Drittes Buch. Hebräische Melodien.
Unterm güldnen BaldachinUnd ninranscht vom HofgesindeSitzt der König nnd die Kön'gin;Diese gleichet einem Kinde.
Ein französisch stumpfes Naschen,Schnlkhcit kichert in den Mienen,
Doch bezaubernd sind des MundesJtnmer lächelnde Rubinen.
Schöne, flatterhafte Blume —Daß sich ihrer Gott erbarme! —Von dem heitern Seine-UferWurde sie verpflanzt, die Arme,
Hierher in den steifen BodenDer hispanischen Grandezza;
Weiland hieß sie Manch' de Bvnrbon,Donna Blanka heißt sie jetzo.
Pedro wird genannt der König,Mit dem Zusatz der Grausame;
Aber heute, milden Sinnes,
Ist er besser als sein Name.
Unterhält sich gut gelauntMit des Hofes Edelleuten;
Auch den Juden und den MohrenSagt er viele Artigkeiten.
Diese Ritter ohne VorhautSind des Königs Lieblingsschrnnzen,Sie befehl'gen seine Heere,Sie verwalten die Finanzen.
Aber plötzlich Pankenschläge,
Und es melden die Trompeten,Daß begonnen hat der Maulkampf,Der Disput der zwei Athleten.
Der Gordian der FranziskanerBricht hervor mit frommem Grimme'Polternd roh nnd widrig greinendIst abwechselnd seine Stimme.
In des Vaters und des SohnesUnd des heil'gen Geistes NamenExoreieret er den Rabbi,
Jakobs maledeiten Samen.