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Facultät hatte mit Rücksicht darauf, daß der Candidat bereits Pfarrer war, die Befolgung derSatzungen außer Acht gelassen, erklärte aber, daß diese Ausnahme keinen Präcedenzfall bildensolle. Doch das Beispiel war einmal gegeben. Bereits bei der Magisterpromotion des W. 1626stellten sich drei Pfarrer ein, die gleich Göritz an demselben Tage zu Baccalarien und Magisternpromovirt wurden. Im W. 1627 folgte wieder ein Pfarrer, und seitdem bildete sich die Ausnahmezu einem häufig geübten Brauche um.
Eine andere Verletzung der Satzungen fand im S. 1622 statt. Obwohl der Promotion stetsdie Prüfung vorangehen und der Candidat anwesend sein mußte, wurde am 28. September JeremiasWeher aus Leipzig, der um nothwendiger Arbeiten willen an der Universität in Wittenberg zurück-gehalten wurde, weil ihm Leipziger Professoren das Zeugnis guter wissenschaftlicher Bildungausstellten, „nullo examine praevio et absens“ zum Baccalar promovirt. „Id quod ad exemplumtrahi inposterum nulla ratione debet“ fügt der Decan hinzu. Auch dieses Beispiel hat aber späterNachahmung gefunden.
Nicht immer wurde übrigens an den gewohnten Promotiousterminen festgehalten. Ganzabgesehen davon, daß wegen Mangels an Candidaten die Prüfung ausfiel, so bestimmte z. B. derKurfürst, daß im Jahre 1630 die feierliche Promotion der in den beiden Baccalariatsprüfungen desS. 1630 zugelassenen Candidaten zur Erhöhung der Festlichkeiten bei der Jubelfeier der Augs-burgischen Confession am 3. Juli gemeinsam vollzogen werde. Auch kriegerische Nöthe undansteckende Krankheiten haben wiederholt den Aufschub der Prüfungen und Promotionen zur Folgegehabt, z. B. im S. 1631, S. 1632, W. 1632 und W. 1633, oder wie im S. 1633 zur völligenEinstellung der Promotion gezwungen.
4. Die Zahl der Promotionen. Ueber die Zahl der jährlichen Promotionen in derphilosophischen Facultät giebt die IV. Tabelle am Schlüsse der Einleitung Aufschluß. Die Zahl derPromotionen in jedem Jahrfünft läßt sich aus folgender Uebersicht ersehen:
im Jahres-
im Jahres-
Semester
Mag.
durchschnitt
Bacc.
durchschnitt
W. 1559 —
S. 1564
63
12,6
108
21,6
W. 1564 —
S. 1569
52
10,4
131
26,2
W. 1569 —
S. 1574
105
21
153
30,6
W. 1574 —
S. 1579
106
21,2
161
32,2
W. 1579 —
S. 1584
96
19,2
183
36,6
W. 1584 —
S. 1589
79
15,8
165
33
W. 1589 —
S. 1594
87
17,4
128
25,6
W.1599 —
S. 1604
91
18,2
114
22,8
W.1604 —
S. 1609
114
22,8
157
31,4
W. 1609 —
S. 1614
111
22,2
164
32,8
W. 1614 —
S. 1619
108
21,6
164
32,8
W. 1619 —
S. 1624
165
33
206
41,2
W. 1624 —
S. 1629
115
23
225
45
W. 1629 —
S. 1634
123
24,6
125
25
Die Zahl der Baccalariatsprüfungen ist von W. 1559 — S. 1584 im steten Wachsen begriffen,fällt alsdann bis S. 1604, steigt dann bis S. 1629, um im letzten Jahrfünft des hier behandeltenZeitraums wieder rasch zurückzugehen. Die Zahl der Magisterprüfungen steigt in den ersten Jahr-fünften bis S. 1579, geht dann bis S. 1589 zurück, steigt dann mit Ausnahme der zwei Jahrfünftcvon W. 1609 — S. 1619 zur größten Höhe im Jahrfünft W. 1619 — S. 1624, um dann wiederzu fallen. Rechnen wir die Baccalariats- und Magisterpromotionen zusammen, so bemerken wirein Steigen bis in das mit S. 1584 endende Jahrfünft von 171 auf 279 Promotionen, dann sinkt die
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