XXXIII
13. Die Promotionen.
]. Die philosophische Facultät. 1. Die Handschriften und ihre Ausstattung. DieI’romotionsverzeiclinisse der philosophischen Facultät für die Zeit vom W. 1634—S. 1709 findensich zunächst in dem in der Einleitung zum 1. Band der jüngeren Matrikel beschriebenen viertenBande der Matricula Facultatis Philosophicae, der die Jahre 1616 —1671 umfaßt und sich unterder neuen Signatur B 5 im Archiv der Facultät befindet , 1 ) Die Ausstattung der Handschrift bleibtauch nach dem Jahre 1634 reich. Die Decane der einzelnen Semester haben die Einleitungen dervon Schreibern besorgten Eintragungen vielfach durch stattliche kunstvolle Schrift hervorhebenund durch Beigaben von ihrem Bildnis und Wappen und durch allegorische Bildwerke aus-schmücken lassen, wie auch durch Beigaben von Citaten aus der Bibel und den Classikern oderdurch Gedichte von ihrer Sinnesart oder von dem, was sie gerade während ihrer Amtsführungbewegt hat, Zeugnis abgelegt. Häufig ist die Semesterüberschrift als eine Inschriftentafel oder alsein Büchertitel gedacht, in der die Zeilen von verschiedener Länge sind und die verschiedenstenSchriftformen in buntem Wechsel erscheinen. Die Eintragungen selbst, fast durchgängig vonSchreibern nach Schluß des Semesters im Zusammenhänge bewirkt, zeigen allenthalben dasStreben nach Mannigfaltigkeit der Schriftform und Schönheit der Schrift,
S. 1635 Decan Andreas Rivinus. Semesterüberschrift mit dem Wappen des Decans.In rothem Schild silberner Fluß, darin stehend ein nackter Mann, in der Rechten eine Angel, in derLinken einen Krebs haltend. Auf dem mit Lorbeerkranz gekrönten Helm, nach links gewandt, einweißer Schwan, stehend, die Flügel erhoben. Die Wappendecken blau und rotli. Das Wappen aufgoldumrahmtem, violettem Grund. Auf dem nächsten Blatte folgende Distichen:
„In sua insignia :
Candidus omnis olor, sed noster lvie intus et extra est:
Vae capiti cano, mens ubi nigra subest!
Sponte (/uoquc unda fluit piscoso limpida rivo;
‘Turbantem adsperget sed lutulenta hdo.
M. A. E. S.“
W. 1635 Decan Lucas Pollio. Das Wappen des Decans in barocker Umrahmung aufrosa, grün eingefaßtem Grunde. Schild getheilt, gold und schwarz. Darin männliche Figur, blau undgold getheilt gekleidet, einen schreitenden, doppelschwänzigen, rotli gezüngten goldenen Löwenführend. Auf dem geschlossenen Helm dieselbe männliche Figur wie im Schilde, in der Rechteneinen Kiunbackenknochen haltend, zwischen zwei Hörnern, gold und schwarz getheilt mit ver-wechselten Farben. Die Wappendecken schwarz und gold. Ueber dem Wappen in Umrahmung:„In nomine Iesu“, links davon: „patiendo 11 , rechts: „et sperando “, darunter: „potior“.
S. 1636 Decan Hieronymus Reckleben. Am Schlüsse der Eintragungen die beweg-liche, im dreißigjährigen Kriege in ähnlicher Form so häufig widertönende Klage: „0 tandemPacem, Pacem da, Christe Redemtor“.
S. 1637 Decan Philipp Müller. Am Schlüsse der Eintragungen die Klage:
„Aspera tot passis finem da, Christe, malorumAut hyperaspistes noster, ut ante, mane!“
S. 1638 Decan Zacharias Schneider, Prodecan Philipp Müller. Der letztere leihtam Schlüsse der Eintragungen dem Schmerze über den Verlust seines Weibes Ausdruck:
D Siehe Seite lxvi.
DIE IÜNGERE MATRIKEL D. UN1V. LEIPZIG II.
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