Die Berlin-Stettin» Eisenbahn. 17
1432 rückten die Hnssiten vor Wriezen und zerstörtendie Stadt mit Feuer und Schwert; ste wurde jedochbald darauf von neuem aufgebaut und hielt stch trotzder Verwüstungen des 36jährigen Krieges. Im Jahre1664 brach eine schreckliche Feuersbrunst aus, welchefast die ganze Stadt in einen Aschenhaufen verwan-delte. 1676 mußte die Stadt den Schweden 466 Tha-ler Contribution zahlen. Unter Friedrich WilhelmI.und Friedrich II. fällt die Urbarmachung des Oder-bruchs; durch Fleiß und Anstrengung hat die Stadtihren frühern Wohlstand wieder errungen. Von derUmgebung Wriezens ist besonders das nicht weit vonKarnekopf gelegene Dorf Frankenfelde, mit einerKönigl. Stammschäferei echter Merinos zu erwähnen.
Nach diesen Ausflügen in die Umgebungen vonNeustadt-Eberswalde setzen wir unsere Dampffahrt nachStettin fort. Zunächst passiren wir die große Brückeüber den Finow-Canal, sie ist 48 Fuß weit, ganzmassiv und mit einem Bogen überspannt, bei einerHöhe von 42 Fuß des Planums über dem Wasserspie-gel; alsdann läuft die Bahn mit einer Krümmungbei dem großen Paretz See, durch den Lieper Forst unddas Dorf Vritze bis zum Dorfe Chorinchen. Hierwaren bedeutende Erdarbeiten erforderlich, nämlich einAuftrag von 66 Fuß und ein Abtrag von 46 Fuß.In dem genannten Dorfe befindet sich eine herrlicheRuine der Klosterkirche. Chorinchen, ein ehemaligesCisterzienser Kloster wurde nämlich vom MarkgrafenJohann I. und Otto III. ums Jahr 1231 gestiftet.Das eigentliche Kloster stieß an die Südseite der Kirche;überall sind noch Trümmer vorhanden, für deren Er-haltung der König schon als Kronprinz Sorge trug.Oestlich vom Kloster dehnt sich der Marien-See aus,