Die Berlin-Stettiner Eisenbahn. 13
Odcrbruchs führte sie jedoch wieder zu ihrem früherenWohlstand zurück.
Das Wasser des Gesundbrunnens zu Freycnwaldewurde schon in frühen Zeiten mit gutem Erfolge gegenFieber und dergleichen angewendet. Unter dem großenKurfürst bedienten sich verwundete Krieger desselben,und fanden es außerordentlich heilsam. Dieses veran-laßte den Kurfürst das Wasser chemisch untersuchen zulassen. So entstand im Jahre 1684 die erste Anlagedes Brunnens, welche zwei Bürger der Stadt bewachenund Betstunden dabei halten mußten. Im Jahre 1684begab sich der Kurfürst mit seinem ganzen Hofstaatenach Freyenwalde und bediente steh der Quellen. Bereitsim folgenden Jahre wurde der Brunnen von 1S00Gästen besucht, da sich das Gerücht verbreitet hatte,der Prinz Philipp Wilhelm sei nach dem Gebrauche desBrunnens von seiner Harthörigkeit genesen. Bis zuseinem Tode besuchte der Kurfürst den Brunnen; 1704kam der erste König von Preußen mit allen Gliedernseines Hosts nach Freyenwalde und that hier man-cherlei für die Verschönerung der Stadt und des Brun-nens. Im Jahre 1706 erschien das erste Brunnen-reglcment. Der König besuchte in diesem Jahre zumletzten Male den Brunnen. Im Jahre 1711 wurdeeine zweite Quelle, der St. Georgcnbrunnen entdeckt;Friedrich Wilhelm I. intereffirte sich anfangs wenigfür die Heilquelle, ließ sie jedoch später von Neuemuntersuchen und mehrere Gebäude daselbst ausführen.Die neue Quelle erhielt im Jahre 1736 den Namender Königsbrun neu. Friedrich der Große übertrugim Jahre 1767 die Leitung des Brunnens einer Com-mission, und ließ ein einstöckiges Haus mit 7 Arkaden,ein zweistöckigen Pavillon und ein Saalgebände, sämmt-lich massiv errichten.