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Die Berlin-Stettiner Eisenbahn nebst kurzer Geschichte und Beschreibung von Neustadt-Eberswalde ... : nebst 1 Kt.
Entstehung
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12 Die Berlin-Stcttiner Eisenbahn.

Wir bedienen uns jetzt der zweimal des Tageshier abgehenden und ankommenden Post oder einesPersonenwagens, um uns nach dem reizenden Bade-orte Freyenwalde zu begeben, welches nur 2 Meilenvon Neustadt-Ebcrswalde entfernt liegt und nun balddurch eine Chaussee mit dieser Stadt verbunden seinwird. Freyenwalde, nächst Neustadt, der reizend-sten Punkt der Mark-Brandenburg, ist eine offeneStadt, auf der einen Seite von Anhöhen, auf der an-dern mit fruchtbaren Ebenen umgeben; sie zählst 2900Einwohner, welche theils von Viehzucht, thcils vonFischerei und Brennerei leben. Die Stadt ist deutschen Ur-sprungs und hat ihren Namen von einem Tempel deralten deutschen Göttin Freya, welche hier in demHaine verehrt wurde; ihre Entstehung als Dorf ver-dankt sie jedoch den Wenden. Die Gründung der Stadtfällt um das Ende des 13. Jahrhunderts; unter KaiserKarl IV. wird sie in den Urkunden längst als Stadtaufgeführt. Im Jahre erhielten die von Uchtenha-gen Freicnwalde als Lehn und crtheilten, wie dies auseiner Urkunde vom Jahre 1114 hervorgeht, der Stadtmehrere Freiheiten und Gerechtigkeiten. 1604.verkaufteHans von Uchtenhagen als der Letzte seines Stam-mes, die Lehngüter an den Kurfürsten von Branden-burg; erst mit seinem Tode 1618 fielen alle seine Gü-ter dem Landesfürsten zu. Im 16. und 17 Jahrhundertlitt die Stadt durch Krieg und Pest, welche vorzüglich1502, 1516 und 1550, wo 700 Menschen daran star-ben sehr stark wüthete. Im Jahre 1584 brannte dieStadt ab; im dreißigjährigen Kriege ward sie von denKaiserlichen und den Schweden geplündert. Eine neueFeuersbrunst im Jahre 1664 zerstörte vollends dieStadt. Die Entdeckung der Heilquellen im Jahre 1684,der Betrieb deS Bergbaues und die Urbarmachung des