Karl H. Boffineister ^) wurde als Sohn eines Pfarrers den 15. dlngnst 1796zu Billigheiin bei Landau in der bayrischen Pfalz geboren. 1815 bezog er als 17-jähriger Jüngling die Universität Straßbllrg, ging von da nach Heidelberg, wo erneben Tbeologie auch Philologie und Philosophie studierte und folgte endlich seineinLehrer ^ries nach Jena, wo er die philosophische Doktorwürde erwarb. Das Ivartbnrg-sest, an dein er mit voller Begeisterung teilnahm, wurde ihm Veranlassung seinerersten, anonym erschienenen Schrift: Beschreibung des festes ans der lvartbnrg 1818.Kurz daraus trat er eine Hanslehrerstelle in Krefeld an, die er 4 Jahre bekleidete,ward dann 1821 Rektor des progymnasinms in Alörs, 1852 Oberlehrer des ^yriedrich-Ivilhelms Gymnasiums in Töln, 1854 Direktor des Gymnasiums zu Kreuznach undendlich 1841 Direktor des eben genannten Gymnasiums zu Töln; dort starb er 1844de» 14. Juli im besten Alannesalter. Einen Ehrenplatz in der deutschen Literaturhat sich Bossmeister gesichert durch das als UInster der Erfassung eines literarischenCharakters, seines geistigen lvachstnms und seiner allmähligen Entfaltung dastehendeMerk „Schillers Leben, Geistesentwieklnng lind Merke im Znsammenhange" (1858—1842, 5 Teile), das schon gleich nach dem Erscheinen des ersten Teils die höchsteAufmerksamkeit erregte, weil es die erste Biographie ans den (Quellen war, undweil Bossmeister auch seine ganze Ästhetik eingeslochten hatte. Hieran schlössen sichSupplemente zu Schillers Merken. Erste Abteilung (1840—1841, 4 Bände), sowieeine kürzere Biographie Schillers, die jedoch durch Hossmeisters Tod unterbrochen undunter dem Titel „Schillers Leben sür den weitern Kreis seiner Leser" (1846, 5 Bändchen,5. Ausg. 1856, neu bearbeitet 1876) durch H. viehoss besorgt wurde.
Die junge Hran wurde ihrem Gatten und ihren Eltern schon am 5. Alärz 1824entrissen. Sie liegt ans dem alten Friedhof in Alörs begraben.
Bossmeister heiratete bald wieder. Der ans dieser zweiten Ehe 1826 entsprosseneSohn wurde im Mintgenschen Hanse wie ein Enkel gehalten. Es war Otto Boss-meister. 1359 von Bennes, wo er stellvertretender Friedensrichter war, nach Reinscheidals Bürgermeister berufen, hat er 1? Jahre unter vieler Anerkennung dieses Amtverwaltet. 1875 erhielt er den Titel eines Oberbürgermeisters. 1876 legte er wegenstark geschwächter Augen sein Amt nieder; woraus ihn die Stadt Reinscheid in An-erkennung seiner Verdienste zu ihrem Ehrenbürger machte. Er zog nach Bonn, woer am O. Februar 1885 starb. Der Bibliothek des Gymnasiums zu Alörs ver-machte er 5000 Alk. und die Bibliothek seines Vaters. Grössere Legate setzte er demverein sür Körperpflege in Bonn und der Stadt Remscheid ans.
Die zweite Tochter Emilie war 1817 bis Herbst 1819 in Neuwied in der-selben Pension, wie ihre ältere Schwester. Nach Alörs zurückgekehrt, blieb sie un-verheiratet. Sie hatte ein fröhliches Mesen und bildete der ernster gestimmten Alntter
Siehe Deutsche Biographie.