XXXII
467, am 15. October 1666: 401, am 15. October 1676: 775, am 15. October 1686: 703, am15. October 1696: 896, am 15. October 1706: 729 Studenten anwesend gewesen sein. Eulenburg 1 )gelangt zu höheren Frequenzziffern, da er die Iniurati zum größten Theile mitzählt. Die vonmir angeführten Zahlen erscheinen nicht zu niedrig gegriffen, wenn wir berücksichtigen, daß dasKurfürstenthum Sachsen zwei Universitäten zählte, und daß die Neugründung von Universitäten inRinteln, Altdorf, Kiel und vor allem in Halle den Zuzug aus den Gebieten der bayrischen undsächsischen Nation mindern mußte. Wenn es auch fest steht, daß die nachträgliche Vereidigungin einzelnen Fällen nicht angemerkt worden ist, und daß daher einzelne, später Vereidigte nichtmitgezählt worden sind, so dürften sich die gefundenen Präsenzzifi'ern doch nur unwesentlich erhöhen,da viele Studiroude zumal in den drei Jahrzehnten nach 1650 erst als Serius Iurati, dann nochmalsals Iurati, also doppelt gezählt worden sind.
Vergleichen wir die Zahl der Iurati der meißnischen Nation mit der der Iurati der andernNationen, so bilden jene über 50 °/ 0 der Gesammtzahl. In dem Jahrfünft W. 1634—S. 1639 wurden238 Meißner, 60 Sachsen, 70 Bayern und 67 Polen als Iurati inscribirt. Die Meißner stellten 54,7 %,die Sachsen 13,8°/ 0 , die Bayern 16,l°/ 0 , die Polen 15,4°/ 0 der Gesammtzahl. In dem Jahrfünft vonW. 1664—S. 1669 wurden 706 Meißner, 239 Sachsen, 111 Bayern und 214 Polen als vereidigteStudirende in die Matrikel aufgenommen. Auf die Meißner entfielen 56,3°/ 0 , auf die Sachsen 19°/ 0 ,auf die Bayern 8 °/ 0 und auf die Polen 17%. In dem Jahrfünft von W. 1704—S. 1709 wurden1096 Meißner, 374 Sachsen, 139 Bayern und 409 Polen als Iurati in die Matrikel eingeschrieben,zusammen 2018 Personen. An dieser Zahl waren die Meißner mit 54,3%, die Sachsen mit 18,5%,die Bayern mit 6,9 % und die Polen mit 20,3 % betheiligt.
Man sieht aus dieser Zusammenstellung, daß die Meißner mehr als die Hälfte aller Iuratiausmachten. Zu den Landeskindern gehörten aber auch zahlreiche Sachsen, die Bewohner des Kur-kreises, und seit 1635 auch noch viele Polen, die Bewohner der Lausitz. Man wird daher nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß etwa 70% aller inscribirten Iurati Landeskinder waren. Immer mehrnahm die ursprünglich als Weltuniversität gedachte Anstalt den Charakter einer Landeshochschule an.
Noch wird die Frage zu erörtern sein, wie viele von den als Non Iurati Eingetragenenspäter zur Vereidigung gelangten. Das Verhältnis stellt sich folgendermaßen dar:
Non Iur.
Ser. Iur.
Iur.
W. 1634 —
S. 1639
1485
238
199
W. 1639 —
S. 1644
1107
205
154
W. 1644 —
S. 1649
2434
492
620
W. 1649 —
S. 1654
3365
495
829
W. 1654 —
S. 1659
2933
286
890
W. 1659 —
S. 1664
2394
161
1049
W. 1664 —
S. 1669
1547
80
1108
W. 1669 —
S. 1674
1442
55
1421
Danach haben in dem Jahrfünft W. 1634—S. 1639 von den Non Iurati später den Eid abge-legt 16%, in dem Jahrfünft W. 1639—S. 1644: 18,5%, in dem Jahrfünft W. 1644—S. 1649: 22,1%,in dem Jahrfünft W. 1649—S. 1654: 14,4%. In den folgenden Jahrfünften fällt der Prozentsatz auf 9,8,dann auf 6,7, ferner auf 5,2, in dem Jahrfünft W. 1669—S. 1674 sogar auf 3,8. Die letzten Ansätzesind jedoch nicht mehr sicher, da die Rectoren nicht mehr regelmäßig zu den Eintragungen Zusätzemachten, sondern die nachträglich Vereidigten zum Tlieil als Iurati neu cintrugen. Das aber stehtfest, daß von der großen Menge der Kinder, die in die Matrikel eingetragen wurden, nur eine geringeAnzahl zum Studium gelangte.
D Die Frequenz der deutschen Universitäten in den Abhandl. der Philol.-Hi6tor. Classe der König! Sachs.Gesellsch. der Wissenschaften XXIY. 2. S. 102 (Leipzig 1904).