Druckschrift 
1 (1909) Die Immatrikulationen vom Wintersemester 1559 bis zum Sommersemester 1634
Entstehung
Seite
LX
Einzelbild herunterladen
 

LX

Universitäten ganz erheblich sinken mußte und sank, ihren Höhepunkt. Ein Beweis mehr, daß dieIniurati, deren Zahl durch kriegerische Wirren und wirthschaftliche Katastrophen nicht beeinflußtwurde, thatsächlich nicht zum Studium übergingen.

Während bei den Iurati die Meißner, also überwiegend die Landeskinder, annähernd 50 %der Gesammtinscriptiouen ausmachen, stellen die Meißner zu den Iniurati eine weit höhere Zahl.Der Procentsatz hält sich immer über 50 °/ 0 und steigt bis 70 °/ 0 . Den Meißnern, unter denennatürlich die Leipziger Bürgerskinder an erster Stelle stehen, folgen die Sachsen aus dem benach-barten Kurkreis und die Polen aus der nahen Lausitz, während die von Leipzig weiter entferntebayrische Nation zumeist keine Veranlassung hatte, ihre Kinder in Leipzig deponiren zu lassen.AVer aus ihrem Gebiete studiren wollte, wartete, bis er zu Jahren gekommen war, und unterwarf sichhei der Inscription zugleich den lästigen Förmlichkeiten der Deposition.

Endlich ist auch noch der Anzahl derer insbesondere zu gedenken, die später zur Vereidigunggelangt sind. Sie stellt sich nach Zeiträumen von je fünf Jahren folgendermaßen:

Semester

Misn.

Sax.

Bav.

Pol.

Gesammt-

zahl

Jahres-

durchschnitt

AV. 1561

S. 1564

43

2

1

46

9,2

AV. 1564

S. 1569

61

3

4

3

71

14,2

AV. 1569

S. 1574

74

1

1

76

15,2

AV. 1574

S. 1579

70

5

2

77

15,4

AV. 1579

S. 1584

107

12

4

6

129

25,8

AV. 1584

S. 1589

171

26

. 7

11

215

43

W. 1589

S. 1594

189

25

5

12

231

46,2

W. 1594

S. 1599

232

27 _

2.

9

268

53,6

AV. 1599

S. 1604

350

35

1

17

403

80,6

\Y. 1604

S. 1609

337

41

15

22

415

83

AV. 1609

S. 1614

447

77

12

23

559

111,8

AV. 1614

S. 1619

497

56

22

36

611

122,2

AV. 1619

S. 1624

526

54

15

42.

' 637

127,4

W. 1624

S. 1629

426

38

8

40

512

102,4

AV. 1629

S. 1634

275

20

8

17

320

64

Es zeigt sich dabei, daß die Zahl der nachträglich Vereidigten im Großen und Ganzen mitder der unvereidigt Gebliebenen Schritt hält. Sie ist in ununterbrochenem Steigen begriffen bis zumJahrfünft AV. 1619 S. 1624 von 46 bis 637 oder einer jährlichen Durchschnittszahl von 9,2 bis127,4. AYährend aber die Zahl der unvereidigt Gebliebenen in den Jahren des Krieges noch steigt,fällt die Zahl der nachträglich Vereidigten, entsprechend der der Iurati überhaupt, in den beidenfolgenden Jahrfünften auf 512 und 320, also auf einen Durchschnitt im Jahre von 102,4 und 64. Eslag eben nahe, daß die Kriegswirren denen, die gelegentlich der Deposition in die Matrikel ein-geschrieben worden waren, die Lust benahmen, sich nach Leipzig zu begeben, um sich den Studienzu widmen. In ihrer überwiegenden Mehrzahl gehören die nachträglich Vereidigten den Meißnernan. Sie bilden in dem Jahrfünft von AA T . 1561 S. 1564 96 °/ 0 , in dem Jahrfünft von W. 1619 bisS. 1624 82,26 °/ 0 und in dem Jahrfünft von W. 1629 S. 1634 85,9 °/ 0 der Gesammtzahl. Nebenihnen kommen also die Angehörigen der andern Nationen kaum in Betracht. Ihnen folgen die An-gehörigen der andern Nationen meist in dem Verhältnis, in dem ihre Gebiete von Leipzig entferntlagen. Zunächst die Sachsen, dann die Polen, zuletzt die Bayern.

Das Verhältnis, in dem die Zahl der nachträglich Vereidigten zu der Zahl derer stand, dieohne Eid inscribirt wurden, wird durch folgende Angaben näher erläutert.

Im Jahrfünft von W. 1574 S. 1579 haben von den Iniurati 25,08%) von den Meißnern23,65%, von den Sachsen 9,8%, von den Bayern 0%, von den Polen 6,46% den Eid nachgeholt.