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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
58
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Des Europäischen Hcrolds erste Haupt-Handlung

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A. Zoo zur Vergnügung des lcsers communi-(iret.

Mrgleicht Allermaffen nun die damahlige Griechisches'chdeßdal, KäysermJrene/desKaysers zuConstantinopel^'^l.eom5 iv stau wilde und Regentin/ weder dieKaysern. maä)t/ noch ihr gewaltsames regiment so defe-stiget hatte/ daß sie dem neuen occiäentalischenKayser das Haupt bieten können: Also ließ sie eszum vergleich kommen, umd ceckrte KayserCarln das Römische Kayserthum/ oder wassie noch vor ein recht und prXtenlion auffdasWest-Kayserthum zu Rom haben kome/ der-gestalt/ daß er hergegen auffdie Orientali-sche Kayser-Cron und deren zugehörungennicht prsetenäiren solte/ welcher Vortrag hernachdurch die zwischen Kayser Carln und der Ire.ns Nachfolger Kayser Nicephoro errichtete pa-cta also erläutert wurde/ daß nur das Her-tzogthum Benevento und Calabrien samt derInsu! Sicilien in dem patrimomo ur.dgewaltder Griechischen Kayser zu verbleiben ausgezo-gen wurde.

Kay- Gediehe solchemnach das Römische Jeich

"an auff die Teutsche Nation / und zwar die Ftan-

dieTt'ulsche. (ken/ welche vermählen die machtigstenwaren/und nebens dem besitze des grösten theils vonTeutschlands auch noch gantzFranckieich/undeinen theil von Spanien und Hungmi innenWie weit hatten. Gestalt denn Kayser Carl der Gros-KayserEarl^ den Alpen an/ biß gegen dieOder/undseyerr» ^Oceano Lrit^nnicc, biß gtzZen ApUliettund ferner über Pannonien/Daven/ Histrien/Lidurnien und Dalmatien gehenschet. Wo-bei) doch anzumercken/ daß weder Franckreichnoch das Reich in Germanien dadurch/ daßihr König auch Kayser worden/ zur unterwürf-figkeit des Kayserthums kommen / sondern esist iedes in seiner absonderlichen Verfassung blie-ben/ und auch auff andere art/ als Italien/gouverniret worden. Wenn aber gemein-same aller Nationen Wohlfahrt betreffendefachen vorfielen/ hat man auff Reichs - ta-gen oder auch eonoliis darvon gehandelt.

Kaiser Zud- Sein Herr söhn und Nachfolger/ Kayser Lud-wig der wig der Fromme/ war durch seine unglückli-mus!"die che kinder - zucht dem Römischen Reiche sehrkräffte thei-schädlich; Denn er begieng einen grossenka. Staats-fehler/ daß er A. 8^7 nicht lange nachantretung seiner regierung seine mit der er-stenGemahlin lrminßarcks erzeugete drey Prin-tzen zu Königen machete / nemlich i.otkariumin Burgund undAustrasien/ Pipinum inA-quitanien/ und Ludovicum in Bayern / wel-ches vielunrath machte/ und König Bernhar-den in Italien/ seines bruders Pipini söhn/veranlaßte die Alpen-clausen zu verwahren/und die Stände in Italien zur revolte zu be-wegen. Als der Kayser mit Iuditha/GrafWelsen lzu Altorff in Schwaben tochter/ zurandern ehe schritte/ und Carolum den jünger«/Kahlkopff genannt/ mit ihrzeugete/ so verur-sachte solches nicht allein grosse jalousie beyden dreyen ffhnen erster ehe/sondern sierebel-lirten auch wider den Herrn Vater/ und brach-ten ihn^ durch Vorschub der Cleristy in nochund gefängniß /ja um die Crone selbst eine zeit-

Als er A. 84^ todes verfahren / darmnettNerl n Pipinus bereits vorgegangen/ haben sich

zwischen seinen söhnen/Luthern/Ludwigen undCarlen/wegen der gräntzen baldige irrungenerhoben. KayserLuther wolle alles zu sich reis-ftn/ darüber das blut-bad angieng. Endlich Darauf er-

ist eine solche cheilung erfolget/krafft deren Lo-Mt ^

tharius dieKayserliche würde/ und darzu Rom thalung/und Italien/ die Lombardey und lande an derMosel/ Saar und gegen den Rhein oder dasso genannte Australien / welche von ihme dasLotharingische Reich benahmet worden. It.Provence und Burgund : Dann König Lud-wig Teutschland disseit Rheins / wie auchdes weins halber Mayntz / Speyer undWorms samt deren göwen und bezircken/da-her er auch 6ermanicus benähmet worden/ we-niger nicht Pannonien; König Carl aberWest - Francken oder das itzige Franckreichvon der Maase an/ biß in den Oceanum öri-tannicum bekommen. Wodurch Teutschland Teutschlandein absolut und von dem Kayserthum unab- ^hängiges sreyes Reich worden. mgretch.'

Jeder von diesen Herren besaß sein Reichauff eine von des andern seinem Staate undzumal von demKayjerchum unabhängige freyeart: Jnmaffen denn auch dieLombardey undLotharingen / ob sie wohl einen Herrn hatten/von demKayserthum keine ciegeuäsutz erkann-ten. Kayser Luther hatte drey Printzen/un-ter welche die väterliche lande also vertheiletwurden/ daß R. Ludwig Italien und dieKayserliche würde / Carl die Provence undklein Burgund/ Lother aber die übrigen lan-de bekam/welche von ihm Lothars oderLothringen genennet wurden.

Als nun Carl A. 858 ohne männliche erbenverstarb/ bekam Kayser Ludwig die Provenceund Lother Burgund. Eilff jähr hernachgieng auch dieser mit todte ab: Dahero sei-nes Herrn vaters bruder/ R.Carl der Rahlein Franckreich/ dessen lande einnahm / wurdeaber von seinem bruder / König Ludwigen inGermanien/ verjaget. Endlich verglich er sichmit ihm A. 870/ also daß ieder einen theil be-kam/ welches Kayser Ludwig geschehen ließ/dem von rechtswegen/als leiblichen bruder/ dielande allein gebühret hatten.

Als ossr allerhöchstbesagter Kayser LudwigIi ohne männliche leibes-erben tvdes verfahren/hätte die Kayserliche Crone und die lande/welche auff die spindcl nicht zu fallen pflegen/auff seines Herrn vaters älteren bruder/ KönigLudwigen in Germanien/kommen und fallensollen. Allein dessen jüngerer bruder/ KönigCarl/versuchte seine vormahls gezeigte begier-de zu herrschen noch einsten auff eine andereweise / hienge sich an Pabst Johann den NXund ließe sich durch ihn der Stände beyfall inItalien erwerben. Es gienge bey der Geist-lichkeit mit schmiralien zu/ und muste das rechtdem gelde/ und der rechtmäßige erbe untereinem allerdings mcomperenten richter dem in-vslorn weichen. Denn die Jtaliänische Her-ren hiengen blindlings an des heiligen vatersaussprach / der zu Pavia publiciret wurde.

Dieses war die erste breche / welche die Päb-ste bey der Kayserlichen würde und Hoheit ma-cheten. Zwar solte man meynen / daß nachmenschlichen mazmnen und der Übung in derwelt keinerzu verdrucken stpe/ welcher pro sm-

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