich in gtt- äußerlichen feinde/ Vandalier/Heneter/ Dä-te ^litur nen/ Sclaven/ Dalmatier/ und sonderlich die' 'grausamen Hungarn tapffer zurück getrieben/ihnen die abforderung des tributö von derputschen Nation gantzlich abgeschnitten/und
Te
Lausitz/ Landsberg/ Böhmen und Oesterreichgleichsamverbollwercket/auchdielandes - lls-kenllonez heilsamlichangerichtet/und die Teut-schen wieder zu rechten soldaten geinacht hat; in-masten denn auch die thurniere unter seiner re-gierung A.Hzs zum erstenmal in Teutschlandangesteller worden. Den Kaystriichen titulund Crone vom Pabst zu holen/ war ihm nichtgroß gelegen/ob er wohl von demselben darzueingeladen wurde. Wiewohl man doch Nach-richt hm/daß/woferne er länger leben sollen/ erSein Herr einen Römer-zug gerhan haben würde.
dieser wahre und grosse vermehret' desdie '«muhe Reichs anno 9 Z6 mit tode abgangen / kam stinww ^tto l zu Sachsen/auf den
Itaiieu. thron/ welcher erstlich von denen widerspensti-
gen Fürsten / zumahl Hertzog Gifiberten in Lo-tharingen / zu welchem sich des Königs beedebrüder Hertzog Danckwert und Henrich ge-schlagen/viel Verdruß und blutige oppolmone-zleiden muste; die er aber dennoch allesamt ge-dampffet/indem Danckwert erschlagen / Hen-rich aber mit dem Hertzogthum Bayern befrie-diget wurde. Die Hungarn wölken sich desReichs innerlichen Zwiespalt auch zu nutz ma-chen / und thaten einen streiff biß gegen Aug-spurg/wurden aber also empfangen/ daß sie seit-her nimmermehr sich wiederum herein ins landgewaget.
In Italien war bißher des ober-regiments ErwiM dmund Kayftrlichcn würde wegen viel blutigerstreit gewesen : Denn es hatten sonderlich die lhum wie-'Longobardischen Stände durch sahrläßigkeit^'der Fränckischen Kayser ihnen viel gewait hin-aus genommen / und als die Regenten nichtnach ihren capitulationen lebten / die iicenz ge-faßt / sie abzusetzen. Als aber K. Otto zu bey-legung alles unraths vom Pabst Johanne unddenen Standen hinein geruffen und ihme bee-dcs das Königreich Italien/ als auch dasKay-serthum per leZem mit dem bedinge auffgetra-gen wurde/ daß sürohin beede Dignitäten demKönigreiche in Teutschland unzertrennlich an-hangen / auch kein Pabst ohne des TeutfchenKönigs conlenz erwehlet werden solte; hat erwider Berengarium tt und andere Tyran-nen/ die es mit ihme hielten / die Kayserlichewürde behauptet / und gleich als vom neuenauffdie Teutfchen gebracht. Die krönung ge-schähe zu Meyland in S. Ambrosii kirche mitder so genannten eisernen kröne. Dieserwe-gen und daß nun das Lombardische König-reich zum pZtrimvmo der Teutfchen Nationgebracht/ die sonst eigenwillige Magnaten undStande desselben sich auch den Teutfchen Kay-sern unterworffen haben/ hat dem glorwür-digsten Oberhaupte billichdiegantzepoüeritätzu dancken / und hat er den beynahmen desGroßen mit gutem rechte verdienet. Derausgang war doch vor ermeldten Berengarin so weit glücklich/ daß als er sich fußfälliglukmittim/ der Kayser ihm das KönigreichItalien zu lehn verliehen. Und empfieng er dieKayferliche Crone von Pabst Johanne XllA. 962; wiewohl/ so viel das KönigreichJtali-en betrifft/ diese Lvnczuclle folgende ungelegen-heit hatte/ daß weil man die unruhigenPäbste/den abtrünnigen Berengar und übrige ver-hetzte Stande desselben / in mangelung zu-Bey befi-verläßiger vestungen und garnisonen mitcon>^,"^F^-tinuirlichen zügen im zaum halten muste/ nicht mg vorthnl.nur viel volcks darauffgangen/ sondern auchdiegeld-mittel der Teutfchen lande dahin ver-wendet worden. Ob dieser Kayser Otto da-durch/ daß er dem stuhl zu Rom so viel ge-schencket und denErtz-undBischöffen dieRega-lia und weltliche gewalt verliehen/ dem Rei-che wohl oder übel gethan/ davon ist als einerin der alten Historie zweiffelhafften säche an ei-nem andern orte zu handeln.
Als sich hierauss des besiegten Berengaeii/als vermeynten KayserS/ söhn Albertus' nebstPabst Johanne xii wider Kaystr Ottonemaufflehnete/ entsetzte ihn dieser des Päbstl»stuls/ und machte einen andern Pabst / nem-lich
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