Er bat offenbar nicht gewagt, die von den Franzosen geforderte Eumme zu bewilligen;daber heißt es weiter: Es wnrde Bürgermeister Wintgens nut deni Bescheide zurück-aeschiekt, daß er nach seinein besten Dünken verfahren, auch nach Gelegenheit Gelddabei verwenden <d. h. mit Douceuren sich Willigkeit verschaffen) sollte; doch könntendie Deputierten (es ergibt sich aus späteren Bemerkungen, daß mehrere Deputierte,darunter auch der erste Bürgermeister Kumsthoff abgeschickt waren) mit den dortanwesenden klevischen Räten in allem Gemeinschaft machen; die angewandten Geld-mittel sollten ihnen von der Btadt erstattet werden.
Der Dersuch war zunächst erfolglos. Am 28. war Wintgens zurück; inErwartung böser Zustände wurde der Beschluß gesaßt, den alle mit Ausnahme desabwesenden ersten Bürgermeisters Kumsthoff billigten, daß man in der schwerenKriegszeit gemeinsam stand halten und auch der Gemeinde allen Beistand leisten wolle.
Am W. Juni wird Kumsthoff zur Rede gestellt, woher es komme, daß erabwesend gewesen wäre, während der jAinz Tonds mit seiner Kriegsmacht an derBtadt vorbei gezogen wäre. Er gibt an, da er mit den übrigen Abgesandten nichtshätte ausrichten können, hätten sie versuchen wollen, durch Dr. Esch in Düsseldorfzu ihrem Ziele zu gelangen, Er sei nun zu demselben geschickt, hätte aber wegengroßer Gefahr nicht mehr zurückkehren können, da anderen Tages die Franzosenausgebrochen wären. Der Rat hielt die Derteidigung nicht für genügend und drangin Rumsthoff, abzutreten, auch wurde beschlossen, ihm weder Zahresgehalt nochReiseentschädigung zu geben.
Eo wurde Heinrich Wintgens inmitten des Amtsjahres erster Bürgermeisterund am Laurentiustage (W- August) t6c2 auch durch die Wahl für das nächsteJahr zu dieser Btelle berufen.
Bald nachher trat Turenns bei Wesel aus das rechte Rheinuser über, undvon neuem begann die Flucht der Besitzenden aus der Etadt; der Rat suchte wiedereine Ealvaguardia bei dem General zu erwirken; aber der hielt es für notwendig, eineBesatzung in die Etadt zu legen, während er selbst nach der Akark zog, um dieBundesgenossen von Akünster und Röln gegen den großen Kurfürsten zu schützen,der endlich mit den Kaiserlichen vom Akittelrhein nach Westfalen gekommen war.Da aber Turenne während des Winters sich in der Akark behauptete, blieb auchDuisburg von Franzosen besetzt. Die Unterhaltung der Einquartierung erschien denBürgern bald unerträglich. Bürgermeister Wintgens war sehr um die Erleichterungder Last bemüht; er war in der Lage WOO Daler vorschießen zu können; er reistezum Prinzen Tonds und ebenso zu Turenne, um den Auszug der Besatzung zuveranlassen; aber vergebens! Rur der friede, den der große Kurfürst am 6. Zunilch?Z zu Dossem mit den Franzosen schloß, brachte für einige Zeit Erlösung; am
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