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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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147
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Aus dcm Nachlaß. 147

die Choräle der Totenfeier. Wir haben aber weder Zeit znr Freudenoch zur Trauer. Aufs neue erklingen die Drommeten, es qiitneuen Kampf

Ich bin das Schwert, ich bin die Flamme.

An einen politischen Dichter.

Du singst, wie einst Thrtäos sang,Von Heldenmut beseelet,

Doch hast du schlecht dein PublikumUnd deine Zeit gewählet.

Beifällig horchen sie dir zwar,Und loben, schier begeistert:

Wie edel dein Gedankcnflug,

Wie du die Form bemeistert.

Sie Pflegen auch beim Glase WeinEin Vibat dir zu bringen,

Und manchen Schlachtgesang von dirLautbrüllend nachzusingen.

Der Knecht singt gern ein FreiheitsliedDes Abends in der Schenke:

Das fördert die Verdauungskraft,Und würzet die Getränke.

Stostscufzer.

Unbequemer neuer Glauben!

Wenn sie uns den Herrgott rauben,Hat das Fluchen auch ein End'Himmcl-Herrgott-Sakrament!

Wir entbehren leicht das Beten,

Doch das Fluchen ist vonnötcn,

Wenn man gegen Feinde renntHimmel-Herrgott-Sakrament!

Nicht zum Lieben, nein, zum HassenSollt ihr uns den Herrgott lassen,Weil mau sonst nicht fluchen könnt' -Himmel-Hcrrgott-Snkrament!

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