LXXVI
Zahl bis zum S. 1G04 bis auf 205, erhebt sich wieder in den Jahrfünften von W. 1604—S. 1609,W. 1609—S. 1614 und W. 1614—S. 1619 bis auf 271, 275 und 272, erreicht im nächsten Jahr-fünft W. 1619—S. 1624 mit der Zahl 371 den Höhepunkt, um dann rasch zu sinken. Im Großenund Ganzen sinkt und fällt die Zahl der Promotionen mit der Zahl der Inscriptionen der Iurati, nurdaß die Maxima und Minima der Inscriptionen denen der Promotionen um einige Jahre vorangehen.Doch zeigen sich auch Abweichungen, die der Erklärung bedürfen. Im Allgemeinen ist zu bemerken,daß die Zahl derer, die einen akademischen Grad erworben haben, im Verhältnis zu der Zahl derinscribirten Iurati im Wachsen begriffen ist. Den 9511 inscribirten Iurati der 25 Jahre vonW. 1559—S. 1584 stehen 1158 Promovirte, den 7451 Iurati der 25 Jahre von W. 1609—S. 16341506 Promovirte gegenüber, d. h. in der ersten Periode haben 12,18 °/ 0 , in der zweiten 20,21einen akademischen Grad erworben. Vergleichen wir insbesondere die Baccalariatspromotionen mitder Zahl der Inscriptioncn, so stehen den 9511 Iurati der ersten Periode 736, den 7451 Iurati derzweiten 884 Baccalaricn gegenüber, d. h. in der ersten Periode sind 7,74 °/ 0 der Iurati Baccalarien,in der letzten dagegen 11,86% geworden. Dasselbe Verhältnis wiederholt sich bei den Magistern.In den ersten 25 Jahren der hier behandelten Zeit haben 4,43 % der Iurati die Magisterwürdeerlangt, in den letzten 25 Jahren dagegen 8,34 %. Und während in den ersten fünf Jahrfünftenvon 736 Baccalarien 422, mithin 57,34 %, zur Magisterwürde gelangten, erreichten in den letztenfünf Jahrfünften von V. 1609—S. 1634 von 884 Baccalarien 622, d. h. 70,36°/ 0 , die höchsteAVürde der Facultät. Nicht bloss haben also die Promotionen im Allgemeinen zugenommen, sonderncs ist insbesondere auch die Zahl derer gewachsen, die ihre Studien mit der Magisterpromotionabschlossen.
Das Wachsen oder Fallen der Promotionszahl hat man mit dem größten Interesse verfolgt,denn nach ihm hat man die Bedeutung, die die Hochschule im Wettbewerb mit den anderenUniversitätengewann, eingeschätzt. Als am 28. Januar 1574 der Decan Johann Seliger 29 Candidaten die Magister-würde verliehen hatte, schrieb er in die Matrikel die Worte ein: „ Cumque dignitatem nostram totnumero hactenus promotione una apud nos non sint consecuti, precamur aeternum Deum, ut scholamnostram conservare in diesque augere velit.“ Einen ähnlichen Wunsch äußerte der Decan Erhard Hertel,dem es am 25. Januar 1575 vergönnt war, nicht weniger als 38 Candidaten zu Magistern zu ernennen.„Fuit autem“, so schrieb er in die Matrikel, „hic numerus inauditus prioribus annis in Academianostra, ut Deus optimus maximus causam satis iustam dederit orandi se, quo deinceps etiam similimodo studia nostra fortunando benedicere velit , ut excrescere magis quam decrescere videamur.“Und als sich im W. 1618 sogar 44 Scholaren der Baccalariatsprüfung unterzogen, merkte der DecanJohannes Friedrich in der Matrikel an: „Detitores primae laureae , numero Ai-, ( J U0 quidem maiorema Cannis haec universitas non vidit, si unum excipias annum 15J/.8 um , qui decano Qeorgio Ioachimolihetico, Mathematico id temporis celeberrimo, numerum hoc tempore nostrum denario superavit.“
5. Studienzeit und Alter der Promovirten. An den alten satzungsgemäßenBedingungen für die Erwerbung der Grade hat man grundsätzlich weiter festgehalten. Danach solltewer sich um das Baccalariat bewarb, mindestens 17 Jahre zählen und eine Studienzeit von wenigstenseinem und einem halben Jahre nachweisen können. Wer das Magisterium erlangen wollte, mußtezwei Jahre Baccalar gewesen sein und eine bestimmte Anzahl von Vorlesungen gehört und gehaltenund an einer genau festgesetzten Menge von Uebungen und Disputationen Theil genommen haben. 1 )Alle diese Bestimmungen erfuhren jedoch durch ein weit ausgebildetes, mit allerhand Gebührenverbundenes Dispensationswesen vielfache Milderungen.
Folgende Uebersichton lassen besser als die Satzungen den bei der Zulassung zur Prüfungherrschenden Brauch erkennen.
’) Erler, Die Matrikel der Universität Leipzig II. p. Lllff.