wieder hergestellt von seinein, wie ich damals glaubte, kleinen Übel nnd glaubte, daßer nur deswegen so lange schwiege, um mir ans einmal sein ganzes vollkommenesGlück bekannt zu machen. Aber, lieber Gott, wie schrecklich hatte ich mich getäuscht!UAe wandelte sich mein herzlicher Frohsinn in düsterste Schwermut, als ich seinen^rief erhielt. Gott! wie der arme Innge klagt und jammert! UAe ihm sein Kerzblutet, daß er die heiligsten und teuersten Gefühle ersticken und den Gedanken an einAlädchen ausgeben muß, das er so unaussprechlich, so einzig liebt. Das Übel, daser, das wir alle für so unbedeutend hielten, liegt nach dem Urteil des jlros. Günthertief in seinem Körper, hat feinen altern Bruder in der Blüte feiner Jahre ins Grabgebracht und erfordert die äußerste Pflege, um die Gefahr eiuer Blutstürzung ab-zuwenden. Dies ist das Urteil des Arztes, den UAntgeus auf sein Gewissen fragte,ob er wohl glaubte, daß für jetzt eine Verbindung für sein körperliches Übel nachteiligsei. Zwar hat dieser ihm nicht völlig alle Kossnung zur UAedergenesung abgesprochen,aber ihm doch gesagt, daß das Übel, welches seinen Ätz im Unterleib hätte, einelangwierige Kur erforderte, daß er sich während derselben vor allen Affekten hütenund keine Uerbindung eingehen möchte. UAmn Bis, liebe Freundin, dem UAntgensGefühl zutrauen —^ welches ihm wirklich so reichlich und so schön vom Bater der Baturmitgeteilt ist — dann denken Äe sich seinen Ährecken, als er diese 'Borte hörte, dieilnn um so unerwarteter waren, da andere Ärzte oft das Gegenteil gesagt hatten;die um so empfindlicher und herzdurchbohrender sein mußten, je herzlicher und feu-riger die Liebe zu Ihnen ist, die sein ganzes IBesen beseelt. Und seit der Zeit, liebeJette, ist die Buhe und der Friede für den armen UAntgens dahin — G! er hatnur Briefe geschrieben, die nur allen meinen Frohsinn genommen haben. Jetzt ister hier; er hat seine Zuflucht zu mir genommen, um au meinem Kerzen sein Sendauszuschütten und Trost und Labung für sein krankes cherz zu suchen.
G, liebe Jette, wenn ich den guten, braven Inngen mit diesem edlen, füralles Gute so warm schlagenden Kerzen so unaussprechlich leiden sehe, wenn er dawie ein Armer, Berlassener herumwandelt, den Gram ans seinem Gesichte — o,dann möchte ich laut weinen! Daun hasche ich nach Trostgründen und finde keine.Gewiß, Äe haben auch Akitleiden mit unserm braven UAntgens; er verdient eswenigstens auch von Ihnen. Tr liebt Äe so innigst; Ihr Glück ist sein Taggedankeund sein Traum, und alle Furchen seines Gesichts verschwinden, wenn er von Ihnenredet und die Tage wiederholt, da er in Ihrer Gesellschaft lebte. Ähenken und er-halten Äe ihm doch Ihre Freundschaft, an der ilnn so viel gelegen ist, und tun Äe dochdas seinem Kerzen zum Trost, daß Äe ihn durch ein paar Zeilen davon überzeugen."
Tine solche Fürsprache konnte ihren Tindruck nicht verfehlen. Allerdings er-folgte aus die Tinlage zunächst eine Antwort, die den Trwartungen des Bewerbers