LXXXI
Danach war die Länge der Studienzeit derer, die mit einer Prüfung abschlossen, bis zumJahre 1579 im Steigen begriffen, erreichte in diesem Jahre den Höhepunkt mit etwa 15 Semesternund fiel danach allmählich bis zum Jahre 1620 auf ungefähr 9 Semester. Indessen sind diese Zahlenwohl als zu hoch gegriffen anzunehmen, da bis in den Anfang des 17. -Jahrhunderts sicherlich vieleIurati ihre Studien noch nicht mit der eidlichen Verpflichtung begannen, sondern noch einige-fahreauf der Trivialschule oder im Privatunterricht blieben. Besser sind wir über die Zeit unterrichtet,die der Baccalar brauchte, um zum Magisterium zu gelangen. Hier sehen wir, daß die Studienzeitvon 5% bis auf 3 22 / 37 Semester zurückging. Das Bestreben tritt schon entgegen, die beiden Prüfungenmöglichst rasch hintereinander abzulegcn.
II. Die Promotionen der oberen Facnltäten. 1. Die Handschriften. Ueher die Pro-motionsverzeichnisse der theologischen, juristischen und mediciuisclien Facultät habe ich bereits inder Einleitung zum 2. Bande der älteren Matrikel berichtet. Es genügt, auf das dort Gesagte zuverweisen. 1 ) Während die Verzeichnisse der beiden erstgenannten Facultäten, zumal das der juristi-schen, annähernd vollständig sind, hat man in der medicinischen Facultät im 17. Jahrhundert jederegelmäßige Aufzeichnung unterlassen. Man begnügte sich mit Aufbewahrung der Beschreibungender PromotionsfeieiJichkoiten, in denen die Namen der Promovirten genannt wurden. Offenbar sindviele dieser Beschreibungen verloren gegangen. Die im Archiv der medicinischen Facultät erhaltenenhabe ich zur Ergänzung der Register benutzt. Hinsichtlich der Daten der Promotion herrscht in denPromotionslisten nicht immer Sicherheit. Sogar das Jahr bleibt zuweilen ungewiß.
Auf die Veränderungen, die hinsichtlich der Promotionsbedingungen seit dem Jahre 1559eingetreten sind, wird ebenfalls in der Geschichte der Universität ausführlicher eingegangen werden.
2. Die Zahl der Promotionen. Verhältnismäßig gering war die Zahl der Studirenden,die in den oberen Facultäten Grade erwarben. Die V. Tabelle am Schlüsse der Einleitung verzeichnetdie Promotionen für alle Jahre, in denen solche nachweisbar stattgefunden haben. Die folgendeUebersicht giebt ein Bild von der Zahl der Promotionen, die in Zeiträumen von Jalnfünften voll-zogen worden sind:
Theologie Jurisprudenz Modicin
W.1559 —
S. 1564
b.
— lic.
—
dr.
—
b.
4 lic.
2
dr.
7
b.
4
lic.
dr. —
W. 1564 —
S. 1569
b.
5 lic.
—
dr.
—
b.
— lic.
4
dr.
—
b.
—
lic.
dr. —
W.1569 —
S. 1574
b.
1 lic.
—
dr.
4
b.
7 lic.
7
dr.
4
b.
—
lic.
!
dr. 4
W. 1574 —
S. 1579
b.
— lic.
—
dr.
—
b.
— lic.
3
dr.
5
b.
—
lic.
1
dr. —
W. 1579 —
S. 1584
b.
6 lic.
4
dr.
•—
b.
— lic.
9
dr.
6
b.
—
lic.
—
dr. —
W. 1584 —
S. 1589
b.
— lic.
—
dr.
1
b.
— lic.
—
dr.
5
b.
4 lic.
—
dr. —
W. 1589 —
S. 1594
b.
— lic.
—
dr.
1
b.
— lic.
—
dr.
—•
b.
—
lic.
3
dr. 3
W.1594 —
S. 1599
b.
2 lic.
2
dr.
—
b.
— lic.
5
dr.
3
b.
—
lic.
dr. —
W. 1599 —
S. 1604
b.
3 lic.
—
dr.
2
b.
— lic.
2
dr.
1
b.
7
lic.
dr. —
W. 1604 —
S. 1609
b.
6 lic.
3
dr.
3
b.
— lic.
5
dr.
8
b.
—
lic.
1
dr. 3
W. 1609 —
S. 1614
b.
14 lic.
4
dr.
2
b.
— lic.
5
dr.
5
b.
—
lic.
6
dr. —
W. 1614 —
S. 1619
b.
— lic.
6
dr.
3
b.
— lic.
10
dr.
10
b.
—
lic.
—
dr. 3
W. 1619 —
S. 1624
b.
9 lic.
2
dr.
—
b.
17? lic.
8
dr.
8
b.
-
lic.
—
dr. —
W. 1624 —
S. 1629
b.
5 lic.
—
dr.
4
b.
5? lic.
5
dr.
5
b.
lic.
—
dr. —
W. 1629 —
S. 1634
b.
14 lic.
6
dr
3
b
4? lic.
6
dr.
6
b.
-
lic.
—
dr —
D S. XIV, XXIII und XXXV.
DIE 1ÜNGERE MATRIKEL D. UN1V. LEIPZIG I.