Romancero -- Letzte Gedichte.
„Daß er ein Verwandter seiUnsres Gottes, ist nicht minderZweifelhaft; so Niel wir wissen,Hat der letztre keine Kinder.
„Unser Gott ist nicht gestorbenAls ein armes LämmerschwänzchenFür die Menschheit, ist kein süßesPhilantröpfchen, Faselhttnschen.
„Unser Gott ist nicht die Liebe;Schnäbeln ist nicht seine Sache,
Denit er ist ein DonnergottUnd er ist ein Gott der Rache.
„Seines ZorneS Blitze treffenUnerbittlich jeden Sünder,
Und des Vaters Schulden büßenOft die späten Enkelkinder.
„Unser Gott, der ist lebendig,Und in seiner HimmelshalleExistieret er drauf losDurch die Ewigkeiten alle.
„Unser Gott, und der ist auchEin gesunder Gott, kein Mythos,Bleich und dünne wie OblatenOder Schatten am Kokytos.
„Unser Gott ist stark. In HändenTrägt er Sonne, Mond, Gestirne;Throne brechen, Völker schwinden,Wenn er runzelt seine Stirne.
„Und er ist ein großer Gott.
David singt: Ermessen ließeSich die Größe nicht, — die ErdeSei der Schemel seiner Füße.
„Unser Gott liebt die Musik,Saitenspiel und Festgesänge;
Doch wie Ferkelgrunzen sindIhm zuwider Glockenklänge.
„Leviathan heißt der Fisch,
Welcher haust im Meeresgründe;Mit ihm spielet Gott der HerrAlle Tage eine Stunde —