LXI
Im Jahrfünft von W. 1594 — S. 1599 sind von den Iniurati im Durchschnitt 22,06 °/ 0nachträglich zur Vereidigung gelangt, und zwar von den Meißnern 27,95 %, von den Sachsen 12,10 °/ 0 ,von den Bayern 4,45 % und von den Polen 7,56 °/ 0 .
Im Jahrfünft von W. 1619 — S. 1624 haben von den Iniurati im Durchschnitt 25,09 °/ 0den Eid nachgeholt, und zwar von den Meißnern 32,92 °/ 0 , von den Sachsen 9,34 %, von den Bayern16 °/ 0 und von den Polen 15,62 °/ 0 .
Im letzten Jahrfünft dieser Periode endlich von W. 1629 — S. 1634 sind von den Iuratiim Durchschnitt 16,23 °/ 0 später vereidigt worden, und zwar von den Meißnern 20,58 °/ 0 , von denSachsen 5,58 °/ 0 , von den Bayern 12,9 °/ 0 und von den Polen 8,02.
Es geht aus dieser Uebersicht hervor, daß, wenn sich nicht, wie im letzten Jahrfünft, derKrieg bis an die Mauern Leipzigs her anzog, von den Iniurati ungefähr ein Viertel zur Ver-eidigung und damit zur Aufnahme der akademischen Studien gelangte. Als der große Krieg auchSachsen zum Schlachtfelde machte, sank der Procentsatz der nachträglich Vereidigten bis auf 16,23 °/ 0herab. Daß unter denen, die später den Eid ablegten, die Nation der Meißner am stärksten ver-treten war, ist selbstverständlich. Die Bewohner Leipzigs und der benachbarten Landschaften habenunter ihnen die große Menge gebildet. Die Nähe der Hochschule, die geringeren Reisekosten, für denLeipziger insbesondere die größere Billigkeit der Lebensführung im elterlichen Hause legten es demeinmal Dcponirten nahe, sich später den akademischen Studien zu widmen, während von den an weiterentfernten Orten wohnenden Deponirten der überwiegend größere Theil mit Rücksicht auf die lange,mit Gefahren verbundene Reise oder wegen der durch den Krieg erhöhten Kosten oder aber aus denverschiedensten Gründen auf den Besuch der Hochschule verzichtete. Mancher war als Trivial-schüler inscribirt worden, andere hatten nur Privatunterricht bei Leipziger Magistern genossen unddamit die Inscription erlangt, ohne daß sie jemals an ein Universitätsstudium gedacht hatten.Wieder andere waren überhaupt nie nach Leipzig gekommen, hatten den Gedanken, dort zu stucliren,den sie vielleicht gehabt, wieder aufgegeben, das Studium an einer andern Hochschule vorgezogenoder sich einem andern Berufe zugewandt.
Die folgende Tabelle mag noch den sehr erheblichen Unterschied veranschaulichen, derzwischen der Gesammtzahl der in die Matrikel Aufgenommenen und der Zahl derer, die denUniversitätseid geleistet haben, besteht:
Semester Inscribirt Iurati
W. 1559
— S. 1564
2102
1987
W. 1564
— S. 1569
2047
1813
W. 1569
— S. 1574
2500
2153
W. 1574
— S. 1579
2325
2014
W. 1579
— S. 1584
2142
1544
W. 1584
— S. 1589
2566
1825
W. 1589
— S. 1594
2925
2047
W. 1594
— S. 1599
2732
1785
W.1599
— S. 1604
2993
1822
W.1604
— S. 1609
2869
1606
W. 1609
— S. 1614
3228
1833
W.1614
— S. 1619
3600
1866
W.1619
— S. 1624
3382
1480
W. 1624
— S. 1629
3289
1369
W. 1629
— S. 1634
2558
906
Zusammen
41258
26050